Bolivien - Modellfarm in San Ignacio

26.08.2015

Mit einer Modellfarm wollen die Steyler Missionare in Bolivien zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie wollen Jugendlichen beibringen, Land schonend und nachhaltig zu bewirtschaften. Und sie wollen langfristig den Hunger und die Armut vor Ort besiegen.

Blick auf das Farmgelände (Foto: Achim Hehn / SVD)zoom
Blick auf das Farmgelände (Foto: Achim Hehn / SVD)

Situation vor Ort

In Bolivien sind viele Menschen extrem arm. Gerade in ländlichen Gebieten wäre es möglich, die Armut mit modernen Methoden des Ackerbaus und der Viehzucht zu bekämpfen – die dazu nötige Ausbildung können sich die meisten Menschen dort aber nicht leisten.Seit mehr als 30 Jahren sind wir Steyler Missionare im Land tätig – sowohl in den vier großen Städten La Paz, El Alto, Cochabamba und Santa Cruz als auch im Landesinnern wie Laja (Hochland), Coripata (Yungas), Santa Rosa de Roca sowie San Miguel bzw. San Ignacio (Tiefland). Ein Schwerpunkt unserer Arbeit sind Ausbildung und Erziehungsprogramme für die Menschen, vor allem am Stadtrand und auf dem Land.

Unser Projekt

350 Kühe, Kälber und Stiere leben auf der „Estancia San José“ (Foto: Achim Hehn / SVD)zoom
350 Kühe, Kälber und Stiere leben auf der „Estancia San José“ (Foto: Achim Hehn / SVD)

In San Ignacio durchbrechen wir den Kreislauf der Armut mit Hilfe von zwei Internaten und einer Modellfarm. Unsere beiden Internate beherbergen 23 Mädchen und 16 Jungen, die an einer Schule in San Ignacio, der Granja Hogar, eine umfassende Ausbildung erhalten. Ab Herbst 2015 lernen sie in regelmäßigen Wochenend- und Ferienkursen auf der 35 Kilometer entfernten Steyler Farm Grundlagen des ökologischen Ackerbaus, indem sie beispielsweise Bananen, Maniok und Mais anpflanzen und bei der Fisch und
Bienenzucht helfen.

Spender aus Deutschland haben den Farm-Traktor finanziertzoom
Spender aus Deutschland haben den Farm-Traktor finanziert

Die Modellfarm erfüllt gleichzeitig zwei Zwecke. Erstens soll der Ertrag aus Rinderzucht und Kaffeeanbau die Finanzierung der Internate unterstützen. Zweitens bietet die Modellfarm den Schülern und anderen Interessierten die Möglichkeit, das Erlernte vor Ort praktisch umzusetzen.

Mit dem Wissen aus Schule und Modellfarm, Theorie und Praxis, kehren die jungen Menschen in ihre Heimatdörfer zurück und geben ihr Wissen weiter – für ein Leben ohne Armut und Hunger. „Dieses Projekt gibt den Menschen hier nicht nur kurzfristig etwas zu essen, sondern versetzt sie langfristig in die Lage,
selbständig ihre Lebenssituation grundlegend zu verbessern“, sagt Pater Michael Heinz SVD, der die bolivianische Provinz der Steyler leitet.

Ihre Mithilfe

Pater Michael Heinz SVD (Foto: Achim Hehn / SVD)zoom
Pater Michael Heinz SVD (Foto: Achim Hehn / SVD)

Die Modellfarm wächst dank der Unterstützung von Spenderinnen und Spendern aus Deutschland immer weiter. Schon 350 Kühe, Kälber und Stiere leben auf der „Estancia San José“, die inzwischen auf insgesamt 1.000 Hektar angewachsen ist.

Wunsch der Steyler Missionare vor Ort ist es, weitere 430 Hektar des Waldes zu kaufen, der an die Farm anschließt. Er soll eingezäunt und geschützt werden. Mithilfe eines Fachmanns soll hier eine Baumschule gestartet werden, die bereits erodierte Teile wieder aufforstet.

Die Kosten pro Hektar Wald betragen 200 Euro.

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