Pater Georg Matussek SVD

Pater Georg Matussek
Pater Georg Matussek

Im Glauben an die Auferstehung ist der Argentinien-Missionar Pater Georg Matussek verstorben.

Seine Wiege stand in Oberschlesien in der Pfarrei Eichendorf, Diözese Oppeln. Sein Vater Johann (1911-1982) und die Mutter Rosalie Sojka (1913-1998) stammten beide aus Schlesien. Mit seiner jüngeren Schwester Rosalie besuchte Georg Matussek die Volksschule in Eichendorf. Am 28.08. 1950 ging er zu den Steyler Missionaren nach Neisse/Heiligkreuz. Im September 1952 trat er ins Noviziat in Pieniężno ein. Es folgten die ersten und weiteren Gelübde, sowie das Studium der Philosophie.

1958 kam er zur Theologie nach Sankt Augustin. Am 1.05.1962 legte er die Ewigen Gelübde ab. Am 07.10. wurde er in München zum Priester geweiht. Mit 20 jungen Mitbrüdern absolvierte er sein pastorales Jahr in verschiedenen Pfarreien der bayrischen Landeshauptstadt.

Am 22.09.1963 stach er in Lissabon auf der „Provence“ in See in Richtung Südamerika. Er hatte seine Bestimmung für Argentinien-Ost erhalten. Er lernte eifrig Spanisch im Seminar Rafael Calzada und prüfte seine Sprachkenntnisse in ersten, zaghaften Seelsorgseinsätzen.

Nach seinen ersten Gehversuchen in Posadas wirkte er in der Pfarrei Campo Grande. Zwei Priester hatten hier 16 Kapellen und eine Bevölkerung von 70.000 Einwohnern zu betreuen. Fünf weitere Kapellen sollten gebaut werden.

Mit seinem ersten Heimaturlaub konnte er den Erneuerungkurs in Nemi (1971) verbinden, sich stärken und neu orientieren. Seine nächste Station war Aristóbulo del Valle zwischen Veinticinco de Mayo und Campo Grande, 140 km von Posadas entfernt. In den achtziger Jahren wirkte er in Santa Rita an der Grenze zu Uruguay. In den neunziger Jahren zog er 30 km weiter nach Colonia Aurora. Im Jahr 2000 wurde er Pfarrer in El Soberbio, am rechten Ufer des Uruguay-Flusses.

„Seit dem 17.1.2010 ist mein Arbeitsfeld die Gemeinde Santa Catalina de Siena in Colonia Aurora am Uruguay-Fluss, in Misiones, 50 km flussabwärts von El Soberbio", schrieb er zehn Jahre später nach Deutschland. "Ich wirkte schon früher einige Jahre hier. Ich wurde herzlich empfangen. Es war aber nicht einfach, in El Soberbio Abschied zu nehmen.“ Es folgen zwei Jahre in der Pfarrei Andrés Guacurari. Seit 2013 lebte und arbeitete Georg Matussek er in der Pfarrei Sta. Teresita in Veinticinco de Mayo.

In seiner Seelsorge war Pater Matussek immer sehr volksnah und fühlte mit seinen Gläubigen die Not an Leib und Seele. Nie hat er die Leibsorge vergessen. Den Leuten Arbeit beschaffen in der Schreinerei und ihren Zubringerbetrieben war ihm ebenso wichtig wie der Bau und die Ausstattung eines Krankenhauses im ländlichen Gebiet. Der Tabakanbau bringt den Menschen zwar Arbeit und Verdienst, schädigt aber auch die Gesundheit der Menschen durch die giftige Schädlingsbekämpfung. Pater Georg Matussek blieb immer ein volksnaher und bescheidener Pfarrer. Nie nahm er eine Einladung an ohne wenigstens mit einem Huhn unter dem Arm den Gastgeber zu beglücken.

Regelmäßig schrieb Pater Matussek seinen Weihnachtsbrief an seine Wohltäter in der Heimat. Darin erzählte er sehr anschaulich von den Nöten der Menschen und seiner Arbeit: „Ende Januar 1997 war eine Jugendgruppe hier zur Volksmission. Mit ihrem jugendlichen Optimismus, den Versammlungen, dem Gebet und der Musik haben sie viel zur Wiederbelebung des Glaubens beigetragen. Bei ihren Hausbesuchen wurden sie von allen, auch den Nichtkatholiken, sehr gut aufgenommen. Bei dieser Mission haben wir aber auch festgestellt, dass in Colonia Aurora die Katholiken nur 20 Prozent ausmachen. Es waren kaum Männer da. Manchmal fühlt man sich auf verlorenem Posten…."

Ein gütiger, hingebungsvoller Hirte - eine Seele von Mensch – ist uns in die Ewigkeit vorausgegangen. In seinem letzten Brief zu Ostern hatte er noch gewünscht, „dass der Auferstandene uns Gesundheit und Frieden schenke und auf dem Kreuzweg des Lebens Leid lindere!“ Nun hat sich sein Wunsch an ihm selbst erfüllt.

Die Steyler Missionare sind ihm dankbar für sein Leben, sein Gebet und sein Beispiel. Die Menschen in Misiones erinnern sich dankbar an sein treues, rastloses Schaffen als Priester und Missionar. Sie danken seinen Angehörigen, seinen Freunden und Mitarbeitern, die ihn in seiner Mission gefördert und begleitet haben.

Pater Gerhard Lesch SVD

 

Pater Manfred Krause

+49 (0) 2241 / 2576-333
krause@steyler-mission.de

 

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