Zum Gedenken an Pater Sebastian Sperl

Am Donnerstag, 22. September 2016, starb der Ghana-Missionar Pater Sebastian Sperl SVD auf dem Weg von Kwasi Fanti nach Nkawkaw, wohin man ihn notfallmäßig in ein größeres Krankenhaus bringen wollte. Auf dem Weg, den er oft selbst zu Menschen gefahren war, die ihn brauchten, ging sein Leben zu Ende.

Pater Sperl wurde im oberbayrischen Wolnzach-Markt geboren. Seine Eltern waren Sebastian und Walburga Sperl, geb. Zeilhofer. Nach der Grundschulzeit in seinem Heimatort wechselte er in das Missionsseminar Maria Immaculata nach Ingolstadt, wo er seine Gymnasialzeit verbrachte. Im Missionshaus St. Gabriel, in der Nähe von Wien gelegen, studiert er Philosophie und Theologie. Dort wurde er am 18.03.1961 zum Priester geweiht. Zwei Wochen später feierte er seine Heimatprimiz in Wolnzach. Mit seiner Heimat blieb er stets eng verbunden. Sie unterstützte sein missionarisches Wirken im Gebet und auch durch materielle Hilfe.

Wenige Monate nach seiner Priesterweihe reiste Pater Sperl in die Vereinigten Staaten. Dort absolvierte er von 1961-65 sein Masterstudium in Linguistik und Französisch an der Georgetown University in Washington. Anschließend reiste er nach Ghana, wo er fast ein halbes Jahrhundert wirkte. Zunächst wurde er im Unterricht eingesetzt. Anlässlich seines 80. Geburtstags gab er ein Interview. Darin erzählte er von den sieben Jahren, die er als Lehrer in Aquinas an der Pope John’s- und St. Peters’s-Schulen verbrachte und wie es ihn dann in die Gemeindepastoral zog. Schon als Lehrer hatte er in der St. Theresia-Pfarrei in Kaneshie Dienst getan, vor allem, indem er Kranke besuchte. 


Danach ging er ganz in der Gemeindepastoral auf. Anfangs hatte er 58 Dörfer seelsorgerisch zu betreuen. „Ungefähr ein halbes Jahr war ich für die Tour immer unterwegs“, erinnerte er sich, „mal zu Fuß, mal mit dem Boot. Die Menschen warteten auf mich. Als ich eines Tages schwer erkältet und fast ohne Stimme zu ihnen kam, begrüßte mich ein Mann in Ewe mit dem Wort ‚Woezo - Gut, dass Du zu uns gekommen bist.‘ Die Menschen wussten, dass ich gerne zu ihnen kam und warteten auf mich. Der heilige Paulus und seine Missionsmethode waren für mich das beständige missionarische Vorbild: einfach zu den Menschen gehen und sie dort zu erreichen, wo sie leben.“ In dem erwähnten Interview gab er den jungen Theologiestudenten der Steyler Ghanaprovinz einen Rat: „Die Menschen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit, erwarten von Euch, dass Ihr für sie betet und sie segnet. Das habe ich getan. Einige Mitbrüder denken sehr wissenschaftlich, doch missionarisches Leben ist nicht wissenschaftlich, sondern sehr einfach.“

Pater Sperl unterbrach seine Ghanazeit für drei Jahre, auch aus gesundheitlichen Gründen. Von 1997 – 2001 war er vor allem in Uetersen (Schleswig-Holstein) tätig. Am Ende dieser Zeit dankte ihm der damalige Provinzial für seine Zeit in Deutschland: „Ich möchte Dir meinen Dank für Dein fast dreijähriges Wirken in Uetersen aussprechen. Du hast Dich eingesetzt und hast den Menschen Gottes Wort verkündet und Gottes Liebe vermittelt. Wir haben es nicht in der Hand, auf welchen Boden unsere Worte und Taten im Weinberg des Herrn fallen. Wir sind eingeladen, auszustreuen und einzuladen.“

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Pater Sperl in Kwasi Fante und befand sich im „aktiven Ruhestand“, wie er es nannte. Dort unterstützt der 81-Jährige die Schwestern und Hebammen in der Krankenstation. Vor vier Wochen sprach er mit seiner Schwester über seinen Urlaub im kommenden Jahr, war sich aber nicht sicher, ob er ihn noch antreten würde. So sagte er ihr: „Wenn wir uns nicht mehr in der Heimat sehen werden, dann in der Ewigkeit.“ So wird es dann nach Gottes Willen kommen.

Die Familie, die Freunde und Verwandten, die Heimatpfarrei und die Steyler Missionare danken Pater Sebastian Sperl für sein Wirken im Orden, vor allem für seinen Dienst in Ghana. Pater Sperl wird am 6. Oktober auf dem Friedhof der Steyler Missionare in Nsawam nahe Ghanas Hauptstadt Accra beerdigt.

„Wohlan, du guter und getreuer Knecht, weil du über Weniges getreu gewesen bist, will ich dich über Vieles setzen: geh ein in die Freude deines Herrn.“ (Mt 25,23).


Pater Manfred Krause

 

Pater Manfred Krause

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