Ein wenig versteckt liegt er auf dem Campus der Steyler Missionare in Sankt Augustin: Der rote Backsteinbau, der seit 2005 die Missionsprokur beherbergt. Früher stand hier der ordenseigene Bauernhof, der das benachbarte Missionspriesterseminar mit seinen landwirtschaftlichen Erzeugnissen versorgte. Auf den Feldern wurden Kartoffeln, Zuckerrüben und Getreide angebaut. Auf Höhe der heutigen Aula der Prokur standen Stallungen für 60 Kühe, im gegenüber liegenden Trakt grunzten 300 Schweine und wo heute unmittelbar neben dem Gebäude der örtliche Schützenverein ein Heim gefunden hat, gackerten früher 2.000 bis 3.000 Hühner.
Anfang der 1990er konnte der Hof nicht mehr unterhalten werden, für das Grundstück wurde ein Käufer gesucht. Die Firma Klöckner-Moeller, ein Unternehmen zur Herstellung von elektronischen Schaltelementen aus Bonn, kaufte es, ließ das Gebäude abreißen und errichtete – unter Wahrung der Silhouette des alten Hofs – einen Neubau, der als Schulungszentrum dienen sollte. Doch der Konzern musste den hochmodernen Bau bald wieder abstoßen. Nach jahrelangen Verhandlungen kaufte die Steyler Mission das ehemalige Moeller-Kolleg. Zuvor war sie in einem Gebäudeteil hinter der Steyler Bank untergebracht gewesen und dort allmählich aus allen Nähten geplatzt. Das ehemalige Kolleg bietet nicht nur ausreichend Platz für die einzelnen Abteilungen der Prokur, sondern hält auch Gästezimmer bereit, in denen seither die Missionare auf Heimaturlaub ihre Rückzugsmöglichkeit haben.
Sie fragen sich: Was ist eigentlich ein "Superior Delegatus", was tut ein Missionsprokurator den ganzen Tag und warum ist die Missionsprokur in Sankt Augustin ein Geheimtipp für Briefmarkensammler? Gehen Sie auf Erkundungstour durch ausgewählte Räumlichkeiten der Prokur. Stöbern Sie durch die Büros und lernen Sie die Gesichter hinter unseren "Kulissen" kennen.
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