Deutschland

Weihnachtspost aus aller Welt

24.12.2011

Weihnachtszeit ist die Zeit besonderer Briefe in der Steyler Missionsprokur. Beinahe täglich sind in der Adventszeit in Sankt Augustin Karten und Rundschreiben aus aller Herren Länder eingetroffen. Zum Christfest fassen die Missionare zusammen, wie sie das vergangene Jahr erlebt haben – und sagen Dank für die Unterstützung ihrer Arbeit. Auch im Namen all jener, denen durch die Großzügigkeit von Wohltätern aus Deutschland geholfen worden ist.

Pater Heinz Kulüke SVD
Pater Heinz Kulüke SVD

So informiert auch Pater Heinz Kulüke über Neuigkeiten aus seinen Projekten auf den Philippinen, etwa über das „Haus des Samariters“, ein Zentrum für alte Menschen, das er in der Altstadt von Cebu City eröffnet hat. „Bis zu 60 Erwachsene, die sonst auf den Gehwegen der Stadt leben, treffen sich hier täglich. Sie können duschen und ihre Kleidung wechseln, sie bekommen eine Mahlzeit, werden medizinisch versorgt und können an verschiedenen Schulungsprogrammen und Aktionen teilnehmen.“ Keines seiner Projekte – ob auf den Mülldeponien, im Rotlichtmilieu oder in den Slums von Cebu City – wäre ohne die großherzige Unterstützung von Einzelspendern und Agenturen zustande gekommen, schreibt Kulüke. „Obwohl die Probleme kein Ende nehmen, ist es ganz einfach wichtig, nicht aufzugeben. Dafür auch persönlich mein ganz herzliches Dankeschön.“

Aus Papua Neuguinea bedankt sich Pater Thomas Ottarackal für alle Finanzhilfen aus Deutschland, die den Ordensschwestern „Daughters oft he Church“ ihr Engagement für Leprakranke vor Ort ermöglicht haben. „Alle Leprapatienten und ihre betroffenen Familien sind Ihnen sehr dankbar für die Hilfe“, schreibt er. „Mein herzlichstes Dankeschön für Ihre wertvollen Beiträge zu diesem Projekt.“

Pater Friedbert Ewertz SVD
Pater Friedbert Ewertz SVD

Bruder Friedbert Ewertz, der sich seit vielen Jahren für Findelkinder in China stark macht, berichtet von einem neuen Schwerpunkt seiner Arbeit. Sein aktuelles Hauptziel sei es, erwachsen gewordenen, behinderten Findelkindern Arbeit zu verschaffen. Eine Ordensschwester zeige den Kindern, wie man Kerzen gießt, bedruckt und verziert. „Kein Mensch braucht so sehr sinnerfüllende Arbeiten wie behinderte Menschen“, ist er überzeugt. „Sinn geben heißt Leben geben!“ Dankbar zeigt sich auch Pater Heinrich Bollen unter anderem für die Unterstützung des Kindermissionswerks Aachen, durch die auf der indonesischen Insel Flores unter anderem Kinderhilfszentren für taubstumme und psychisch geschädigte Kinder und Erwachsene unterstützt werden konnten. „Darüber hinaus halte ich es vor allem für wichtig, Jugendlichen zu helfen, bestimmte Berufe zu erlernen“, schreibt Pater Bollen. „Die Kosten für das Studium sind für die Eltern meist unerschwinglich. Dasselbe gilt auch für Krankenhauskosten. Ich bin froh und dankbar, dass wir da in vielen Fällen helfen konnten.“

Pater Matthias Helms SVD
Pater Matthias Helms SVD

Der österreichische Ghana-Missionar Otmar Auinger freut sich in Kintampo über die Vollendung eines Wasserturms, der die Wasserversorgung des Ortes auch dann sichert, wenn der Strom ausfällt oder die städtischen Pumpen versagen. „Außerdem kann man von dort oben die Aussicht und den Sonnenuntergang genießen“, schreibt er. Auch Bruder Valentin Grüner konnte – dank großzügiger Wohltäter aus Europa – in Bangued auf den Philippinen für einen besseren Zugang zum Wasser sorgen. Drei Tiefbrunnen sind entstanden, die für viele Familien ein Segen seien, weil sie mit ihnen sogar ihre Hausgärten und Reisfelder bewässern können. „Jetzt läuft überall frisches Wasser, alle Empfänger schließen sich meinem Dank an“, schreibt der Steyler Missionar.

Erfolgreich ist auch die Arbeit der Kindergruppe „Missionary Childhood“ im ghanaischen Saboba. Pater Matthias Helms beschreibt in seinem Weihnachtsbrief, wie sich die Steyler Schwester Adriana da Silva insbesondere für Kinder engagiert, die als Hexen verspottet und verstoßen werden. So wie die kleine Dorcas, der man vorwarf, ihren Vater auf magische Weise getötet zu haben. „Schwester Adriana hat den anderen Kindern geduldig erklärt, dass Jesus alle Kinder liebt und dass unser Glaube an Jesus uns von aller Angst befreien möchte“, berichtet Helms nach Deutschland. „Am Anfang hatten nur wenige Kinder den Mut, Dorcas zusammen mit Schwester Adriana zu besuchen. Später legte sich ihre Angst. Wir wollen nicht nur erreichen, dass Dorcas sich angenommen und geliebt fühlt, sondern auch, dass die nachfolgende Generation nicht mehr Angst vor Hexen hat oder andere der Hexerei beschuldigt.“

Pater Karl Schaarschmidt SVD
Pater Karl Schaarschmidt SVD

Auch John Barwa, der neue Erzbischof von Cuttack-Bhubaneshwar, schaut im indischen Orissa hoffnungsvoll in die Zukunft. „Ich habe bemerkt, dass unsere Priester, Ordensleute und Gläubigen trotz der harten Herausforderungen einen überaus großen Willen, viele Optimismus und Enthusiasmus haben“, berichtet er. Es gebe Hoffnung auf eine friedliche und harmonische Gemeinschaft der Menschen in Kandhamal und in der ganzen Erzdiözese. Für die 2007 und 2008 aus ihren Häusern vertriebenen Christen habe man 3500 neue Häuser gebaut. „In Gemeinschaft mit meinen Gläubigen, allen Priester und Ordensleuten möchte ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank und meine Wertschätzung für ihre Großzügigkeit, Freundlichkeit und Ihre Gebete zum Ausdruck bringen.“

Mit Sorge beschreibt der Kenia-Missionar Karl Schaarschmidt die aktuelle Situation in seinem Wirkungsland: „Die kenianische Armee wurde zu einem Schlag gegen die Al-Sabaab-Extremisten in Somalia herausgefordert, da diese mehrere Anschläge verübt und einige ausländische Touristen entführt haben, die nie mehr aufgetaucht sind“, schreibt er. „Hoffentlich geht das gut. Diese Al-Sabaab-Guerillas haben keine richtige Front, und kämpfen nur als Partisanen. Hier in Kenia hat man Angst, dass sie zurückschlagen und Bomben legen, was auch schon geschehen ist. Man sagt von den Al Sabaab, der Schwanz der Schlange ist in Somalia, aber der Kopf ist in Kenia. Ein Krieg ist teuer und muss von der Bevölkerung finanziert werden. Das heißt, dass alle Preise bis zu 20 Prozent gestiegen sind. Darunter haben besonders die Armen zu leiden Viele sind nicht mehr in der Lage ihren Lebensunterhalt zu bewältigen.“

Pater Anton Kappler SVD
Pater Anton Kappler SVD

Für den Steyler Indonesien-Missionar Pater Bernhard Müller gehörte der schwere Motorradunfall seines Mitbruders Anton Kappler zu den traurigsten Ereignissen des Jahres 2011. „Pater Anton wurde schwer verletzt, erlitt mehrere Beinbrüche“, schreibt er. „Zunächst wurde er ins Krankenhaus von Kewapante eingeliefert, von dort aus wurde er einige Tage später mit einem Ambulanzflugzeug nach Surabaya auf Ostjava geflogen und musste sich dort einer mehrstündigen Operation unterziehen. Inzwischen geht es ihm besser, aber der Genesungsprozess wird noch lange dauern.“

Die guten Weihnachtswünsche, mit denen alle Missionare ihre Grüße in die deutsche Heimat beschließen, hat Pater Longinus Schmidt noch um die Beschreibung einer schönen Weihnachtstradition im Guasmo von Ekuador bereichert: „Jedes Jahr kommt eine Gruppe von Frauen mit einer Menge von Ausstattungen für Neugeborene. Diese Gruppe hilft mir schon seit 35 Jahren. Gemeinsam verteilen wir Windeln, Hemdchen und Trinkflaschen an Schwangere in fünf Pfarreien. Die Frauen verstehen ihre Gaben als Weihnachtsgabe für das neugeborene Jesuskind.“

Markus Frädrich

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Melanie Pies-Kalkum

Medienredaktion
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