Philippinen

Jubilare im Portrait, heute mit Pater Ewald Dinter

28.12.2015

In loser Folge stellen wir Ihnen auf unserer Webseite Jubilare aus der Gemeinschaft der Steyler Missionare vor. Heute hat unseren Fragebogen Pater Ewald Dinter beantwortet. Der Philippinen-Missionar feiert in diesem Jahr sein Goldenes Priesterjubiläum.

Pater Ewald Dinter SVD
Pater Ewald Dinter SVD

Wie und wann sind Sie mit dem Orden der Steyler Missionare in Kontakt gekommen?
Schon mein Großvater war ein Förderer der Steyler Missionare und hatte den Kleinen Herz-Jesu-Boten abonniert. Die Steyler waren also irgendwie schon immer Teil unserer Familie. So habe ich sie und ihre Arbeit kennengelernt.

Wann und wo haben Sie Ihre Ewigen Gelübde abgelegt?

Am 1. Mai 1965 in Sankt Augustin.

Was begeistert Sie an Ihrer Arbeit?
Seit dem Studium fasziniert mich die Anthropologie. Mein Traum war immer, diesen kulturellen Ansatz in den Mittelpunkt meiner missionarischen Arbeit zu stellen. Ich freue mich, dass er in Erfüllung gegangen ist. Drei Tage bevor ich vor dreißig Jahren auf den Philippinen in die Berge zog, hat der gute Gott mir ein Gedicht von Max Alexander C. Warren in die Hände gespielt. Übersetzt lautet es in etwa: „Wenn du zu einem anderen Volk kommst, zu einer anderen Kultur, zu einer anderen Religion, dann ziehe deine Schuhe aus, denn das Land, das du betrittst ist heilig. Es könnte sein, dass du sonst auf die Träume anderer Menschen trittst. Aber noch schlimmer wäre es, wenn du vergisst, dass Gott da war, bevor du überhaupt angekommen bist.“ Diese Zeilen habe ich mir für meine Arbeit mit den Mangyanen, den Ureinwohnern der Insel Mindoro, zu Herzen genommen. Die Mangyanen sind ein sehr friedliebendes, tolerantes Naturvolk, dessen Angehörige jedoch wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden.

An welche Ordensjahre erinnern Sie sich besonders gerne?

Am glücklichsten war und bin ich bei den Mangyanen. Der Einsatz für dieses Volk auf der philippinischen Insel Mindoro ist einfach meine Berufung.

Wie haben sich Ihre Lebens- und Arbeitsumstände über die Jahre verändert?

Anfänglich bin ich bei den Mangyanen an viele Mauern gestoßen. Ich habe mich lange gedulden müssen, bis sie Vertrauen zu mir gefunden hatten. Eines Tages bei einem Fest kamen zwei alte Mangyanen zu mir und sagten: „Wir haben dich beobachtet, Tag und Nacht. Und uns ist aufgefallen: Du hast keine einzige negative Bemerkung über unsere Kultur gemacht. Deshalb haben wir uns entschieden, dass du jetzt alles wissen darfst. Wir nehmen dich auf.“ Das war einer der schönsten Momente meines Lebens.

Ihre größte Stärke?

Ich glaube, ich kann von mir selbst sagen, dass ich ein vertrauenswürdiger Mensch bin.

Ihr größte Schwäche?
Ich sage zu schnell „Ja“ und überarbeite mich dann.

Wie entspannen Sie nach getaner Arbeit?

Kaum. Es geht immer weiter. Ab und an lese ich ein Buch oder höre klassische Musik. Aber ich bin ja oft viel unterwegs und manchmal weiß ich nicht einmal, wo ich abends schlafe. Die Mangyanen weisen mir dann einen Platz in ihren Bambushütten zu.

Welches Buch liegt bei Ihnen auf dem Nachttisch?
Ich hab keinen Nachttisch. (lacht) Trotzdem lese ich aktuell im Urlaub Goethes Faust.

Welche biblische Gestalten fasziniert Sie?

Abraham. Und die Emmausjünger faszinieren mich auch.

Welches Kirchenlied singen Sie gerne?
Die pentatonischen Gesänge der Mangyanen. Und Taizé-Lieder mag ich auch sehr gerne. Einige davon habe ich auch schon in die einheimischen Sprachen übertragen lassen. Das Taizé-Halleluja gibt es also auch in den Bergen von Mindoro.

Mit wem würden Sie gerne mal zu Abend essen?

Vielleicht mit einem alten griechischen Philosophen.

Auf welche drei Dinge möchten Sie nicht verzichten?
Man kann mit sehr wenig auskommen, was man wirklich braucht. Vielleicht: Die Bibel. Etwas Musik, zum Beispiel Bach. Und das Mangyanen-Kreuz, das ich um den Hals trage. Daran finde ich schön, dass nicht den gequälten, sondern den auferstandenen Christus zeigt.

Wem würden Sie gerne mal die Meinung sagen?

Meine Meinung sage ich ohnehin. Auch unserem Bischof.

Was macht Ihnen Angst?
Oberflächlichkeit. Ich wünsche mir, dass künftige Generationen von Steyler Missionaren nie das Charisma des Ordensgründers aus den Augen verlieren.

Was stimmt Sie zuversichtlich?

Dass das Reich Gottes kommen wird.

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Melanie Pies-Kalkum

Medienredaktion
+49 (0) 2241 / 2576-438
presse@steyler-mission.de

 

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