Argentinien

Im Einsatz für die Ausgestoßenen

25.09.2017

Zu Besuch in Sankt Augustin berichten die beiden Steyler Missionare Bruder Hugo Castro SVD und Pater Juan Rajimon SVD von ihrer Arbeit in der argentinischen Provinz Misiones. Dort sind sie Mitarbeiter einer Stiftung, die sich mit vielen verschiedenen Projekten um ausgestoßene und hilflose Menschen kümmert.

Die Stiftung „Fundación Hogares Guillermo Hayes“ betreibt drei Heime, in denen 63 Menschen ein neues Zuhause gefunden haben. Das eine Heim, „Hogar Santa Teresa“, beherbergt motorisch und geistig Behinderte, die von ihren Familien verlassen wurden. Hier bekommen sie Aufmerksamkeit, Fürsorge und den Mut zugesprochen, ihr Leben aus eigener Kraft zu gestalten. „Im 'Hogar Virgen de Luján' hingegen wohnen vor allem alte und schwache Menschen, die entweder von der Natur oder von ihren Familien vertrieben wurden“, erklärt P. Juan. „Viele finden hier auch ihre letzte Ruhe." Das dritte Heim, das „Hogar Espíritu Santo“, beherbergt vor allem psychisch und geistig behinderte Menschen, die es zurzeit in der argentinischen Gesellschaft am schwersten haben.

Während P. Juan Rajimon über die Arbeit der Missionare berichtet, zeigt Br. Hugo einige Fotos und Videos, die zum Teil auch auf der Homepage der Stiftung zu sehen sind. „Zusätzlich haben wir einen Park angelegt“, berichtet P. Juan. „Dieser ist allerdings nicht nur zum Spazierengehen, sondern auch zum Trainieren. Mit verschiedenen Geräten können unsere Heimbewohner hier ihre körperlichen Fähigkeiten verbessern und bleiben fit.“ Da der Park auch für die restliche Bevölkerung zugänglich ist, ist er außerdem ein wichtiger Ort der Begegnung und des friedlichen Zusammenlebens von unterschiedlichsten Menschen.

P. Juan Rajimon SVD und Br. Hugo Castro SVD v.l. (Foto: SVD)zoom
P. Juan Rajimon SVD und Br. Hugo Castro SVD v.l. (Foto: SVD)

P. Juan erzählt: „Viele Einheimische haben ein Problem mit beeinträchtigten Menschen. Sie sehen sie als Strafe von Gott.“ Hier leistet die Hayes Stiftung Aufklärungsarbeit. Die Familien sollen lernen und erkennen, dass ihre behinderten Kinder ein wunderbares Geschenk Gottes sind und keinesfalls eine Strafe. Im besten Falle werden die Kinder nach einem kurzen Heimaufenthalt dann auch wieder in ihre Familien mit eingegliedert.

Ein weiteres Projekt, das die Stiftung angestoßen hat, ist die Pferdetherapie. Die Argentinienmissionare berichten: „Hierbei geht es darum die Sinne der Heimbewohner zu stimulieren und empfindsamer zu machen. Dazu stehen im Therapiezentrum fünf unterschiedliche Pferde zur Verfügung.“ Vor allem Kinder lernen hier mit Tieren umzugehen und ihre Gefühle zu zeigen. Außerdem wird eine Vertrauensbasis zwischen Mensch und Pferd geschaffen, die sich auch positiv auf das Vertrauen in andere Menschen auswirkt.

Um noch mehr Menschen helfen zu können, will die Guillermo Hayes Stiftung sobald wie möglich noch ein viertes Heim errichten. Aus diesem Grund sind Br. Hugo und P. Juan nach Sankt Augustin gekommen. Im Projektreferat der Steyler Mission wollen sie sich nach möglichen Finanzierungshilfen erkundigen.


Weitere Informationen über die „Fundación Hogares Guillermo Hayes“ finden sie auf der Homepage der Stiftung.

Miriam Heppekausen
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