Deutschland

Aufeinander zugehen, voneinander lernen

30.10.2017

Es ist Freitagabend. Jugendliche und junge Erwachsene sind auf den Straßen und machen sich auf den Weg in Restaurants, Bars oder Clubs. Wahrscheinlich wäre die 21-jährige Jacqueline eine von ihnen. Dieses Wochenende aber verbringt sie im Kloster.

Teilnehmer des fünften Steyler Jugendtreffs. (Foto: SVD)
Teilnehmer des fünften Steyler Jugendtreffs. (Foto: SVD)

Rund um das Gebäude ist es stockdunkel. Doch drinnen herrscht ein reger Trubel. Aus ganz NRW und sogar aus Baden-Württemberg sind Jugendliche und junge Erwachsene nach Sankt Augustin in das Kloster der Steyler Missionare gekommen, um an diesem Wochenende das fünfte Steyler Jugendtreffen zu begehen. Jaqueline ist das erste Mal hier: „Meine Cousine war schon öfters dabei und hat immer so geschwärmt. Sie wollte mich unbedingt mitnehmen. Also habe ich dieses Jahr einfach mal zugesagt“, lacht die 21-jährige.

Jacqueline nimmt zum ersten Mal am Steyler Jugendtreff teil. (Foto: Melanie Pies-Kalkum/SVD)
Jacqueline nimmt zum ersten Mal am Steyler Jugendtreff teil. (Foto: Melanie Pies-Kalkum/SVD)

Nachdem die Zimmer bezogen und das Abendessen eingenommen sind, geht es los mit der Eröffnung. 45 Teilnehmer sind in diesem Jahr gekommen. Ihre Heimat ist Deutschland, geboren sind aber viele von ihnen woanders. Einige in Ghana, andere in Indien, einer in Frankreich. Mit einem gemeinsamen Taizé-Gebet endet der erste Abend. Jacqueline ist begeistert: „So etwas Schönes habe ich noch nie erlebt. Es ist das Zusammenbringen von Kirche und Alltag. Ganz toll.“ Die angehende Krankenschwester ist Ministrantin und der Kirche verbunden: „Und trotzdem geht man mit Vorurteilen ins Kloster“, gibt sie zu. „Ich dachte, das wäre hier alles so abgeschottet und distanziert. Und alle würden rund um die Uhr beten“, erzählt sie. Aber sie wurde vom Gegenteil überzeugt: „Die Offenheit der Menschen hat mich direkt am ersten Abend beeindruckt.“

Die Teilnehmer kommen aus internationalen Gemeinden in Deutschland. (Foto: SVD)
Die Teilnehmer kommen aus internationalen Gemeinden in Deutschland. (Foto: SVD)

Im Mittelpunkt des Wochenendes steht die Begegnung der Kulturen. „Die Jugendlichen kommen aus internationalen Gemeinden und wir wollen hier zusammen lernen, wie andere Kulturen leben“, erklärt der Koordinator des Jugendtreffs, Pater Joseph Frimpong SVD. Daher auch das Motto: ‚Über den Tellerrand schauen‘. „In unserer Gesellschaft begegnen sich überall verschiedene Kulturen“, so P. Frimpong. „Der Umgang damit ist unsere Mission als Steyler. Deshalb ist es uns besonders wichtig, unsere Werte und Charismen und natürlich auch unsere Erfahrungen als Missionare mit anderen Kulturen der Jugend zu vermitteln.“

Die Teilnehmer des Jugendtreffs lernen in Rollenspielen, wie sich unterschiedliche Kulturen begrüßen. (Foto: Melanie Pies-Kalkum/SVD)
Die Teilnehmer des Jugendtreffs lernen in Rollenspielen, wie sich unterschiedliche Kulturen begrüßen. (Foto: Melanie Pies-Kalkum/SVD)

Dazu gibt es am nächsten Tag verschiedene Workshops. Sie alle kreisen um das Thema „Interkulturelle Begegnung und Kommunikation“. Hinterher ist die in Ghana geborene Ann aus Düsseldorf begeistert: „Das hat so Spaß gemacht. Wir haben unsere Gruppe im Workshop für ein Rollenspiel geteilt. Die eine Hälfte war eine deutsche Schulklasse, die andere die sogenannten ‚Handianer‘. Es war so interessant zu sehen, wir diese zwei unterschiedlichen Kulturen kommuniziert haben“, erzählt Ann. Sie ist schon das zweite Mal hier. Für sie besonders wichtig: „Wir sind alle gleich und müssen einander beistehen und helfen!“ Das findet auch die 15-jährige Nadine aus Indien: „Überall sollte es so sein wie hier: Egal welche Hautfarbe oder Nationalität wir haben – wir kommen hierhin zum Jugendtreffen, sehen uns an und verstehen uns. Das bedeutet Mission für mich.“

Mit einem feierlichen Gottesdienst am Sonntagmorgen endet der diesjährige Jugendtreff. Und bereichert fahren die Teilnehmer nach Hause. Im nächsten Jahr will Jacqueline wiederkommen. Was sie bis dahin mitnimmt: „Wir alle können voneinander lernen, wenn wir nur offen aufeinander zugehen und gemeinsam unser Zusammenleben gestalten!"

"Über den Tellerrand schauen" war das Motto des fünften Steyler Jugendtreffs. (Foto: SVD)
"Über den Tellerrand schauen" war das Motto des fünften Steyler Jugendtreffs. (Foto: SVD)
Melanie Pies-Kalkum
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Melanie Pies-Kalkum

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