Taifunopfer brauchen Hilfe

14.12.2012

Philippinen - Nachdem der verheerende Taifun „Bopha“ mit Windgeschwindigkeiten von 200 Kilometern pro Stunde über die philippinische Insel Mindanao hinweggezogen ist, berichtet der Steyler Missionar Pater Reiner Franke SVD von chaotischen Zuständen vor Ort.

Taifun-Schäden an der Ostküste Mindanaos. Foto: picture alliance 
Taifun-Schäden an der Ostküste Mindanaos. Foto: picture alliance

„Ganze Ortschaften an der Ostküste und in der Nachbarprovinz wurden von Wirbelstürmen dem Erdboden gleich gemacht“, so Pater Franke, der selbst im rund 140 Kilometer entfernten Davao City lebt und arbeitet. „Kleine, sonst harmlose Bäche wurden zu reißenden Schlammflüssen, die Häuser, Schulen und Straßen praktisch wegschoben und hunderte Menschen lebendig begraben haben.“

Die Bilder im Fernsehen hätten ihn an den Tsunami erinnert, der Japan im vergangenen Jahr heimgesucht habe. „Die Überlebenden haben praktisch alles verloren, die ganze Ernte ist vernichtet und es wird Jahre dauern, bis die Felder und Bananenplantagen wieder bepflanzt werden können. In meinen 32 Jahren in Davao habe ich noch nie etwas Ähnliches erlebt.“ Mehr als 310.000 Menschen sind nach dem Durchzug des Taifuns obdachlos geworden. Über 700 Tote wurden bislang geborgen, viele Menschen werden noch vermisst. Häuser und Felder im Wert von umgerechnet 134 Millionen Euro wurden beschädigt und verwüstet.

Pater Reiner Franke SVD 
Pater Reiner Franke SVD

Das Ausmaß der Katastrophe sei auch durch die illegale Abholzung der Wälder und die unkontrollierte Bergbautätigkeit auf Mindanao bestimmt worden. „Aber ich fürchte, dass die Regierung – wie so oft in der Vergangenheit – kaum die nötigen Konsequenzen aus dieser Katastrophe ziehen wird“, so der Steyler Missionar. „Das Gedächtnis der Menschen ist kurz, Bäume werden weiterhin gefällt werden, weil man das Holz gut verkaufen kann und die Suche nach Gold zu attraktiv ist, als dass man sich aus Gründen des Umweltschutzes daran hindern ließe.“

Die Regierung organisiere Hilfsaktionen, die Diözesen verteilten Nahrungsmittel, Kleidung und Materialien für den Hausbau, berichtet Pater Franke weiter. „Wir hier im Priesterseminar, wie überhaupt die Bewohner der Stadt Davao, haben kaum Schaden genommen, und so versuchen wir, im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen. Wir sammeln gebrauchte Kleidung gesammelt und haben Geld geschickt. Und ich habe beschlossen, die traditionelle Verteilung von Weihnachtspaketen an unsere armen Nachbarn dieses Jahr ausfallen zu lassen. Stattdessen werde ich Reis und Medikamente in die betroffenen Gebiete schicken, denn rund 480.000 Menschen in den betroffenen Gebieten haben buchstäblich nichts zu essen. Sie müssen schnell mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Notunterkünften versorgt werden.“

Markus Frädrich

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