Südsudan

Steyler beginnen Missionsarbeit in Yei

06.02.2012

Die Steyler Missionare wirken ab Anfang April auch im Südsudan. Drei Missionare sind mit der Aufgabe betraut worden, in der zur Diözese Yei gehörenden Stadt Lainya eine missionarische Präsenz aufzubauen.

Einer der SVD-Pioniere im Südsudan: Pater Bernard Ilunga wa Ilunga

Die Steyler Missionare wirken ab Anfang April auch im Südsudan. Drei Missionare sind mit der Aufgabe betraut worden, in der zur Diözese Yei gehörenden Stadt Lainya eine missionarische Präsenz aufzubauen: Pater Francis Joseph Naduviledathu aus Indien, Pater Bernard Ilunga wa Ilunga aus dem Kongo (Bild) und Pater Vinsenius Knaofmone aus Indonesien. SVD-Generalsuperior Antonio M. Pernia bat den Bischof der Diözese Yei, Erkolano Lodu Tombe, eine Unterbringung und Grundausstattung für das Missionsteam bereitzustellen.

Der Südsudan im Überblick: Eine Karte des Southern Sudan Centre for Censuszoom

Der Südsudan ist der jüngste Staat Afrikas und das 15. afrikanische Land, in dem die Steyler Missionare wirken. Im September 2010 kamen die Steyler Missionsschwestern bereits in die Diözese Yei, die im äußersten Süden des Landes liegt, in der 200.000 Menschen leben und die an die Demokratische Republik Kongo und Uganda grenzt. Sieben Pfarreien verteilten sich in der 1986 gegründeten Diözese auf rund 46.000 Quadratkilometern – eine Fläche in etwa so groß wie Niedersachsen. Immer wieder kommt es in dieser Grenzregion zu Übergriffen durch marodierende Bewaffnete der ugandischen Lord's Resistance Army. Infolge des langen Krieges sind im Südsudan Armut und Hunger unter der Bevölkerung verbreitet. Die Landwirtschaft, insbesondere Viehzucht und Hirseanbau, wurde in Mitleidenschaft gezogen und die Versorgung der Flüchtlinge, die aus Nachbarländern und anderen Landesteilen zurückkehren, stellt ein Problem dar. Viele Siedlungen und Dörfer sind im Krieg zerstört worden, ebenso die Kirchen.

Bilder einer Grundschule im Südsudan. Nur 37 Prozent der Bevölkerung über sechs Jahren im Südsudan haben eine Schule besucht.zoom
Bilder einer Grundschule im Südsudan. Nur 37 Prozent der Bevölkerung über sechs Jahren im Südsudan haben eine Schule besucht.

Auch nach dem Krieg kommt es im Südsudan immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen. So kam es etwa Anfang Januar in Pibor, einem Dorf in der Unruheprovinz Jonglei, zu heftigen Kämpfen zwischen Angehörigen der ethnischen Gruppen Lou Nuer und Murle. Rund 6.000 bewaffnete junge Männer vom Stamm der Lou Nuer drangen in das Dorf der Murle ein, brannten Hütten nieder und plünderten ein Krankenhaus der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Nach örtlichen Behördenangaben kamen mehr als 3.000 Menschen ums Leben, darunter fast 2.200 Frauen und Kinder.

Markus Frädrich

Ein Fernsehbeitrag zu den Unabhängigkeitsfeierlichkeiten im Südsudan:

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Markus Frädrich

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