Blutige Unruhen in der Hauptstadt – SVD-Pfarrei in Lainya bislang nicht betroffen

19.12.2013

Südsudan - Schwere Kämpfe erschüttern zurzeit den Südsudan: Soldaten, die Präsident Salva Kiir gegenüber loyal sind, gehen gegen Truppen vor, die dessen ehemaligen Kampfgefährten und jetzigen Oppositionsführer Riek Machar unterstützen. Mehrere hundert Menschen sollen in den vergangenen Tagen ums Leben gekommen sein, weitere 300 werden nach Angaben des Roten Kreuzes in Krankenhäusern behandelt. Die Steyler Missionare, die sich seit dem vergangenen Jahr im jüngsten Staat der Erde engagieren, verfolgen die Unruhen mit Besorgnis etwa 100 Kilometer von der Hauptstadt Juba entfernt.

Pater Bernard Ilunga wa Ilunga SVD
Pater Bernard Ilunga wa Ilunga SVD

„Hier in Lainya ist die Lage noch ruhig, obwohl sie angespannte Situation ein wenig die Vorbereitungen unserer Gottesdienste zu Weihnachten und zum Jahresabschluss überschattet“, berichtet Pater Bernard Ilunga wa Ilunga nach Deutschland. „Wir können immer noch ohne Probleme durch die Straßen gehen, es gibt keine Ausgangssperre.“ Täglich erkundige er sich allerdings bei den Behörden nach der aktuellen Sicherheitslage. „Wir fühlen uns zwar einigermaßen beschützt, stellen aber besorgt fest, dass kein Fahrzeug Lainya in Richtung Hauptstadt verlässt oder uns aus Richtung Juba erreicht.“ Die Versorgung der Missionare sei noch für einige Zeit gesichert: „Wir haben immer noch genug Suppe im Kessel und bereichern sie mit Gemüse aus dem Garten“, schreibt Pater Bernard Ilunga wa Ilunga. „Wie gewohnt versammeln wir uns morgens mit den fünf bis sieben Christen vor Ort zur heiligen Messe.“

Wegen der Ausweitung der schweren Unruhen im Südsudan bringen inzwischen immer mehr westliche Länder ihre Bürger in Sicherheit. Experten warnen vor einem neuen Bürgerkrieg in dem Land, das sich erst 2011 vom nördlichen Nachbarn Sudan abgespalten hatte.

Markus Frädrich