Steyler Erzbischof setzt sich für Aufklärung von Chemie-Unfall ein

09.12.2015

Indien - Der Steyler Missionar und Erzbischof von Bhopal Leo Cornelio setzt sich für eine umfassende Studie zu den gesundheitlichen Auswirkungen des Chemieunfalls in der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Madhya Pradesh vor mehr als 30 Jahren ein.

Erzbischof Leo Cornelio SVD 
Erzbischof Leo Cornelio SVD

Es brauche eine Lösung der gesundheitlichen Probleme, denen die Überlebenden der Gas-Katastrophe bis heute ausgesetzt seien, zitieren der asiatische katholische Pressedienst Ucanews und die KNA den Missionar anlässlich des 31. Jahrestages des Chemieunfalls.

„Die Überlebenden leiden unter Krankheiten sowie unter körperlichen und geistigen Behinderungen, aber keiner kennt die genauen Ursachen", beklagte der Erzbischof. Dieselben gesundheitlichen Probleme träten sogar noch bei Enkeln der Überlebenden auf.

Im Dezember 1984 waren in einer Chemiefabrik von Union Carbide in Bhopal mehrere Tonnen hochgiftiger Gase ausgetreten. Ein Riesentank mit ätzendem Methylisocyanat war außer Kontrolle geraten: 27 Tonnen der Substanz legten sich als Giftwolke über die Stadt. Mehr als 5.000 Menschen starben, 500.000 wurden verletzt. Aktivisten in Bhopal demonstrieren jedes Jahr am 3. Dezember vor dem Tor der ehemaligen Fabrik.

Markus Frädrich