„Das Projekt soll so weitergehen“

23.06.2017

Ungarn - Nun sind sie zurück: Drei Tage lang haben Missionssekretär P. Joseph Xavier Alangaram SVD, Junior-Projektreferentin Jennifer Anglewitz und Medienredakteurin der Steyler Mission Melanie Pies das Sozialprojekt für Roma-Familien im ungarischen Köröm besucht.

„Ich habe einen sehr positiven Eindruck.“ Am Ende der Ungarn-Reise zieht Missionssekretär Pater Joseph Xavier Alangaram SVD Bilanz: „Das Projekt muss so weitergehen“, ist er überzeugt. In dieser Woche konnte er sich selbst ein Bild von der Arbeit der Steyler Missionare im Osten Ungarns machen.

In dem kleinen Dorf Köröm wohnen 80 Prozent Roma-Familien; 20 Prozent sind Ungarn. Hier stellen die Roma die Mehrheit dar, aber in Ungarn selbst sind sie eine Minderheit. Pater Lourdu Raju Chavvakula SVD unterstützt die Roma-Familien in Köröm. Die historisch gewachsene Minderheit leidet unter Armut und Arbeitslosigkeit. Vorurteile ihnen gegenüber führen dazu, dass ihre Umgebung sie nicht akzeptiert. Ungarische Familien ziehen ihretwegen immer noch aus Köröm fort. Daraus folgen oft Minderwertigkeitsgefühle bei den Roma, die beispielsweise in Drogenmissbrauch enden. Mädchen bekommen sehr früh Kinder, womit ihre Zukunftsperspektive fixiert ist.

P. Lourdu will mit seinem Projekt diesen Teufelskreis überwinden. Er bietet den Roma einen Ort der Geborgenheit, an dem sie zum ersten Mal Gemeinschaft und Solidarität erleben können. Zusammen mit P. Frantisek Juhos SVD fördert die Schulbildung der Kinder und die Erhaltung der Kultur und Tradition der Roma. „Das Projekt zeigt, dass wir weiter Wege finden müssen, die Arbeit der Steyler Missionare in Ost-Europa zu unterstützen“, so der Missionssekretär.

P. Lourdu zusammen mit einer Roma-Familie in einem ihrer zwei Zimmer. Die Familie hat sechs Kinder - bald kommt das siebte. Der Vater geht einer kleinen Tätigkeit nach. (Foto: SVD)
P. Lourdu zusammen mit einer Roma-Familie in einem ihrer zwei Zimmer. Die Familie hat sechs Kinder - bald kommt das siebte. Der Vater geht einer kleinen Tätigkeit nach. (Foto: SVD)
Melanie Pies