„Ein Gesicht und ein Herz“

09.09.2017

Diese Abwandlung eines bekannten Steyler Mottos führte Pater Peter Dusicka SVD anlässlich des Steyler Familienfestes in seiner Predigt beim Festgottesdienst aus.

Da in St. Gabriel wegen des laufenden Umbaus noch keine größeren Veranstaltungen abgehalten werden können, luden die Schwestern wieder zum Familienfest nach St. Koloman ein.

Pater Dusicka begann seine Predigt mit der Vorstellung zweier Gesichter. Er ging zunächst vom Leben des Tagesheiligen, des Hl. Petrus Claver aus, der als Missionar in Kolumbien als Sklave der Sklaven den Ärmsten diente. Er versorgte die aus Afrika herbeigebrachten Sklaven nicht nur mit dem Nötigsten fürs Überleben, sondern setzte sich auch für ihren Sprachunterricht ein und unterwies sie im christlichen Glauben. Sein Leben sei für uns inspirierend fügte Pater Dusicka aus, denn er hatte ein mit Liebe für die Ärmsten erfülltes Herz.
Er verwies darauf, dass die Sklaverei zwar offiziell abgeschafft sei, aber dennoch ca. 12 Millionen Menschen als Sklaven leben müssen und da vor allem Kinder, unter anderem auch als Soldaten oder in der Prostitution.
Als zweites Gesicht stellte er das einer alten Frau vor, die unerkannt am Strand Glasscherben einsammelte, damit sich die Kinder beim Baden nicht weh taten. In ähnlicher Weise beschrieb er den Dienst der alten Mitschwestern und Mitbrüder im Gebetsapostolat. Diese können nichts Großes vollbringen, tun aber ihren Dienst mit einem mit großer Liebe erfülltem Herzen.
Darin zeigt sich das Gesicht Jesu, sowohl in denjenigen, die die Nöte anderer sehen, wie zum Beispiel die Missionare und Missionarinnen, aber auch in den Opfern und denen, die nackt, arm, krank und am Rande sind.
Das eine Gesicht ist in vielen Gesichtern der Menschen und er schloss mit dem allen Mitfeiernden vertrauten Gebet: „…und das Herz Jesu lebe in den Herzen der Menschen“.

Nach dem Festmahl und einer Gelegenheit, den warmen Tag im schönen Garten zu genießen, stellte Sr. Hemma Jaschke, die Leiterin der Provinz, die Arbeit der kleinen internationalen Gruppe von Steyler Schwerstern bei den Flüchtlingen in Athen vor. Dort wirkt seit Mai Sr. Ada Lick aus Österreich mit drei Schwestern in Zusammenarbeit mit dem Jesuit Refugee Service. Sie sehen ihren Dienst vor allem als da sein mit den Menschen in Not und werden von diesen, wie auch von den Jesuiten und ihren vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern sehr geschätzt.

Das anschließende Beisammensein bei Kaffee und Kuchen gab wieder Gelegenheiten zum Gespräch. Schließlich klang der gelungene gemeinsame Tag mit einer Dankandacht in der Kapelle aus, nicht ohne die Zuversicht, dass ein nächstes Familienfest in St. Gabriel stattfinden kann.

F. Pilz SVD