Vatikan sagte Ja…

24.01.2017

Der Verein der Freunde der Steyler Missionare lud am 15. Januar zum traditionellen Arnold-Janssen-Tag in die Marienburg in Thal ein. Dabei wurde bekannt, dass der Vatikan als letzte Instanz Ja zum Verkauf der Marienburg gesagt hat

Trotz Schnee und Eis kamen über 80 Mitglieder des Freundeskreises zum diesjährigen Vereinstreffen, das jeweils an einem Sonntag um oder (wie heuer) am 15. Januar, dem Fest des Heiligen Pater Arnold Janssen, stattfindet. Neu war in diesem Jahr: Mittagessen, Orientierungen und Filmvorführung fanden im Pfarreiheim in Thal statt. Grund: Der Saal in der Marienburg war besetzt. Der Trägerverein Integrationsprojekte St. Gallen (TISG), der in den ehemaligen Internatsgebäuden 60 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut und schult, benötigte den Saal für Mittagessen und Tagesgestaltung. Die Eucharistiefeier, Apéro und  der Ausklang im Burgkeller erfolgten - wie gewohnt - in den Gemäuern der Marienburg. Für die passende Verbindung sorgte ein Shuttlebus.

Internationalität

Pater Franz Helm, Vizeprovinzial der Mitteleuropäischen Provinz, betonte in seiner Festpredigt die Internationalität der Steyler Missionare. Das Miteinander sei für Pater Arnold, dem Ordensgründer der Steyler Missionare, schon in den ersten Jahren ganz wichtig gewesen. Er habe immer Unmögliches versucht, um Neues entstehen zu lassen. „Ein Miteinander verschiedener Nationalitäten, aber auch Religionen ist möglich“, meinte Pater Franz. Arnold Janssen habe dies bewiesen. In diesem Sinne sei sein Wirken für uns noch heute beispielhaft.

Nach dem feinen Mittagessen berichtete Kantonsrat Felix Bischofberger, Präsident des Vereins, kurz über einige Neuerungen, Entwicklungen und Beschlüsse aus dem Vorstand.

·        Neu wirken im Vorstand mit - vorläufig als Gäste: Karin Herzog, Mitarbeiterin auf dem Pfarreisekretariat in Thal, Simon Sigg, religionspädagogischer Mitarbeiter in der Pfarrei Gossau, sowie Xaver Schorno, ehemaliger Redaktor der stadtgottes. Offiziell werden sie an der Hauptversammlung im Januar 2018 zur Wahl vorgeschlagen.

·        Der Verein hat jetzt auch eine Homepage (www.steyler.eu/svd/ch/freundeskreis) und ist auf Facebook (www.facebook.com/steylerfreundeskreisschweiz) vertreten.

·        Ebenfalls ins vergangene Vereinsjahr fällt die Einführung des Steyler Spezials. Der Erlös dieser Bieraktion geht vollumfänglich in die Projektarbeit der Steyler Missionare. Die Spezli können in der Marienburg (Telefon 071 886 18 50) oder bei Post & Services Altenrhein (Telefon 071 855 19 47) bezogen werden.

·        Mit einem Newsletter will das Generalat in Rom die verschiedenen Freundeskreise weltweit einander näherbringen. Er erscheint vierteljährlich in Englisch und Spanisch. Im Oktober ist in Nemi bei Rom ein Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern der Freundeskreise vorgesehen. Philipp Hautle, Vizepräsident des Vereins, vertritt die Schweiz.

Felix Bischofberger konnte zudem drei interessante Gäste begrüssen. Es waren dies, neben Festprediger Pater Franz Helm aus Österreich, Pater Matthias Helms, der in Steinhausen im Bereich Fundraising  und Marketing mitarbeitet, sowie Pater Albert Fuchs, Provinzial der Steyler Missionare in Kenia und Tansania. Er steht 45 Mitbrüdern aus 19 Nationen vor. Hunger und Terrorismus, so Pater Albert, prägten die tägliche Arbeit. „Wir sind als Christen gefordert.“ Er bat alle, das eigene Konsumverhalten immer wieder zu überdenken, Solidarität mit den leidenden Menschen zu zeigen.

Schloss und Chalet

Über den Verkauf der Marienburg orientierte Pater Stephan Dähler, Provinzial der Mitteleuropäischen Provinz und Mitglied des Vereinsvorstandes. Gerade habe der Vatikan als letzte Instanz dem Verkauf der Marienburg an die Marienburg AG (Menzi-Muck-Gruppe) zugestimmt. Damit sei ein langwieriger Prozess abgeschlossen. Die Steyler Missionare bleiben vorläufig in der Marienburg. Der neue Besitzer hat mit ihnen und dem Trägerverein Integrationsprojekte St. Gallen einen befristeten Mietvertrag auf fünf Jahre abgeschlossen. Die Ordensgemeinschaft nutzt Schloss und Chalet. Die restlichen Gebäude stehen dem TISG zur Verfügung. Wie die Liegenschaft letztlich genutzt wird, ist zurzeit noch nicht bekannt.

Abschied und Aufbruch

Vor dem „Dessertzauber“ stand noch der Film „Abschied und Aufbruch“ von steyl medien auf dem Programm. Er zeigte auf eindrückliche Art und Weise den  Rückzug der Steyler Missionsschwestern aus der Schweiz, aber auch ihre ungebrochene  Hoffnung und Zuversicht für einen gelingenden Neubeginn in anderen Häusern in Deutschland. Die Missionsschwestern verliessen bekanntlich Ende August definitiv ihr Haus Maria Helena auf dem Areal in der Marienburg.

Xaver Schorno