P. Albin Strassmann: Abschied als Pfarreiseelsorger

23.02.2018

P. Albin Strassmann: Abschied als Pfarreiseelsorger

Acht Jahre lang hat P. Albin Strassmann in der Luzerner Pfarrei Ruswil als Seelsorger gewirkt: Gottesdienste gefeiert, Sakramente gespendet, Trauernde begleitet, Verstorbene beerdigt, Kinder getauft und im Gespräch offene Ohren und ein warmes Herz für die Anliegen der Menschen gehabt. Nun wurde er am 25. Februar 2018 verabschiedet.

«Du hast uns gelernt, Aufgaben ruhig und besonnen anzugehen, so wurde manch unmöglich erscheinende Idee zu einem eindrücklichen Erlebnis, theologisch fundiert und gleichwohl auf dem Boden der Realität. Intensiv hast Du die Versöhnungswege mitgestaltet und so das Sakrament der Versöhnung für viele zu einer neuen, heilsamen Erfahrung werden lassen.» – mit diesen und weiteren Komplimenten verabschiedet  Christof Hiller, Leiter von der Pfarrei St. Mauritius Ruswil, den Steyler P. Albin Strassmann, der 8 Jahre als  «mitarbeitender Priester mit Pfarreiverantwortung» in der Pfarreiseelsorge tätig war. Letzten Sonntag, 25. Februar, fand der offizielle Abschiedsgottesdienst statt. 

Pünktlich zu seiner offiziellen «Pensionierung» mit 65 Jahren gibt P. Albin dieses Amt nun also ab, um sich wieder vollständig auf sein Amt als Steyler Missionssekretär in Steinhausen zu konzentrieren. Zu seinem Abschied aus der Pfarrei haben wir P. Albin ein paar Fragen gestellt:

P. Albin Strassmann, Sie treten nach 8 Jahren Pfarreiarbeit nun als Priester aus dem Seelsorgeteam Ruswil zurück. Mit welchen Gefühlen? 

P. Albin: Der Grund für meinen Rücktritt ist die Gesundheit, die myotone Dystrophie macht mir mehr zu schaffen und es ist vernünftiger einen geordneten Abgang zu haben, als plötzlich auszufallen. Daher ist es einerseits eine Erleichterung, ich hoffe mehr Zeit für mich zu haben und diese auch gut nützen zu können. Andererseits gehe ich mit einem weinenden Auge, ich war gerne in Ruswil und die Seelsorge mit allem, was dazu gehört, und es hat mir viel Freude gemacht. Ich werde sie vermissen. Vor allem auch den direkten Kontakt zu den Menschen in Ruswil und ihren Sorgen, Nöten, Freuden und Festen.  

Was für Erinnerungen an diese Zeit nehmen Sie mit? 

P. Albin: Erinnerungen: einerseits an ein gutes Team, das sich gegenseitig gestützt und unterstützt hat, auch wenn es Wechsel gab. Eine Pfarreileitung, die einem eine grosse Freiheit liess, aber auch die Verantwortung für die Aufgaben übergab.  Ein kreatives gemeinsames Arbeiten, in dem viele Ideen im gemeinsamen Austausch gewachsen sind und positive schöne Ereignisse wurden.  Viele freiwillige Mitarbeitende, die sich sehr engagieren für die Kirche. Schöne gemeinsame Feiern in der Kirche. Aber auch einige Anlässe, in denen sich das Team in einem anderen Licht zeigte: z.B. die Pfarrhausbar am Schmutzigen Donnerstag, wo wir die Besucher bedienten, der Fasnachtswagen für Ruswil vor 4 Jahren, den wir gemeinsam gestalteten und am Umzug teilnahmen und schliesslich unseren Stand an der Gewerbeausstellung in Ruswil vom letzten Herbst, mitten unter dem Gewerbe, an dem wir Wasser in Wein "verwandelten" und es zu vielen guten Gesprächen kam.

Sie waren in diesen 8 Jahren gleichzeitig Leiter der Missionsprokur Schweiz und aktiver Pfarreiseelsorger. Haben Sie damit nicht eigentlich zwei 100-Prozent-Aufgaben nebeneinander wahrgenommen? 

Nein: In der Pfarrei Ruswil war ich offiziell zu 40 Stellenprozente angestellt. Da gab es schon noch Zeit für die Leitung der Missionsprokur. Zudem haben wir vor allem eine gute Mitarbeiterin mit Frau Ursula Villiger.  Sie, sowie Matthias Helms, erledigen ihre Aufgaben selbständig. Da muss vor allem koordiniert werden.  Natürlich gab es in bestimmten Zeiten etwas mehr zu tun. Vor allem wenn sich plötzlich Aufgaben überschnitten oder unvorhergesehenes dazwischen kam. 


Offiziell treten Sie in den Ruhestand, führen aber weiterhin die Missionsprokur. Nach Pension schaut das aber nicht aus, oder? 

Es schaut nicht nach "Nichtstun" aus. Aber ich hoffe, dass es etwas ruhiger zu und her gehen wird. Ich mich aber vor allem auf eine wichtige Aufgabe konzentrieren kann. Aber es ist ja schön zu erfahren, dass ich noch gebraucht werde und noch für etwas nützlich bin in der SVD.  Wie lange dies möglich ist, wird sich zeigen und hängt von meiner Gesundheit ab.  


Was sind Ihre Ziele für die Zukunft der Missionsprokur? 

Aktuell sind wir ja dabei eine neue Datenbank für die drei Missionsprokuren von Deutschland, Österreich und der Schweiz einzuführen. Da gibt es in diesem Jahr einiges zu tun. Das Ziel ist auch eine engere Zusammenarbeit der drei Missionsprokuren. Es geht aber auch darum, die Missionsprokur für die Zukunft auszustellen und neue Spender zu finden.  Institutionelles Fundraising haben wir geplant, aber auch eine gute Kommunikation mit unseren Spendern auf verschiedenen Kanälen. Dafür gibt es auch zwei Anstellungen mit Pater Matthias Helms SVD im Bereich Fundraising. Und mit Roger Tinner im Bereich Kommunikation zusammen mit dem Verlag  und der Provinz. Es geht aber auch um eine gute Zusammenarbeit der Steyler Institutionen in der Schweiz.

Interview: Roger Tinner