Alois Poncelet SVD (1933 – 2017)

27.12.2017

Plötzlich und unerwartet starb gestern unser Mitbruder Pater Alois Poncelet. Er wurde von einem Mitbruder tot in seinem Zimmer aufgefunden.

Alois wurde am 17.05.1933 als ältestes Kind der Eheleute Michael Poncelet und Katharina, geb. Schwarz, im saarländischen Felsberg (Kreis Saarlouis) geboren. Nach dem Besuch des Kindergartens wurde er an Ostern 1939 eingeschult. Schon einen Monat nach Kriegsbeginn musste die Familie nach Thüringen evakuiert werden. 1940 konnten sie wieder zurück in die Heimat, mussten allerdings ein zweites Mal im November 1944 aus ihrem Heimatort an der Grenze zu Frankreich flüchten. Im Juli 1945 konnten sie nun endgültig in die zerstörte Heimat zurückkehren. Von Sommer 1944 bis Herbst 1945 gab es kaum einen geordneten Schulunterricht. Ab Oktober 1945 besuchte er das Gymnasium in Saarlouis. Durch einen Besuch mit seinem Onkel Pater August Schwarz 1948 im Missionshaus lernte er dieses dort kennen und wechselte somit auf eigenen Wunsch 1948 in die Missionsschule St. Wendel. Durch eine schwere Lungentuberkulose bedingt, war es ihm erst im Sommer 1955 möglich, das Abitur abzulegen.

Im selben Jahr trat er in das Noviziat der Steyler Missionare im Missionspriesterseminar in Mödling bei Wien ein. Nach der Ablegung der Ersten Gelübde am 08.09.1957 begann er dort die Studien in Philosophie und zwei Jahre Theologie. Der Kurs von Alois kam durch die neue Studienordnung 1960 nach St. Augustin, um dort die theologischen Studien zu vollenden. Am 08.09.1961 legte er in St. Augustin die Ewige Profess ab und wurde im darauffolgenden Jahr am 07. April zum Priester geweiht. Sein Wunsch, in die Mission nach Übersee geschickt zu werden, erfüllte sich für ihn nicht. Seine Bestimmung lautete, für die Schulen der Süddeutschen Provinz die Fächer Mathematik und Physik zu studieren. Zunächst galt es jedoch, das pastorale Jahr in München zu absolvieren. Er wirkte in den Pfarreien St. Christoph und Herz-Jesu und studierte Pastorale Praxis in St. Pius. Er hatte sich schon für das Sommersemester 1963 an der Uni München immatrikuliert, als er kurzfristig den Auftrag bekam, für ein Jahr den Präfekten im Missionshaus St. Johann in Blönried zu vertreten. An Ostern 1964 ging er nun nicht mehr zurück nach München, sondern wechselte an das neu eröffnete Arnold-Janssen-Kolleg in Münster. Dort studierte er Mathematik und Physik. 1969 legte er das Erste Staatsexamen ab und nach vollendeter Referendarzeit auch das Zweite Staatsexamen.

Im Herbst 1971 schließlich kam er an das Arnold-Janssen-Gymnasium in St. Wendel und begann dort, Mathematik und Physik zu unterrichten. Im Sommer 1976 bat ihn der damalige Provinzial Pater Altmeyer doch am Studienkolleg St. Johann in Aulendorf-Blönried für ein paar Jahre auszuhelfen. Aus den „paar Jahren“ wurden 27 Jahre als Lehrer in St. Johann. Mit Vollendung des 70. Lebensjahres 2003 schied Alois aus dem Lehrdienst aus. Bis zur Auflösung der Niederlassung St. Johann blieb er jedoch im Missionshaus und widmete sich fortan dem pastoralen Aushilfsdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Auch während seines Urlaubes vertrat er während 35 Jahren immer vier bis fünf Wochen den Pfarrer in Wallis in der Schweiz. Im September 2013 wechselte er zusammen mit den anderen Mitbrüdern der Kommunität in das Wendelinusheim nach St. Wendel. Auch hier widmete er sich erneut pastoralen Aufgaben, vor allen Dingen übernahm er Beichthören und den regelmäßigen Sonntagsgottesdienst in der Einrichtung für behinderte Menschen in Habach.

Sein plötzlicher Tod bedeutet für die Kommunität von St. Wendel einen riesigen Verlust. Pater Poncelet war ein ausgesprochen bescheidener, liebenswürdiger und auch kameradschaftlicher Mitbruder. Gern war man mit ihm  zusammen. Wir danken Gott dem Herrn, dass wir P. Poncelet in unserer Missionsgesellschaft haben durften.

 

Den Auferstehungsgottesdienst für P. Poncelet feiern wir am Samstag, 30.12.2017, um 10.30 Uhr in der Kirche des Missionshauses in St. Wendel. Im Anschluss daran findet die Beisetzung auf unserem Klosterfriedhof statt.

 

St. Wendel, 27.12.2017

 

Stefan Theobald SVD
Leiter des Wendelinusheimes