Bernard Guhs SVD (1953–2017)

04.06.2017

Am 3. Juni verstarb Pater Bernard Guhs SVD in München. Das Requiem wird am Freitag, den 09. Juni um 19.00 Uhr in München-St. Hedwig gefeiert, der Auferstehungsgottesdienst und die Beerdigung finden am Freitag, den 16. Juni um 14.30 Uhr im Missionshaus St. Wendel statt.

Pater Bernard Guhs verstarb am 3. Juni 2017 in seiner Wohnung im Pfarrhaus der Gemeinde St. Hedwig in München. Er wurde am frühen Abend tot aufgefunden, als er nicht zur Feier einer hl. Messe erschien.


Pater Bernard Guhs SVD
(19.08.1953 – 03.06.2017)

Bernard Guhs wurde am 19. August 1953 in Zabrze-Mikulczyce in Oberschlesien in Polen als ältester Sohn der Eheleute Edmund und Margarethe Guhs geboren. Auf ihn folgten seine Schwester Johanna und sein Bruder Rudolf. Die Eltern und sein jüngerer Bruder sind in Bochum verstorben, wo heute noch seine Schwester lebt, mit der Bernard in sehr engem Kontakt stand.

Im Mai 1972 legte Bernard sein Abitur ab und leistete von 1972 bis 1974 seinen Militärdienst in Bartoszyce, einer besonderen Wehreinheit für Priesteramtskandidaten. Am 17.10.1974 trat Bernard in das Noviziat der Steyler Missionare in Pieniezno in Polen ein. Dort legte er seine ersten und ewigen Gelübde ab und wurde zum Diakon und zum Priester geweiht.


Anthropologie und Bolivien

Seine Erstbestimmung erhielt Bernard für das Anthropos Institut in Sankt Augustin (Mitglied von 1982 bis 2005), so dass er 1981 in die Norddeutsche Provinz versetzt wurde. Im Wintersemester 1981/82 nahm er an der Universität in Bonn sein Fachstudium in den Fächern Ethnologie, Amerikanistik und vergleichende Religionswissenschaft auf.

1974 bat er darum, seine Promotionsarbeit auf Grund eigener Feldforschungen in Bolivien auszuarbeiten. Er nennt dafür zwei Gründe: „(1) Bolivien ist ein junges Missionsgebiet unserer Gesellschaft im pastoralen und organisatorischen Aufbau; (2) Mein Interessenbereich ist die Quechua und Aymara sprechende Indianerbevölkerung.“

So wechselte er 1984 nach Bolivien und wurde 1990 von dort nach Mexiko versetzt, um an der „Universidad Ibero-Americana“ in Mexiko City zu promovieren. Bei einem Heimaturlaub in Deutschland (1995) kurz vor Abschluss seines Promotionsstudiums wurde ein Gehirntumor festgestellt, der alle Pläne zunichte machte.


Zurück in Deutschland

Zum Glück erholte er sich einigermaßen, so dass er dann ab 1996 in der Pastoral in Deutschland arbeitete. Von 1996 bis 2005 war Pater Guhs Pfarrer in Eberhardzell in Oberschwaben und Mitglied der Kommunität des Missionshauses St. Johann in Blönried.

Pater Devis Don Wadin, einer der Kapläne von Pater Guhs in Eberhardzell schreibt: „…Meine ersten drei Jahre als Kaplan verbrachte ich bei ihm. Wir lebten unter einem Dach im Pfarrhaus. Meine Erinnerung an ihn: er war ein gemütlicher Mensch, ein freundlicher Mitbruder und ein guter Seelsorger… Schon damals erkannte ich, dass der Mensch im Mittelpunkt meines Dienstes stehen muss. Dieses Erkennen verwandelt sich in meine Überzeugung, und ich bin noch nie davon enttäuscht worden.

Weil wir unter einem Dach lebten, sahen wir uns jeden Tag. Die Küche war unser Treffpunkt. Er kochte gern und rauchte seine Pfeife, liebte gutes Essen und guten Wein, liebte die kulturellen Angebote seiner damaligen Pfarrei in Eberhardzell. Ich erinnere mich an die vielen schönen Gottesdienste mit vielen Narren. Direkt nach der Kirche marschierten wir kostümiert in die Festhalle zum bunten Abend. Kirche und Kultur bildeten ein wunderbares Gebilde. Das war sein Verdienst... Ich bin dankbar für die gemeinsame Zeit mit ihm und für seinen freundlichen und respektvollen Umgang mit den Menschen in der Gemeinde und vor allem die Zeit, die er bei den Menschen verbrachte. Lieber Mitbruder, Gott schenke Dir Frieden.“

Seit dem 1. September 2005 war er Pfarrer der Pfarrei St. Hedwig in München; seit dem 01. Mai 2011 Pfarradministrator der Pfarrei St. Joachim in München. Am 21.11.2011 erhielt er den Auftrag zum Aufbau des Pfarrverbandes aus den Pfarreien München-St. Hedwig und München-St. Joachim. Am 19.12.2012 wurde er zum Pfarrer der Pfarrei München-St. Joachim und zum Pfarradministrator der Pfarrei München-St. Hedwig ernannt; bereits vorher war er mit dem Aufbau der Leitung des Pfarrverbandes Obersendling-Waldfriedhof beauftragt worden. In „dankbarer Anerkennung seines langjährigen seelsorgerlichen Wirkens in der Erzdiözese München und Freising …“ ernannte Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München und Freising, ihn am 16. April 2014 zu seinem Erzbischöflichen Geistlichen Rat.


Angeschlagene Gesundheit

Gesundheitlich ging es mit Bernard schon in den vergangenen Jahren auf und ab. Während der letzten Monate ließ seine Gesundheit nach. Untersuchungen, Krankenhausaufenthalte und ärztliche Besuche nahmen zu. Er wurde schwächer und es fiel ihm schwer zu gehen. Er selbst wollte das nicht gern zugeben und vergewisserte mir bei verschiedenen Gesprächen, dass es noch gehe…

Wenige Tage vor seinem Tod besuchte ich ihn in St. Hedwig, und wir unterhielten uns lange. Er konnte sich z. Zt. noch keine Versetzung vorstellen und wollte auch keinen zweiten Kaplan. Er meinte, dass er noch weiter wirken könne und dass er noch Kraft hätte. Beim letzten Distriktreffen am 30. Mai 2017, das in St. Matthias stattfand, war Bernard dabei. In der Runde erzählte er kurz, dass es gesundheitlich auf und ab gebe, aber im Großen und Ganzen ginge es ihm gut.

Leider war das nicht so, und am frühen Abend des 03. Juni, am Vorabend von Pfingsten, wurde er tot in seinem Zimmer gefunden.


Seelsorger mit Leib und Seele

Bernard war ein Seelsorger mit Leib und Seele. „Ich bin gern Priester und Steyler,“ sagte er neulich. Die Menschen lagen ihm am Herzen und er wollte seinen Dienst auch dann noch weiter tun, als er eigentlich schon zu schwach dafür war. Mit seiner Art hatte kam er bei den Menschen in seinen Gemeinden gut an und sie mochten ihm. Umso mehr haben sie sich um ihn in der letzten Zeit Sorge gemacht, weil sie gemerkt haben, dass es ihrem Pfarrer gesundheitlich nicht gut ging. Bernard war ein guter Mensch, dem die anderen wichtig waren. Voller Dankbarkeit ihm selbst und dem guten Gott gegenüber, von dem alles Leben kommt, schauen wir heute auf sein Leben, mit dem er so viele berührt hat.

Das Requiem für Pater Bernard Guhs feiern wir am Freitag, den 09. Juni um 19.00 Uhr in München-St. Hedwig.

Den Auferstehungsgottesdienst mit anschließender Beerdigung feiern wir am Freitag, den 16. Juni um 14.30 Uhr im Missionshaus St. Wendel (Missionshausstraße 50, 66606 St. Wendel).

 

Für die Steyler Missionare

 

P. Martin Üffing SVD                                                             
Provinzial Deutsche Provinz SVD


P. Vijay Kumar Tirkey SVD
Distriktoberer Distrikt München
Appenzeller Str. 2
81475 München


Zu seiner Vita.


Christian Tauchner SVD