Pater Josef Albert Krajewski SVD (1922-2017)

19.07.2017

Am 13. Juli 2017 verstarb der Argentinienmissionar Josef Albert Krajewski SVD in Posadas in Argentinien.

Pater Josef Albert Krajewski SVD

P. Josef wurde am 16. 11. 1922 als Sohn der Eheleute Paul Krajewski und Margarete, geb. Kuhn, in Heiligenhaus geboren - im Städtedreieck Düsseldorf-Essen-Wuppertal gelegen. Viele der Katholiken dieser Gegend sind einst zugewandert, um dort Arbeit zu finden. Wie seine 5 Geschwister, kam Josef mit 6 Jahren in die Schule, die nicht nur „katholisch“ hieß: „Die Lehrer hatten eine gute katholische Ausbildung und waren streng in jeder Hinsicht.“ 

Sein Onkel Joseph Krajewski war Steyler Missionar und brachte den jungen Josef 1933 an die Mosel zum Studium. Dieser Onkel musste sich später vor den Nazis nach Argentinien in Sicherheit bringen. 1935 ging der junge Josef auf eine Missionsschule der Steyler in St. Wendel. Noch vor dem Abitur wurde das Haus aufgelöst, so dass er bei einer Familie in der Stadt unterkam und von dort aus das Abitur machte. Dann kam der Reichs-Arbeitsdienst. Schon nach 3 Monaten begann die militärische Ausbildung in Bamberg. Danach wurde Josef Soldat in Nordafrika. Bei einem Angriff verlor er drei Finger. Da gespreizter Daumen und Zeigefinger wie eine Pistole aussahen, nannten die Jugendlichen in Argentinien ihn liebevoll „el Padre pistola“. Josef war überzeugt, dass ihm die Jungfrau von Fatima das Leben gerettet hatte und verehrte sie zeitlebens. Dankbar war er, dass er
in diesem Jahr 2017 das Fest der 100. Wiederkehr der Erscheinungen von Fatima erleben durfte. - Kaum genesen von seiner Kriegsverletzung kam er in amerikanische Gefangenschaft. Nach Entlassung und Genesung von TBC, so Josef, „stellte ich mir auch die Frage eines geistlichen Berufes. Ich wusste, dass für das Priestertum das kanonische
Hindernis meiner Kriegsverletzung bestünde. Davon konnte dispensiert werden.
“ So trat er 1949 ins Noviziat in St. Augustin ein und studierte danach Philosophie und Theologie.

1957 wurde er zum Priester geweiht und bekam im gleichen Jahr die Bestimmung für Argentinien-Ost. Hier verbrachte er sein ganzes Missionarsleben. Er erlebte die Entwicklung dreier Diözesen im großen Gebiet von Misiones. Er begann in der Pfarrei Albertus Magnus und arbeitete bis 1983 in den Pfarreien Christ-König, hl. Franz und
Rita und als Pfarrer in Albertus Magnus. Er legte viel Wert auf Katechese, förderte die Bewegungen Legio Mariae und Cursillo. Von 1983 bis 1990 war er Pfarrer in S. Francisco Puerto Piray. Hier arbeitete er mit der charismatischen Bewegung. 1991-1993 war er Pfarrer in S. Nicolás de Flue, Puerto Esperanza. In den letzten Jahren seines aktiven Lebens lebte er im Centro Biblico Eldorado, wo er auf Diözesanebene verantwortlich für
die Charismatische Bewegung war. 

Seit 2006 lebte Pater Josef im Seniorenhaus „Unserer Lieben Frau von Fátima“. Sein letzter Heimaturlaub war im Jahre 2004. Zu seinem Goldenen Priesterjubiläum im Jahre 2007 wagte er die lange Reise in die Heimat nicht mehr: „Wegen meines Alters fühle ich mich nicht mehr in der Lage, nochmals zu reisen, mit Ausnahme der letzten Reise, auf die ich mich vorbereite. Das wird sicher die Schönste sein! Ich nehme an, dass ich aus diesem Grunde nach Fátima versetzt wurde, um die Endzeit meines Lebens sozusagen im Wartesaal zu verbringen. Trotzdem bin ich noch im Einsatz. Die Pfarrei von Fátima ist sehr groß, mit vielen Kapellen. Vor 50 Jahren war rundum alles leer. Jetzt ist alles bevölkert, eine richtige Vorstadt von Posadas, ähnlich wie das mit St. Augustin war.“ 

In einem Nachruf seines Provinzials heißt es: „Padre José war ein Mann des Glaubens, der Freude und des Friedens. Er war ein großer Beter, voller Sorge und Mildtätigkeit für die Armen. Er war ein Gottesmann , der viel Gutes tat. Er säte Samen der Liebe und des Friedens. Unvergessen wird uns sein unvergleichbares, fast kindliches Lächeln bleiben.“ 

P. Josef wurde am Tag nach seinem Tod auf dem Friedhof der Steyler Missionare in Posadas beigesetzt. 

Wir Steyler Missionare danken ihm für seinen engagierten Dienst in Misiones. Die Entwicklung in drei Diözesen allein weist schon auf den Eifer der Missionare und ihrer Mitarbeiter hin.

Melanie Pies