Bruder August Ludwig Lewe SVD (1927–2017)

04.01.2017

Bruder August Ludwig Lewe SVD (1927–2017)

Bruder August Ludwig Lewe SVD verstarb am 4. Januar 2017 um 7.35 Uhr im Wendelinusheim in St. Wendel. Der Auferstehungsgottesdienst findet am 07. Januar um 10.30 Uhr in der Missionshauskirche statt.

Am 4. Januar 2017 verstarb um 7.35 Uhr im Wendelinusheim in St. Wendel unser lieber Mitbruder August Ludwig Lewe SVD. Die letzten Tage, als das kommende Ende absehbar war, holte ihn die Gemeinschaft aus dem Pflegeheim nach St. Wendel zurück, wo er im Kreis der Mitbrüder ganz friedlich heimging.


Kindheit und Lehrjahre

Am 25. Dezember 1927 wurde August Ludwig Lewe als zweitältestes von fünf Geschwistern in Recke (Diözese Münster) geboren. Seine Eltern waren der Bergmann Edmund Lewe und dessen Frau Anna, geb. Holthaus. 1934 wurde er in der Volksschule Recke eingeschult. Mit dem 14. Lebensjahr schloss er 1941 die Volksschule ab und begann eine Lehre als Maurer. Diesem Beruf blieb er ein Leben lang treu. Nach der Gesellenprüfung arbeitete er 14 Jahre lang als Maurergeselle bei der Firma Gustav Lewe in Recke.

Im Alter von 31 Jahren verspürte er den Ruf, Ordensmann und Missionar zu werden und bat so 1958 um Aufnahme ins Postulat der Steyler Missionare im Missionspriesterseminar St. Augustin. Damals benötigte er noch eine Dispens des Generalates zur Aufnahme, da er bereits das 30. Lebensjahr vollendet hatte. Diese wurde ihm sofort gewährt. Am 01.09.1959 wurde er in St. Augustin eingekleidet und erhielt den Ordensnamen „Bruder Edmund“. Nach dem Noviziat legte er am 08.09.1961 die Ersten Gelübde und nach weiteren sechs Jahren am 08.09.1967 die Ewigen Gelübde ab.


Arbeitsleben

Bruder Ludwig arbeitete ein ganzes Leben lang bis zu seinem Ruhestand als Maurer, Fliesenleger und Instandsetzer in Sankt Augustin. Im Missionspriesterseminar gibt es wohl kaum eine Mauer, die er nicht gezogen, verputzt oder ausgebessert hat. Manchmal hat er sie auch wieder einreißen müssen, weil Umbaupläne es erforderten. Kaum einer kennt oder kannte die Statik des Hauses wie er. Nachdem er in den Ruhestand getreten war, arbeitete Bruder Ludwig freiwillig auf dem Friedhof und renovierte dort praktisch alle Grabkreuze. 58 Jahre lang lebte und arbeitete Bruder Ludwig in Sankt Augustin.


Im Wendelinusheim in St. Wendel

In den letzten Jahren, bedingt durch manche Krankheiten, lebte Bruder Ludwig auf der Krankenabteilung in St. Augustin. Anfang 2016 bemerkte man bei ihm eine demenzielle Erkrankung und er verlor des Öfteren sein Zeitgefühl und die Orientierung. Daher übersiedelte er auf eigenen Wunsch am 01. Mai 2016 in das Wendelinusheim der Steyler Missionare nach St. Wendel.

Hier verschlechterte sich sein geistiger Zustand gravierend. Bruder Ludwig erkannte die Mitbrüder nicht mehr und fand sich auch in der neuen Umgebung nicht zurecht. Ständig wollte er „nach Hause“ und verließ unbeaufsichtigt das Missionshaus, wohin er dann nicht mehr zurückfand. In diesem Zustand war er eine Gefahr für sich selbst und auch für andere, da er oft mitten auf der Straße lief. Bei aller Fürsorge konnten die Pflegekräfte in St. Wendel Bruder Ludwig nicht so beaufsichtigen, wie es notwendig gewesen wäre, da es im Wendelinusheim keinen sog. „geschützten Raum“ gibt.

Die Ordensleitung und die Leitung des Wendelinusheimes beschlossen Anfang Oktober, zum Wohle von Bruder Ludwig, ihn im „geschützten Bereich“ des Altenpflegezentrums St. Remigius in Freisen unterzubringen.

In den letzten Wochen verschlechterte sich sein Allgemeinzustand und Bruder Ludwig verlor langsam seine „Weglauftendenz“. Es war geplant, ihn Ende 2016 wieder in das Wendelinusheim zurückzuholen. Da sich jedoch sein Zustand dramatisch veränderte und sein Lebensende absehbar wurde, wurde er schon vorher in das Wendelinusheim zurückverlegt. Hier verschied er nun friedlich und ohne Schmerzen im Kreis seiner Mitbrüder.

Dankbar gegenüber Gott für das Leben von Bruder Ludwig feiern wir für ihn den Auferstehungsgottesdienst am kommenden Samstag, 07.01.2017, um 10.30 Uhr in der Missionshauskirche in St. Wendel. Im Anschluss daran findet die Beerdigung auf unserem Klosterfriedhof statt.

 

Stefan Theobald svd
Leiter des Wendelinusheimes


Zu seiner Vita.