Klemens Liedmann SVD (1933 – 2017)

06.05.2017

Unerwartet verstarb Bruder Klemens Liedmann SVD am 6. Mai 2017. Der Auferstehungsgottesdienst und das Begräbnis finden am Mittwoch, 10. Mai 2017 um 14.30 Uhr im Missionshauses St. Wendel statt.


Bruder Klemens Liedmann SVD
*25.11.1933 – †
06.05.2017


Ganz plötzlich und völlig unerwartet verstarb in den frühen Morgenstunden des 6. Mai im Missionshaus St. Wendel unser lieber Mitbruder Bruder Klemens Liedmann. Er kehrte zu dem heim, der ihm das Leben geschenkt und ihn als Steyler Missionar berufen hatte. Er war stets unermüdlich tätig. Er ließ sich herausfordern und konnte so seine vielfältigen Talente für andere einsetzen. In der letzten Zeit wurde er doch etwas müde und musste deshalb kürzertreten. Es war ihm ein Anliegen, dort zu helfen, wo es Not tat. So sorgte er sich auch um die Sauberkeit der Wege und Anlagen um das Haus herum.


Kindheit und Ausbildung

Br. Clemente – wie wir ihn hier nannten – wurde am 25. November 1933 in Hügelwalde (Zielniec), Ermland, als Sohn der Eheleute Paul Liedmann und Anna geb. Zagler geboren; sie waren drei Brüder, von denen noch sein ältester Bruder Siegfried als pensionierter Priester in der Nähe von Paderborn lebt. Clemente besuchte die Volksschule in seiner Heimat und erhielt dort seine Ausbildung.

Dem Ruf Gottes folgend, begann er am 4. Januar 1959 in Chludowo das Postulat, woran sich von 1960–62 das Noviziat anschloss. Von Chludowo aus wurde er am 1. Mai 1963 nach Pieniężno versetzt, um sich dort weiterhin auf seine missionarische Sendung als Ordensbruder vorzubereiten.


Indonesien – Argentinien – Rom

1966 erhielt er dann seine Missionsbestimmung für Indonesien, wo er in Ruteng am 1. Mai 1968 seine Ewigen Gelübde ablegte. Um sich spirituell und im Sinne der Ordensgemeinschaft weiterzubilden, nahm er 1972 am Terziatskurs in Nemi teil.

Von 1973 bis zu seiner Ausreise nach Argentinien war er vorübergehend als Schlosser und Elektriker in St. Augustin und St. Wendel tätig, wo er den Fachleuten zur Hand ging und gleichzeitig seine Kenntnisse und Fähigkeiten weiter ausbaute. Im Januar 1974 wurde er für die argentinische Südprovinz bestimmt. In Buenos Aires war er entsprechend seiner vielen Talente eine gute und geschätzte Hilfe. Die ihm übertragenen Aufgaben der dortigen Mission erledigte er stets pflichtbewusst und treu.

Im Juni 1982 erhielt er wieder eine neue Missionsbestimmung für Italien, und zwar für Nemi/Rom. In diesem internationalen Fortbildungszentrum der Steyler Missionare wurde ihm die Aufgabe des Hausmeisters anvertraut, womit viele Fahrten nach Rom verbunden waren, so dass er sich bald sehr gut in der Stadt und der Umgebung auskannte.

1996 wechselte er seinen Lebens- und Arbeitsbereich von Nemi nach Rom, ins Collegio San Pietro, dem internationalen Kolleg, dessen Leitung der Gesellschaft vom Göttlichen Wort anvertraut ist. Auch hier zeigte er sich überall als Könner und Helfer. Ein damaliger Mitbruder drückte das einmal so aus: „Wir brauchen eigentlich keinen Ökonomen, wir haben ja Br. Clemente!“


In St. Wendel

Zum 1. Januar 2002 erhielt Br. Clemente dann seine letzte Missionsbestimmung für das Missionshaus St. Wendel. Auch hier war er immer bereit, die verschiedensten Arbeiten zu übernehmen. Er tat dies als Chauffeur, als Pförtner, als Aushilfsfriseur und immer wieder als einer, der die großen Außenanlagen mit sauber hielt. Mit all dem leistete er einen wichtigen Beitrag dafür, dass sich die Mitbrüder wohlfühlten und entlastete gleichzeitig auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Er war stets freundlich und brauchte nicht lange gebeten zu werden. Er liebte es, am Nachmittag zur Kaffeestunde zu kommen, um mit den Mitbrüdern zu plaudern und sich auszutauschen. In der Kapelle war er ein beständiger und eifriger Beter – bis zuletzt.

So ruhig und unauffällig wie er gelebt hat, so hat er sich auch still verabschiedet. Wir danken Br. Clemente für sein Leben und Beispiel als Missionar des Göttlichen Wortes und Ordensmann und für die schlichte Art und Weise, seine Berufung zu leben und zu gestalten. Er war ein lebendiges Beispiel dafür, wie vielseitig Gott durch einen Menschen handeln kann; dass Er unsere begrenzten Möglichkeiten – oder was wir für möglich halten – über unsere Vorstellungen hinaus entwickeln und in seinen Dienst nehmen kann.

 

Am Mittwoch, dem 10. Mai 2017, feiern wir um 14.30 Uhr in der Missionshauskirche in Sankt Wendel den Auferstehungsgottesdienst für Br. Clemente. Anschließend findet die Beerdigung auf unserem Klosterfriedhof statt.

 

St. Wendel, 06. Mai 2017
P. Heinz Schneider SVD, Rektor


Zur Vita von Bruder Klemens Liedmann.


Christian Tauchner SVD