Josef Seeberger SVD (1937–2017)

08.09.2017

Am 7. September 2017 verstarb Pater Josef Seeberger nach langem Leiden im Wendelinusheim. Der Auferstehungsgottesdienst findet am Dienstag, 12. September 2017 um 14.30 Uhr statt.

Am 7. September 2017 um 21.40 Uhr durfte unser lieber Mitbruder P. Josef Seeberger nach langem Leiden zum himmlischen Vater heimgehen.

Den Auferstehungsgottesdienst für Pater Seeberger feiern wir am kommenden Dienstag, 12. September 2017 um 14.30 Uhr in der Missionshauskirche in St. Wendel; anschließend ist die Beerdigung auf unserem Klosterfriedhof.


Kindheit und Ausbildung

Josef Seeberger kam am 27. April 1937 in Castrop-Rauxel als Sohn der Eheleute Josef Seeberger und Katharina geb. Göller auf die Welt. Er hatte noch fünf Schwestern. Von 1943 bis 1947 besuchte er die Volksschule. Danach besuchte er die Unterstufe des Gymnasiums. 1954 kam er in das Missionshaus St. Josef in Geilenkirchen in die Oberstufe und wechselte schließlich für die beiden letzten Jahre in das Missionshaus St. Xaver in Bad Driburg, wo er 1958 das Abitur ablegte.

Sofort anschließend begann er am 1. Mai 1958 das Noviziat im Missionspriesterseminar in Sankt Augustin. Nach dem Noviziat legte er am 1. Mai 1960 die Ersten Gelübde ab und begann die philosophisch-theologischen Studien. 1961 bis 1962 war er während des Studiums als Unterpräfekt im Missionshaus St. Arnold eingesetzt. Am 1. Mai 1965 legte er die Ewigen Gelübde ab und wurde am 18. Dezember des gleichen Jahres zum Priester geweiht.


Bali, Indonesien

Er bekam die Missionsbestimmung für Indonesien und zwar auf die Insel Bali. Nach einem Sprachkurs in Liverpool/England reiste er im Februar 1967 zusammen mit Pater Ballhorn und Schwester Hugoline auf dem Schiff „Victoria“ von Brindisi aus nach Jakarta. Dort angekommen erhielt er von Pater Norbert Shadeg in Tuka vier Monate lang eine Einführung in die indonesische Sprache und Kultur. Anschließend war er für zwei Jahre der Sekretär von Bischof Paul Sani Kleden und zugleich Pfarrer in Tabanam. Dort baute er auch eine Kirche im balinesischen Stil. Er war sehr bemüht, die Sprache der Einheimischen zu lernen – sowohl Indonesisch als auch Balinesisch. 1986 wechselte er für zwei Jahre nach Sulawesi Tengah.


Seelsorger in Deutschland

1988 nahm er am Erneuerungskurs in Nemi/Rom teil. Dort wurde er von dem damaligen Provinzial der Süddeutschen Provinz, Pater Willi Naumann, angesprochen, ob er nicht bereit sei, in die deutsche Heimat zurückzukehren. Pater Seeberger nahm das Angebot an und wurde 1990 in die Süddeutsche Provinz versetzt. Als Nachfolger von Pater Jakob Konrad übernahm er die saarländische Pfarrei „Maria Himmelfahrt“ in Humes. Dort wirkte er segensreich bis im Jahre 2005 die ersten Anzeichen seiner Krankheit auftraten.

Zusehends bemerkte man bei ihm Vergesslichkeit und auch Desorientierung. Die Oberen zogen ihn daraufhin von Humes ab und er wechselte in das nahegelegene Missionshaus St. Wendel, dem er auch zugeschrieben war. 2007 wurde die Krankheit „Alzheimer Demenz“ diagnostiziert. Zunächst konnte Pater Seeberger noch am täglichen Leben der Gemeinschaft teilnehmen, doch ständig verschlechterte sich sein Zustand, und er verlor nach und nach die Fähigkeit zu gehen, zu sprechen und überhaupt zu kommunizieren. Sieben lange Jahre war er an das Bett gefesselt. In dieser Zeit kümmerte sich das Pflegepersonal des Wendelinusheimes im Missionshaus St. Wendel sehr liebevoll um ihn. Auch die Menschen, die ihn kannten – Angehörige, Mitbrüder und ehemalige Pfarrangehörige – besuchten ihn immer wieder, setzten sich an sein Bett und redeten zu ihm, aber er konnte nicht mehr darauf reagieren. In der letzten Woche bemerkten wir, dass auch die Fähigkeit zu schlucken langsam verloren ging, und es zeichnete sich der nahe Tod ab. Am Vorabend des Festes „Mariä Geburt“, dem Gründungstag unserer Ordensgemeinschaft, nahm ihn Gott der Herr nun zu sich in sein Reich.


St. Wendel, 8. September 2017 am Fest Mariä Geburt

 

Stefan Theobald svd
Leiter des Wendelinusheimes

 

Die Vita von Pater Seeberger