Willi Kreutz SVD (1928 – 2017)

14.05.2017

An der Auferstehungsfeier für den verstorbenen Br. Clemente vor zwei Tagen nahm P. Willi Kreutz noch teil, und keiner dachte daran, dass er der Nächste sein wird, den der Herr zu sich ruft.

P. Kreutz wurde am 1. April 1928 als Sohn der Eheleute Franz Kreutz und Mechtilde geb. Aymans in Kapellen am Niederrhein geboren. Er hatte elf Geschwister. Drei seiner Geschwister haben ebenfalls den Ordensberuf gewählt.

P. Willi spürte schon als junger Mann, dass Gott ihn ruft, ihm als Missionar und Priester zu folgen. So bat er 1946 um Aufnahme als Schüler im Missionshaus St. Xaver in Bad Driburg. 1950 machte er dort das Abitur und wurde im gleichen Jahr am 1. Mai in das Noviziat der Steyler Ordensgemeinschaft in Sankt Augustin aufgenommen. Nach der Ablegung der Ersten Gelübde am   1. Mai 1952 begann er in St. Augustin das Philosophiestudium. Zum Studium der Theologie wurde er im September 1953 in das Steyler Priesterseminar Santo Amaro nach S ã o Paulo/Brasilen gesandt. Dort band er sich am 1. März 1956 durch die Ablegung der Ewigen Gelübde für immer an die Ordensgemeinschaft. Am 4. August 1957 wurde er durch Bischof Paulo Rolim Loureiro zum Priester geweiht.

Noch im gleichen Jahr bekam er die Bestimmung für die Provinz Portugal. Im kleinen Seminar von Fatima war er als Präfekt und Beauftragter für die Berufungspastoral von 1959 bis 1970 tätig.

Danach berief man ihn an das Generalat nach Rom, wo er als Sekretär bis 1978 unter dem Generalsuperior P. John Musinsky arbeitete.

1978 stand erneut ein Wechsel an, denn Willi wurde in die Provinz Chicago/USA versetzt, zu der auch Kanada gehört. Zunächst war er 15 Jahre Seelsorger im Krankenhaus von Asbestos in der Diözese Sherbroke/Quebec und zur gleichen Zeit war er Hausgeistlicher im Carmel „Belle Croix“ in Danville. Von 1993 bis 1997 war er Pfarrer der deutschen katholischen Gemeinde St. Bonifatius in Montréal. Anschließend wechselte er in die französischsprachige Gemeinde St. Raphael auf der „ Ȋ le Bizard“. Bis zum 27. Juni 2002 war dies sein Arbeitsfeld. Mittlerweile 74 Jahre alt bat P. Willi um Rückversetzung in die deutsche Heimat. Zunächst blieb er ein Jahr im Mutterhaus in Steyl und wurde dann der Kommunität von St. Vinzenz in Kaldenkirchen zugewiesen. Als Hausgeistlicher bei den „Schwestern vom armen Kinde Jesu“ in Aachen fand er einen Ort, an dem er noch seelsorgerisch tätig sein konnte. 2011 gab er diese Stelle auf. Bis 2014 blieb er in St. Vinzenz in Kaldenkirchen, wo er oft mit den Mitbrüdern die tägliche hl. Messe feierte. 2014 übersiedelte P. Kreutz schließlich nach St. Wendel in das Wendelinusheim, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Da es ihm eine große Freude war zu predigen, erarbeitete er jede Woche an seinem „geliebten“ Computer eine Predigt, die er an den Sonntagen in einer sehr frühen Messe mit einigen Mitbrüdern hielt. Dies war ihm bis zum Lebensende sehr wichtig.

Am vergangenen Mittwoch nach dem Auferstehungsgottesdienst für Br. Clemente wollte P. Willi zurück zu seinem Zimmer, da er stark erkältet war. Doch als er aus dem Aufzug kam, fiel er mit starken Atembeschwerden der Krankenschwester in die Arme. Der schnell alarmierte Notarzt wies ihn sofort in die Klinik ein, da Verdacht auf eine Lungenentzündung bestand. Am Freitagmorgen schließlich legte P. Willi sein Leben zurück in die Hand seines Schöpfers.

Wir danken Gott dem Herrn für das Leben von P. Willi. Er war ein frommer Mitbruder, der nie beim gemeinschaftlichen Gebet fehlte und dem auch die Gemeinschaft der Mitbrüder sehr wichtig war. So liebte er es, zum Nachmittagskaffee mit den Mitbrüdern zum Gespräch zusammenzutreffen. Er wird uns nun fehlen. Möge er uns vom Himmel her ein Fürsprecher sein. 

Am kommenden Dienstag, 16. Mai 2017 , feiern wir um 14.30 Uhr in der Kirche des Missionshauses in Sankt Wendel den Auferstehungsgottesdienst für P. Kreutz. Im Anschluss daran findet die Beerdigung auf unserem Klosterfriedhof statt. 

St. Wendel, 13. Mai 2017 

Stefan Theobald svd

Leiter des Wendelinusheimes