Br. Emil Muck SVD (1922 – 2017)

19.05.2017

Am gestrigen frühen Abend ist unser Mitbruder Emil Muck im gesegneten Alter von fast 95 Jahren heimgegangen.

Br. Emil wurde am 07. August 1922 im pfälzischen Bruchweiler als Sohn der Eheleute Karl Georg Muck und Helene Luzia, geb. Burkhart, geboren.

Nach dem Besuch der Volksschule spürte Emil den Wunsch, Missionar zu werden und bat daher im April 1936 um Aufnahme als Kandidat und Schreinerlehrling auf dem Wendelinushof des Missionshauses in St. Wendel. Gleich nach der Ausbildung zum Schreiner wurde er 1940 zum Kriegsdienst eingezogen. Er kämpfte in Frankreich, im Balkan, auf Kreta und unter Generalfeldmarschall Rommel in Nordafrika. 1942 geriet er in Ägypten in Kriegsgefangenschaft, danach wurde er als Kriegsgefangener nach Kanada deportiert. Dort war es ihm sogar möglich, während der Gefangenschaft eine kaufmännische Ausbildung zu machen. 1946 kehrte er in die zerstörte Heimat zurück und begab sich sofort wieder nach St. Wendel, um dort 1947 das Noviziat zu beginnen. 1951 erhielt er die Missionsbestimmung für die „Kwango“-Mission in Belgisch-Kongo. Sein Auftrag lautete: Auf- und Ausbau sowie Leitung einer staatlich anerkannten Handwerkerschule in Banningville (Bandundu) mit drei Abteilungen: Tischlerei/Zimmerei, Autowerkstatt und Maurerei. Träger dieser Schule war die Diözese Kiwit/Kenge. Vor der Ausreise 1953 erwarb er sich noch den Meistertitel als Schreiner in Saarbrücken.

Durch sein handwerkliches Können, sein Organisationstalent und seinen Fleiß entstand in Bandundu eine der wichtigsten Stationen der Steyler Missionare am Kongo. Einige Monate arbeiteten die Mitbrüder noch mit Jesuiten zusammen. Dann übernahmen sie die Mission in eigener Regie. 22 Jahre arbeitete Br. Emil am Kongo. Alle, die mit ihm dort lebten und arbeiteten, können mehr über all sein Wirken berichten, als dies hier möglich ist.

Mitte 1972 erlitt er einen Herzinfarkt. Zur Genesung wurde er ein halbes Jahr nach Deutschland geschickt. 1974 machte er in Rom/Nemi den Terziatskurs mit und kurz danach bekam er die Bestimmung für die neu übernommene „Togo-Mission“ in „Basar“, in der Diözese Sokodè. Ende 1976 erkrankte Br. Emil an Typhus und man stellte erneut Herzprobleme bei ihm fest. Noch einmal kehrte er zur Behandlung nach Deutschland zurück und verbrachte ein halbes Jahr im Tropeninstitut in Tübingen. Die Ärzte rieten ihm zur Stabilisierung seiner Gesundheit zwei bis drei Jahre in Europa zu bleiben. Er verbrachte die erste Zeit im Missionshaus St. Bernhard in Mosbach wegen der Nähe zum Tropeninstitut. Da in Bozen/Südtirol eine Hilfe für den Zeitschriftenvertrieb gesucht wurde, stellte sich Br. Emil sofort zur Verfügung. Da die Ärzte ihm anrieten, nicht mehr nach Afrika zurückzukehren, bat er im Mai 1980 um die Versetzung in die italienische Provinz. Nach der endgültigen Zuweisung nach Bozen wurde Br. Emil Ende 1980 die Leitung der Hausprokur und der Buchhandlung und zum Teil auch der Zeitschriftenvertrieb übertragen. Ab 1993 verwaltete er die Kasse mit der Buchhaltung des Hauses bis 1996.

Aus gesundheitlichen Gründen bat Br. Emil im August 1997 um die Versetzung in das Missionshaus St. Wendel in den Ruhestand. Auch hier war er nicht inaktiv, sondern blieb in ständigem Kontakt mit seinen Wohltätern, seiner Familie und seinen Mitbrüdern, vor allem auch im Kongo.

Br. Emil war ein liebenswerter Mitbruder, dem es wichtig war, in der Kommunität präsent zu sein, sowohl bei den gemeinschaftlichen geistlichen Übungen als auch in geselliger Runde oder im Speisesaal. Er freute sich immer sehr, wenn alte Weggefährten aus der Zeit in Afrika bei ihm vorbeischauten.

Vor einem Jahr zog sich Br. Emil aus gesundheitlichen Gründen immer mehr auf sein Zimmer zurück, freute sich aber, wenn er Besuch bekam. Vor gut 14 Tagen musste er wegen einer starken Infektion in das Marienkrankenhaus in St. Wendel eingeliefert werden. Sein Zustand verschlechterte sich zunehmend und schließlich hat ihn Gott am gestrigen Abend „heimgeholt“.

Wir danken dem Herrn für das Leben von Br. Emil, für all das Gute, das er so vielen Menschen in so vielen Teilen der Welt hat geben können, und wir vertrauen darauf, dass er uns nun als Fürsprecher im Himmel beisteht.

Wir werden am kommenden Dienstag, 23. Mai 2017 , um 14.30 Uhr in der Kirche des Missionshauses in Sankt Wendel für Br. Emil den Auferstehungsgottesdienst feiern. Im Anschluss daran findet die Beerdigung auf unserem Klosterfriedhof statt.

St. Wendel, 19. Mai 2017 

Stefan Theobald SVD

Leiter des Wendelinusheimes

PS: Alle Teilnehmer am Auferstehungsgottesdienst und Beerdigung sind anschließend zum Kaffee in den Wendelinussaal eingeladen. Um eine kurze Anmeldung unter Tel.: +49 (0) 68 51 / 805-0   oder  E-Mail: rektor.wnd@steyler.eu   wird gebeten.