Josef Düster SVD (1920 – 2017)

02.01.2018

Am letzten Tag des Jahres 2017 durfte der Steyler Missionar Pater Josef Düster nach einem langen und erfüllten Leben „heimgehen“. Das Begräbnis findet am 4. Januar 2018 um 14.30 Uhr in St. Wendel statt.

Pater Josef Düster SVD

(*09.02.1920, +… 31.12.2017)


Am letzten Tag des Jahres 2017 durfte unser lieber Mitbruder Pater Josef Düster nach einem langen und erfüllten Leben „heimgehen“.


Kindheit und Kriegserfahrung

Josef Düster wurde am 09. Februar 1920 in Leverkusen-Bürrig als Sohn der Eheleute Friedrich Düster und Anna, geb. Pullem, geboren. Nach seiner Volksschulzeit ging der 13jährige Josef in das Missionsgymnasium in Steyl/Niederlande, wo Pater Lillig sein Präfekt und Pater Görgen sein Provinzial waren. Wegen der Aberkennung der Auslandsschule mussten die Abiturienten der Jahrgänge 1930 bis 1940 ihr Abitur in Köln bzw. Düsseldorf ablegen. Anschließend trat Josef mit den letzten deutschen Schülern in das Noviziat in Steyl ein. Ihr Novizenmeister war Pater Görgen. Am 31. März wurden sie eingekleidet (40 Novizen) und bereits am 01. Oktober bekamen alle den Stellungsbefehl.

Pater Düster kämpfte während des gesamten Krieges sowohl an der Ost- wie auch an der Westfront. Er wurde dreimal verwundet, bekam dreimal Genesungsurlaub und wurde dreimal wieder an die russische Front zurückgeschickt. Gegen Ende des Krieges wurde er gefangengenommen und kam für zwölf Monate zum Arbeitseinsatz auf den Apfelsinen- und Zitronenplantagen in Kalifornien/USA. Er selbst schrieb über diese Zeit: „Habe in meinem ganzen Leben noch nie so viele Apfelsinen gegessen.“

1946 kehrte er aus der Gefangenschaft nach St. Augustin zurück. Hier galt es, das Haus und die Kirche wieder aufzubauen und praktisch von ganz vorne zu beginnen. Nach dem Noviziat legte er am 08.09.1947 seine Ersten Gelübde ab und begann sein philosophisch-theologisches Studium. Nach Beendigung des Studiums konnte er am 09. März 1951 seine Ewigen Gelübde ablegen und wurde am 28. August 1951 von dem gerade zum Bischof geweihten Mitbruder Msgr. Hermann Westermann zum Priester geweiht. Seine Bestimmung bekam er für Brasilien – Nordprovinz.


Vier Jahrzehnte in Brasilien

1952 reiste er nach der Heimatprimiz nach Brasilien aus und studierte zunächst in Belo Horizonte die portugiesische Sprache. Danach war er für ein Jahr Kaplan, bevor er als Lehrer und Erzieher für 23 Jahre an den Kleinen Seminarien der Nordprovinz unterrichtete. Anschließend war Pater Düster Pfarrseelsorger in verschiedenen Pfarreien der Provinz. Die letzten drei Jahre in Brasilien war er Krankenhausseelsorger in Belo Horizonte.


Krankenhausseelsorger und Ruhestand

Nachdem der Krankenhausseelsorger des St. Josef-Hospitals in Bonn-Beuel, Pater Wiczorek, im August 1995 verstorben war, entschloss sich Pater Düster auf Bitten der Oberen nach Deutschland zurückzukehren und die Stelle von Pater Wiczorek zu übernehmen. Nach einem leichten Schlaganfall 2007 musste er die Stelle aufgeben und zog nach Steyl in das Seniorenheim St. Gregor, wo er besser medizinisch betreut werden konnte. Da ihm der Umzug nicht leicht fiel, sagte er bei seiner Ankunft in Steyl: „Ich denke an meine Mutter, die uns immer wieder sagte: Sein Wille geschehe, auch wenn er wehtut!“

Nach der Zusammenlegung der deutschen Provinzen und der Errichtung des Wendelinusheimes als zentrales Seniorenheim der Deutschen Provinz übersiedelte Pater Düster am 12.07.2008 von Steyl nach St. Wendel.

Anfangs noch relativ mobil konnte sich Pater Düster mit seinem Rollator auch noch draußen bewegen. Er fehlte in keinem Gottesdienst. Bis ein Jahr vor seinem Tod   betete er auch immer noch den nachmittäglichen Rosenkranz mit vor. Im letzten Jahr seines Lebens zeigten sich die Spuren seines Alters: Er saß im Rollstuhl und war ganz auf Hilfe angewiesen. Über jeden Besuch freute er sich sehr und oft rief er die Menschen, die an seinem Zimmer vorbeigingen, zu sich herein.

Pater Düster war ein Gottesgeschenk für unsere Gemeinschaft und wir können unserem Schöpfer nur danken, dass wir ihn haben durften: Einen liebenswürdigen, gütigen und zuvorkommenden Mitbruder. Er wird in unserer Mitte fehlen.

 

Am kommenden Donnerstag, 04. Januar 2018, feiern wir um 14.30 Uhr in der Kirche desMissionshauses in St. Wendel den Auferstehungsgottesdienst für Pater Düster. Im Anschluss daran findet die Beerdigung auf unserem Klosterfriedhof statt.

 

St. Wendel, 02. Januar 2018

 

Stefan Theobald svd
Leiter des Wendelinusheimes


Die Vita von Pater Düster SVD.