Franz Behrla SVD (1934 – 2018)

14.02.2018

Pater Franz Behrla verstarb am 13. Februar. Der Auferstehungsgottesdienst findet am Samstag, 17. Februar 2018 um 10.30 Uhr in der Missionshauskirche in St. Wendel statt.

Am 13. Februar 2018 gegen 22.00 Uhr fand Nachtwache unseren lieben Mitbruder Pater Franz Behrla tot in seinem Zimmer auf.


Pater Franz Behrla SVD

23.06.1934 – 13.02.2018


Kindheit und Ausbildung

Am 23. Juni 1934 wurde Franz als 10. Kind der Eheleute Josef Behrla und Hedwig, geb. Richter, in Leisnitz in Oberschlesien geboren. Noch während seiner Schulzeit musste die Familie im März 1945 wegen der Kriegseinwirkungen ihren Heimatort verlassen und wurde nach einer Wochen andauernden „Odyssee“ in der Nähe von Görlitz ansässig. Kurz darauf verstarb die Mutter mit nur 45 Jahren. Der Vater, der in Kriegsgefangenschaft geraten war, sorgte nach seiner Rückkehr dafür, dass seine Familie in Nordrhein-Westfalen im Bergischen Land ein neues Zuhause fand.

Von dort ging Franz im September 1945 in das Internat der Steyler Missionare ins Missionshaus St. Xaver in Bad Driburg. An Ostern 1955 machte er dort sein Abitur und bat anschließend um Aufnahme bei den Steyler Missionaren. Am 01. Mai 1955 begann er sein Noviziat im Missionspriesterseminar St. Augustin, und legte am 01. Mai 1957 die Ersten Gelübde ab. Anschließend begann er sein philosophisch-theologisches Studium, das er mit der Ablegung der Ewigen Gelübde am 01. Mai 1961 abschloss. Die Priesterweihe empfing er vom damaligen Nuntius Corrado Kardinal Bafile am 29. Oktober 1961 in der Kirche des Missionspriesterseminars. Er erhielt seine Missionsbestimmung für die Diözese Goroka im Hochland von Neu-Guinea. Nach dem Pastoraljahr in München und dem Sprachstudium in England reiste Franz im Februar 1964 in „seine Mission“.


Papua Neuguinea

Nach einer fünfwöchigen Einführung wurde Pater Behrla als Kaplan in Koge im Chimbugebiet der Diözese Goroka eingesetzt. Schon drei Wochen danach erhielt er durch den Steyler Bischof Bernhard Schilling den Auftrag, im Nachbargebiet von Koge, wo bereits einige Katecheten arbeiteten, eine neue Station aufzubauen. Diese Aufgabe des Aufbaus einer neuen Pfarrgemeinde vom „Spatenstich“ an erfüllte Franz mit Freude, Mut und viel Gottvertrauen. Sein Grundprinzip für all seine seelsorglichen Tätigkeiten war, nahe am Menschen zu sein. Mit Hilfe der Katecheten, der guten Ratschläge der Mitbrüder, besonders der Brüder Michael Helsper und seines leiblichen Bruders, Bruder Albert Behrla, gelang der Aufbau der Station Wangoi.


Gesundheitsprobleme und Tätigkeit in Deutschland

Nach zehn Jahren Einsatz machte ihm seine Gesundheit einen Strich durch die Rechnung, und er benötigte ärztliche Hilfe in Deutschland. Im Februar 1975 musste er sich einer Rückenoperation und einer längeren Zeit der Erholung unterziehen. Das Ergebnis lautete: „Für die Tropen nicht mehr geeignet.“

Der Provinzial der Süddeutschen Provinz vermittelte ihm eine Seelsorgstelle in der Diözese Trier und Pater Behrla übernahm im September 1977 zwei Pfarrgemeinden im Hunsrück. Später kam noch eine dritte hinzu. Dort blieb Pater Behrla als Pfarrer bis Juli 2010. Der Provinzial und sein Rat genehmigten, dass er seinen wohlverdienten Ruhestand in St. Englmar im Bayrischen Wald als Aushilfspriester im Dekanat Bogen/Pondorf verbringen konnte.

Am 01. April 2016 übernahm Pater Behrla die Stelle des Hausgeistlichen bei den Steyler Missionsschwestern in Eriskirch/Moos am Bodensee. Diese Zeit war bis Oktober 2017 befristet, aber aus gesundheitlichen Gründen musste er vorher in das Wendelinusheim der Steyler Missionare in St. Wendel übersiedeln. Nach zwei notwendigen Krankenhausaufenthalten und Reha-Maßnahmen traf Pater Behrla dort am 20. Oktober 2017 ein.


In St. Wendel

Von Anfang an fühlte er sich im Kreis seiner Mitbrüder zuhause. Jedoch schon kurze Zeit nach seiner Ankunft verließen ihn, der noch so viel vorhatte und helfen wollte, immer mehr die Kräfte. Schließlich fanden die Ärzte die Ursache seiner Krankheit: einen riesigen Abszess an der Niere, der operativ entfernt werden musste. Nach seiner Rückkehr machte er wieder Fortschritte und war voller Hoffnung, dass es ihm bald besser ginge.

Am Nachmittag des 13. Februar noch sprach er darüber mit Pater Vinh. Zum Schrecken aller fand ihn die Nachtwache gegen 22.00 Uhr tot in seinem Zimmer auf.

Wir danken Gott für diesen Mann, der wie sein Namenskollege Papst Franziskus stets dafür plädierte, an die Ränder, die Peripherie, zu gehen und nahe am Menschen zu sein. Auch im Alter war er ein lieber und hilfsbereiter Mitbruder, der für jeden stets ein gutes Wort hatte. Sowohl die Mitbrüder als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in St. Wendel werden ihn vermissen.


Den Auferstehungsgottesdienst für Pater Behrla feiern wir am kommenden Samstag, 17. Februar 2018, um 10.30 Uhr in der Missionshauskirche in St. Wendel. Anschließend findet die Beerdigung auf unserem Klosterfriedhof statt.


Stefan Theobald svd
Leiter des Wendelinusheimes


Vita von Pater Behrla.