Hermann Josef Menge SVD (1939–2018)

21.02.2018

Am 21. Februar 2018 verstarb Pater Hermann Josef Menge in den Brandenburgkliniken, Bernau bei Berlin. Der Auferstehungsgottesdienst findet am 5. März 2018 um 10.00 Uhr in St. Augustin statt.

P. Hermann Josef Menge SVD
* 09.07.1939 – † 21.02.2018


Heute Vormittag, 21.02.2018, verstarb unser lieber Mitbruder Hermann Josef in den Brandenburgkliniken, Bernau bei Berlin.

Vor 6 Monaten verunglückte Hermann Josef beim Überqueren einer Straße in Berlin schwer. Er wurde von einem Reisebus erfasst. Das linke Bein wurde vom Vorderrad überrollt. Viele operative Eingriffe musste er in Charité, Campus Virchow Klinikum, über sich ergehen lassen. Es war ein Hoffen und Bangen. Die Heilung seines linken Beines schritt zunächst gut voran, Entzündungsherde machten dann eine Beinamputation am 04. November 2017 doch notwendig.

Sein goldenes Priesterjubiläum mit seinen Kurskollegen und an seinen ehemaligen Wirkungsstätten im September 2017 konnte er wegen dieses Unfalls leider nicht feiern. Lange hatte er sich darauf vorbereitet und dem Fest entgegengefiebert. Am 05. Januar 2018 kam er zur Früh-Rehabilitation in die Brandenburgkliniken. Bis vor zwei Wochen waren wir zuversichtlich, dass er wieder eine gewisse Mobilität erreicht, dann trat durch weitere Infekte eine Verschlechterung seines Zustandes ein.

Die massiven Verletzungen setzten seiner Konstitution sehr zu und zehrten an seiner Kraft. So überwand er diese erneute gesundheitliche Attacke nicht mehr. Er konnte nicht daheim sterben, weil er nicht mehr transportfähig war, so versammelte sich die gesamte Kommunität an seinem Krankenbett in der Brandenburgklinik. Wir gaben ihm nochmals die Krankensalbung und verabschiedeten ihn als geschätzten Mitbruder von der Kommunität.


Kindheit und Ausbildung

Hermann Josef wurde am 09.07.1939 in Herten-Scherlebeck, Kreis Recklinghausen, geboren. Er wuchs mit seiner Schwester Annette auf. Sein Vater verstarb mit 53 Jahren. Seiner Mutter blieb er bis zu ihrem Tode sehr verbunden. Er nahm sie, soweit es möglich war, auf allen größeren und kleineren Reisen mit, denn er reiste gerne.

Hermann Josef äußerte schon früh den Wunsch, Priester und Missionar zu werden. Deshalb ersuchte er 1951 um Aufnahme in das Missionshaus St. Arnold in Neuenkirchen. Von dort wechselte er später an das Missionsgymnasium St. Xaver in Bad Driburg, wo er 1961 das Abitur machte.

Nach dem Abitur trat er am 30.04.1961 in das Noviziat in St. Gabriel, Mödling bei Wien ein und legte am 01.05.1963 die ersten Gelübde ab. Dort studierte er Philosophie. Hermann sprach im Nachhinein von seinen drei schönsten Jahren in St. Gabriel. In einer Wiener Klinik wurde zur damaligen Zeit seine Diabeteserkrankung festgestellt, die sein weiteres Leben prägte und einschränkte. Zum Theologiestudium wechselte er 1964 an das Missionspriesterseminar St. Augustin. Dort wurde er am 23. September 1967 zum Priester geweiht, gemeinsam mit 23 Mitbrüdern, die sich als Missionare auf die Kontinente verteilten. Er blieb wegen seiner Diabetes in Deutschland.


Engagierter Seelsorger in Deutschland

Von 1968 bis 1969 war er in der Internatserziehung im Missionshaus St. Xaver eingesetzt. Von Februar 1969 bis August 1973 war er dann Kaplan in der Pfarrei Heilig Geist in Berlin-Charlottenburg. In diese Zeit fiel auch die Errichtung des Jugendheimes. Als Jugendseelsorger setzte er sich sehr für dessen Vollendung ein. Er initiierte im Mai 1972 auch eine Jugendschola, die rhythmische Lieder sang und die Jugendmessen inhaltlich mitgestalteten. Aus der „Jugendschola“ wurde im Herbst 1989 der „Singekreis“, der bis heute besteht. Die jetzt 25 Sängerinnen und Sänger gestalten monatlich Gottesdienste, mit neuen geistlichen Liedern.

Die Liebe zu Berlin blieb, als er 1973 als Internatsleiter nach Ingolstadt berufen wurde. Dort unterrichtete er zeitgleich das Fach Religion am Reuchlin-Gymnasium, am Katharinen-Gymnasium, sowie an der Ickstadt-Realschule. Als das Internat des Steyler Missionsseminars Maria Immaculata, Ingolstadt, zum Schuljahrende 1979/1980 geschlossen wurde, wechselte er in der gleichen Funktion an das Studienkolleg St. Johann, Aulendorf-Blönried, dem ordenseigenen Steyler Gymnasium mit angeschlossenem Internat.

Im August 1984 zog Pater Menge nach Wittlich. Sechs Jahre begleitete er als Assistent des Novizenmeisters im Missionshaus St. Paul die Ausbildung der Steyler Novizen. Zugleich wirkte er als geistlicher Begleiter bei der Cursillo-Bewegung in Wittlich und Umgebung.

Zum 1. Januar 1991 erfolgte die Berufung zum Krankenhausseelsorger des St. Elisabeth-Krankenhaues. Fast 23 Jahre sind es dann geworden, eine lange Zeitspanne der seelsorglichen Tätigkeit in dieser Akutklinik. 24 Stunden täglich war er abrufbar für Patienten, Angehörige und Klinikmitarbeiter. Er war der gute Geist dort.

Als seine Gesundheit nachließ, wechselte er mit großer, für jeden erkennbaren Freude dann am 17. August 2013 nach Heilig Geist in Berlin, dem Ort, der in seiner Vita einen besonderen Platz eingenommen hatte. Auch hier half er – jetzt im Dritten Lebensalter – wann immer er in der Pfarr- und Krankenhausseelsorge gefragt wurde. Daneben pflegte er seine alten Kontakte, sowie seine Besichtigungs- und Reiselust. Fußläufig erkundete er ganz Berlin, auch als therapeutischen Ansatz seiner gesundheitlichen Einschränkung.

Hermann Josef war immer ein eifriger Seelsorger und er war sehr gerne Priester. Er war aber auch ein ausgeprägter Fußballfan. Seine große Fußballliebe galt zeitlebens Schalke 04, wuchs er doch im Schatten des Schalke-Stadions als Kind auf. Hermann Josef war ein leutseliger, zugänglicher Mitbruder. Auch als Ältester der Berliner Kommunität nahm er an allem sehr regen Anteil und hatte bei den Gesprächen häufig offene und treffende Bemerkung auf der Zunge. Seine mangelnde Gesundheit trug er in all den Jahren mit großer Geduld.

Gott möge ihm nun die Erfüllung seines Lebens als Priester und Missionar schenken.

 

Bruno Rehm SVD
Präses des Heilig Geist Kollegs

 

Der Auferstehungsgottesdienst mit anschließender Beerdigung wird in St. Augustin sein. Der genaue Termin wird noch mitgeteilt.


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