Siegfried Weigel SVD (1939–2017)

01.01.2018

In Heideck (bei Nürnberg) verstarb Pater Siegfried Weigel SVD bereits am 26.12.2017. Das Requiem wurde am 29.12.2017 in seiner Heimat gefeiert. Dort wurde er anschließend auch beigesetzt.


Siegfried Weigel wurde am 3.9.1939 in Nürnberg geboren. Seine Eltern waren Alwin Weigel und Ehefrau Anni, geb. Flock. Die Volksschule besuchte er in Roth, südlich von Nürnberg, danach das Gymnasium im Missionshaus Maria Immaculata der Steyler Missionare in Ingolstadt. Nach dem Abitur 1960 begann er das Noviziat im Missionshaus St. Gabriel bei Wien und absolvierte dort auch sein Philosophiestudium. Es folgten vier Jahre Theologie in den USA. Dort empfing er auch die Priesterweihe im Jahr 1967.


Ausreise nach Papua Neuguinea

Im gleichen Jahr reiste er als Steyler Missionar nach Papua Neuguinea aus, wo er über 40 Jahre tätig war, davon die meiste Zeit in der am Pazifischen Ozean gelegenen Diözese Madang. Von Anfang an suchte er den engen Kontakt mit den Menschen, interessierte sich für deren Kultur, für die verschiedenen Sprachen, für die alltäglichen Sitten und Gebräuche, Mythen und Riten. So fühlte er sich bald auf der zweitgrößten Insel der Welt zu Hause. Als Priester gab er den Menschen Zeugnis von seinem Glauben, war verantwortlich in verschiedenen Pfarreien.


Priester, Lehrer, Handwerker

Mit Hilfe seiner Wohltäterinnen und Wohltäter in der Heimat war er beim Auf- und Ausbau der Pfarreien behilflich. Seine Devise: Mit wenigen Mitteln viel erreichen. Doch war Pater Weigel auch ein sehr praktischer Mensch. Er übernahm die Arbeiten eines Elektrikers, ließ sich zum Radio- und Tontechniker ausbilden, erledigte Schlosserarbeiten, schnitt Gewinde, verlegte Rohre, begann sogar eine Pferdezucht. Auch als Schreiner sorgte er für die Möblierung von Schulen und Kirchen. Pater Weigel war Priester, Lehrer und Handwerker in einer Person. Für seine besonderen Verdienste um die Entwicklung des Landes wurde er 2003 von Papua Neuguineas Regierung mit der Independence-Medaille ausgezeichnet.


Heimkehr

Sein unermüdliches Tun und auch wiederkehrende Tropenkrankheiten erzwangen schließlich seine Rückkehr nach Deutschland. Seine letzten Jahre verbrachte er vor allem in seiner mittelfränkischen Heimat. Hier feierte er 2017 noch sein Goldenes Priesterjubiläum. Im Seniorenheim der Steyler Missionare stand schon seit längerer Zeit ein Zimmer für ihn bereit. Er bezog es nicht mehr, denn am 2. Weihnachtstag starb er im Alter von 78 Jahren. Auf seinem Totenbildchen heißt es: „Nicht fort aus der Erinnerung, nicht aus der Liebe, sondern nur heim eilst du zum Vater dort oben – uns voraus.“

 

Manfred Krause SVD
Superior Delegatus