Mission ist keine Einbahnstraße

27.05.2015

Maria Enzersdorf / Österreich - Beim 32. Pfingstfest in St. Gabriel wurden drei MissionarInnen auf Zeit zu einem Einsatz in Übersee und 8 junge Steyler Missionare aus Übersee zu ihrem missionarischen Einsatz in Österreich entsandt.

Mission ist keine Einbahnstraße. „Überall auf der Welt braucht es das Wunder des Teilens!“ Das sagte Pater Severin Korsin bei seiner Predigt im Anschluss an das Evangelium von der Brotvermehrung, das im Zentrum des Abschlussgottesdienstes des diesjährigen Pfingstfestes der Jugend in St. Gabriel stand. Pater Korsin koordiniert zusammen mit der Steyler Missionsschwester Hemma Jaschke das Programm „MissionarIn auf Zeit“, das junge Leute zwischen 18 und 30 zu einem Jahr des Mitlebens, Mitbetens und Mitarbeitens auf einem anderen Kontinent einlädt. Unterstützt durch das Gebet vieler TeilnehmerInnen des Treffens, unter denen eine große Zahl ehemaliger Übersee-Volontäre war, baten sie um den Geist Gottes für ihren Einsatz, den Riccarda Bodlak aus Feldkirchen in Oberösterreich in St. Kitts in der Karibik machen wird, Rahel Vogler aus Altach in Vorarlberg in La Floresta – Buenos Aires in Argentinien und Viktor Neugebauer aus Balatonszemes in Ungarn in Maumere auf der Insel Flores in Indonesien. Mit ihnen zusammen beteten junge Steyler Missionare, die neu in der österreichischen Ordensprovinz sind und hier einen Missionseinsatz auf Lebenszeit oder ein Praktikum beginnen. Nach dem einjährigen Sprach- und Einführungskurs starten drei Priesterseminaristen nun in ihre Einsätze, bei denen sie in der Pfarrpastoral, der Jugendseelsorge und im Flüchtlingsbereich ein Jahr lang Erfahrungen sammeln werden. Inosensius Reldi aus Flores in Indonesien geht nach Dornbirn, Marselinus Tahoni aus Timor in Indonesien geht nach Bischofshofen und Jose Nixon Kappalamakkal aus Kerala in Indien geht nach Mödling. Pater Gregory Reddy Duggimpudi aus Andrah Pradesh, der ebenfalls aus Indien stammt, und Pater Tanysun Sunico aus Mindanao auf den Philippinen werden im 10. Wiener Gemeindebezirk bzw. in Mödling in der Pfarrseelsorge arbeiten. Beide Priester haben eine definitive Missionsbestimmung für Österreich.

Nicht nur diese acht Leute, alle 120 TeilnehmerInnen des Pfingstfestes wurden entsandt in ihren Alltag, um mit anderen zu teilen, was sie während bewegender Tage in St. Gabriel erfahren haben. Ganz stark war die Erfahrung der Interkulturalität. Beim Festgottesdienst am Pfingstsonntag war es darum gegangen, in Verbindung zu bleiben mit Gott, seiner Schöpfung, den Mitmenschen und anderen Kulturen. Zeichenhaft wurden Schnüre aneinander geknüpft. Beim Weiterfeiern nach dem Gottesdienst, das diesmal wegen des feucht-kühlen Wetters vom Garten ins Haus verlegt wurde, gab es ausgelassene Tänze nach Rhythmen und Melodien aus Madagaskar, Brasilien, Rumänien, Indonesien und Tirol, und auch im Gespräch kam es zum Brückenschlag zwischen den Kulturen. Am Ende des Tanzfestes gab es eine Kerzenprozession durch den Garten, die in ein besinnliches Beten und Singen in der Hl. Geist Kirche von St. Gabriel mündete. „Das macht dieses einzigartige Pfingstfest aus: Dass wir ausgelassen feiern, tief beten und intensiv Menschen verschiedener Kulturen begegnen können. Ein Weltkirche-Fest eben!“ – So brachten es die gut 20 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Pfingstfestes bei ihrer Auswertung auf den Punkt. Ihnen dankte Weltdorfpfarrer Pater Puplius Buru herzlich für den Einsatz und sagte: „Ohne euch wäre dieses Fest nicht möglich gewesen!“

Franz Helm SVD