20 Jahre Mission in Madagaskar

14.12.2009

Madagaskar - In Mananjary waren die Chiefs und Könige der Clans von der befreienden Botschaft Jesu Christi überzeugt. Noch aber verhinderten einige traditionelle Riten, wie die Opferung eines Rindes oder die Praxis der Zaberei, dass diese Menschen getauft werden konnten.

Seit zwanzig Jahren arbeiten unsere Mitbrüder in Madagaskar und haben ihren missionarischen Dienst auf vier Jack Grad Segnung von Chiefs ausgedehnt, nämlich: Mananjary, Fianarantsoa, Antananarivo und Ambatondrazaka. Die erste Diözese, wo die SVD gearbeitet hat, war Mananjary. P. Jack Zdislaw GRAD hat seine Missionsarbeit 1993 im Distrikt von Pangalana am Indischen Ozean begonnen. Als er mit den Dorfbewohnern in Kontakt kam und sie regelmäßig besuchte, konnte P. Grad die Kraft des Glaubens der Leute erfahren. Dieser Glaube war der Zugang zur Bekehrung der Dorfbewohner und deren Annahme des lebensspendenden Wortes Gottes. Als sie sich bekehrten, verspürten sie Befreiung, Rettung, Wohlergehen und gute Gesundheit. Etwa zehn Jahre lang haben die Chiefs ("Könige") der Antambahoaka, Antemoro und Betsimisaraka Völker mit Aufmerksamkeit verfolgt, was vor sich ging. Sie waren einerseits neugierig, andererseits berührt. Schließlich hatten einige der Familienoberhäupter (ampanjaka) das Vertrauen und die Bereitschaft, den Glauben anzunehmen und aufzuhören, einige der Rituale zu vollziehen, die ein Haupthindernis für ihre Zulassung zum christlichen Leben waren.

P. Grad erarbeitete ein Ritual, das er "Segnung eines Chiefs" nannte, um deren Übertritt vom "heidnischen" zum christlichen Leben zu erleichtern. Die Lizentiatsarbeit über die Rolle der Symbole und Rituale in der Vermittlung des Glaubens, die P. Grad während seiner Studien an der Salesianer Universität in Rom geschrieben hatte, erwies sich als große Hilfe für diesen Zugang. Bei der Durchführung der Segnung und des Rituals muss der Chief vor dem Priester und der örtlichen Gemeinde ein festes Versprechen abgeben und damit den traditionellen Opfern eines Zebus (Rind) abschwören. Während der Feier empfängt der König einen neuen roten Umhang, eine rote Kopfbedeckung und einen neuen Stab mit dem Kreuz darauf. Der Chief übergibt dem Priester den Zauberstab. Später trägt der Chief die neuen Elemente des Opfers zum Altar: Brot und Wein werden auf den Opferaltar gebracht. Der König legt Zeugnis davon ab, dass das einzig wahre Opfer Christus ist. Zum Ritual gehört auch, dass der König selbst den Segen gibt. Jetzt allerdings segnet er nicht im Namen eines Zebus, sondern im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit.

2005 wurde im Dorf Marohita, südlich des Pagalana Distrikts, die erste Segnung eines Chiefs durchgeführt. Der Empfänger der Segnung war Chief Malgascio. Dieses Ereignis war der Beginn von Segnungen anderer Chiefs aus den Nachbardörfern. P. Grad und P. Czeslaw SADECKI gelang es, drei Chiefs vom Dorf Tanandava in Antambahoaka zu überzeugen. Wie Chief Malgascio, legten diese Chiefs ihre Angst vor ihren Vorfahren ab. Fünf Jahre später haben etwa 40 Chiefs diese Segnung angenommen, was später zu ihrer Bekehrung zum christlichen Glauben geführt hat. Ihre   Jack Grad P. Grad mit ChiefsBekehrung war eine Inspiration für viele. Infolgedessen sind christliche Gemeinden in den Dörfern der gesegneten und bekehrten Chiefs aufgeblüht. Über die Jahre hat die Bekehrung der Chiefs Möglichkeiten für die Evangelisierung der ganzen Stammesfamilie eröffnet. P. Pawel GALLA begleitet und betreut diese gesegneten und bekehrten Chiefs weiterhin.Im Februar 2010 werden 26 weitere Chiefs ihre Segnung erhalten, der später die Annahme des christlichen Glaubens folgen wird.

P. Jack Grad