Ein Auto dank Victorinox

24.12.2010

Bolivien, Scheiz - Bruder Josimar Ferreira in La Paz in Bolivien ist begeistert vom kürzlich erworbenen Suzuki. Das neue Auto erleichtere seine Arbeit als Arzt und Steyler Missionar wesentlich. Ermöglicht hat das die Victorinox-Stiftung in Ibach mit einer Spende von 10 000 Franken.

"Ich bin sehr dankbar für dieses Fahrzeug", sagt Bruder Josimar. "Es befreit mich vom täglichen Kampf mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und bietet mir die Möglichkeit, Patienten zu besuchen und zu transportieren." Er habe, so der Steyler Missionar, bewusst ein kleineres Modell ausgewählt. Es benötige weniger Treibstoff und sei auch im Unterhalt günstiger.

Bruder Josimar, der aus Brasilien stammt, ist Arzt und Direktor im Spital San Franzisco des Asis, das am Stadtrand von La Paz liegt. Auf engstem Raum hilft er den Ärmsten. Pater Albin Strassmann, Missionssekretär der Schweizer Provinz, war kürzlich bei seinem Mitbruder zu Besuch. "Ich habe noch nie ein so kleines, enges, verwinkeltes Spital mit so vielen Leuten gesehen. Es war fast wie in einem Bienenhaus", berichtet er. Trotz aller Unübersichtlichkeit: Bruder Josimar hat das Spital im Griff. Die Klinik, die ihr Schwergewicht auf die ambulante Behandlung legt, funktioniert sehr gut. 

Neben der Arbeit im Spital trägt Bruder Josimar verschiedene Kinder-Projekte der Steyler Missionare und der Steyler Missionsschwestern mit. Er berät in Gesundheitsfragen und betreut in den ordenseigenen Heimen und Horten kranke und verunfallte Kinder. Und nicht genug. Auch als Wissenschaftler ist er aktiv. Sein Fachgebiet: Epidemiologie. In seinen Forschungen beschäftigt er sich vor allem mit Tuberkulose, Grippeviren und tropische Krankheiten. Die dazu notwendigen Erfahrungen bringt er aus seinem ursprünglichen Beruf als Biologe mit. Für all diese Arbeiten ist das neue Fahrzeug sehr hilfreich. 

Pater Albin Strassmann, der selber von 1989 bis 1995 in Bolivien als Missionar wirkte, stellte auf seiner dreiwöchigen Studienreise fest: "Bolivien hat sich stark verändert. Auch zum Guten, aber nicht nur." Die Regierung um Staatspräsident Evo Morales habe einiges in Bewegung gesetzt. Pater Albin nennt das neue Selbstbewusstsein der indigenen Bevölkerung, aber auch die "aufpolierte" Staatskasse (ermöglicht durch bessere Verträge mit den Öl- und Gaskonzernen im Land).

Keine Lösung fand die Regierung für die anhaltende Landflucht. Grosse Städte wie Santa Cruz, Cochabamba, El Alto und La Paz wachsen rasant. Die Slums in den Stadtrandgebieten explodieren. Die Menschen leben in ärmlichsten Verhältnissen - meist ohne Strom und Wasser. Ebenfalls auf der Strecke blieb bis heute die angestrebte Landwirtschafsreform. Folge: Der Coca-Anbau hat massiv zugenommen.

Von dieser Situation ist auch die Arbeit von Bruder Josimar geprägt.  

Albin Strassmann SVD
 
Bruder Josimar Ferreira und der neue Suzuki
Bruder Josimar Ferreira und der neue Suzuki