Appenzeller wird neuer Provinzial

30.01.2013

Thal / Schweiz - Der neue Provinzial der Steyler Missionare in der Schweiz heisst Pater Stephan Dähler. Der Appenzeller tritt am 1. Mai die Nachfolge von Pater Hans Weibel an, der die Gemeinschaft die letzten sechs Jahre leitete.

Die Steyler Missionare in der Schweiz haben anlässlich ihrer Provinzversammlung in den ersten Januartagen in Thal SG Pater Stephan Dähler, Rektor der Marienburg in Thal, aus einem Dreiervorschlag mit Pater Othmar Baldegger und Pater Justin Mat zu ihrem neuen Provinzoberen gewählt. Der 44-Jährige war die letzten drei Jahre bereits stellvertretender Provinzial.
Pater Stephan ist in Gais AR geboren und auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen. Er besuchte das Gymnasium Marienburg in Thal und maturierte an der Stiftsschule in Einsiedeln. Es folgten Noviziat, Theologiestudium und erste Gelübde im Missionshaus St. Gabriel in Maria Enzersdorf bei Wien, Österreich. Von 1997 bis 1999 sammelte Pater Stephan - im Rahmen eines Austauschprojektes - erste Missionserfahrungen in Togo, Westafrika. Die ewigen Gelübde legte er 1999 in St. Gabriel ab. Und: Dort wurde er am 13. Mai 2000 auch zum Priester geweiht. Von 1999 bis 2005 wirkte der Appenzeller in der Dreifaltigkeitspfarrei im 10. Wiener Gemeindebezirk im pastoralen Dienst und im Schulunterricht. 2007 erfolgte die Ernennung zum Rektor der Steyler Gemeinschaft in der Marienburg.
Als Provinzial steht Pater Stephan Dähler ab 1. Mai 37 Patres und Brüdern in der Schweiz und in Paris vor. Pater Hans Weibel, der die Ordensgemeinschaft die letzten sechs Jahre leitete, wird künftig wieder als Missionar in Lateinamerika tätig sein.

Fünfköpfiger Rat

Neuer Stellvertreter des Provinzials wurde Pater Justin Mat, 44. Der gebürtige Indonesier arbeitet als priesterlicher Mitarbeiter in der Seelsorgeeinheit Altstätten-Rebstein. Er gehört dem Provinzrat seit 2010 an.
Für weitere drei Jahre in seinem Amt als Provinzrat und Admonitor bestätigt  hat die Wahlversammlung Bruder Franz Schurtenberger, 56, zurzeit Rektor des Missionshauses Maria Hilf in Steinhausen. Neu im fünfköpfigen Rat sind: Pater Antonio Enerio, 43, Leiter der Philippinenmission in der Schweiz, sowie Pater  Marcel Frei, 64, Mitarbeiter der Provinzprokur.
Aus dem Rat zurückgetreten ist Provinzökonom Pater Walter Strassmann, 69.

Ernsthafter Kaufinteressent

Dem Provinzkapitel lagen 15 Abteilungsberichte schriftlich vor. Sie wurden alle genehmigt. Zwei Punkte aus diesen Berichten interessierten speziell: Der geplante Verkauf der Marienburg sowie die Neuorientierung des Vereins der Freunde des Gymnasiums Marienburg.
Laut Pater Stephan Dähler gibt es für die Marienburg einen „ernsthaften Kaufinteressenten“. Weitere Details konnte und wollte der Rektor der Marienburg aber noch nicht verraten. „Der Interessent möchte vorläufig anonym bleiben. Wir sind aber guten Mutes, dass schon bald eine Lösung gefunden wird.“   
Kandid Scherer, Präsident des Vereins der Freunde des Gymnasiums Marienburg, orientierte über die im November 2012 abgehaltene 49. Generalversammlung (GV) des Vereins. Wie bereits berichtet, musste das Gymnasium den Schulbetrieb im Juli des vergangenen Jahres aus finanziellen Gründen einstellen. Dadurch verlor der Verein seinen in den Statuten festgeschriebenen Zweck, nämlich die Unterstützung der Schule. „Wir wollen den Steyler Missionaren aber weiterhin die Treue halten, sie ideell und finanziell unterstützen“, erklärte der Präsident. Die GV mit über 120 Vereinsmitgliedern habe sich einhellig dafür ausgesprochen. In welcher Form dies geschieht, ist noch offen. „Sicher ist, ein gemeinsames Mittagessen pro Jahr genügt nicht“, meinte Scherer. „Wir wollen mehr.“ So will der Verein künftig seine Aktivitäten auf die ganze Provinz ausdehnen, „ein Zuhause“ für alle Schweizer Steyler Missionspartner sein. Bisher waren es vor allem Ehemalige des Gymnasiums, die dem Verein beitraten.

Rektor oder Präses?

Vom Kapitel abgelehnt wurde der Antrag, 2013 eine ausserordentliche Provinzversammlung einzuberufen. Das von Pater Albin Strassmann dafür vorgesehene Thema „Schwerpunkte der Steyler Missionare in der Schweiz“ soll aber an der Provinzversammlung 2014 prioritär traktandiert werden. Das gilt auch für die im Verlaufe der Versammlung immer wieder aufkeimende Frage „Wo und in welcher Form wollen wir künftig leben und arbeiten?“
Zurückgestellt hat das Provinzkapitel einen Antrag des Provinzrates. Dieser sah vor, die beiden Häuser Marienburg und Maria Hilf vom Generalsuperior in Rom neu als einfache Niederlassungen mit je einem Präses einzustufen zu lassen. Begründung: Schrumpfende Gemeinschaften, immer weniger Mitbrüder, die sich für eine Charge als Hausobere oder Hausrat zur Verfügung stellen sowie Ämterkumulation. Das Amt des Rektors sollte mit diesem Schritt auf mehrere Schultern verteilt werden.
Gut hiessen die Kapitel-Teilnehmer die Überarbeitung der Leitbilder in den drei Niederlassungen in Thal, Steinhausen und Rosny-sous-Bois in Paris. Notwendig macht diese Neufassung der im letzten Sommer am Generalkapitel der Steyler Missionare in Rom ausgearbeitete Aktionsplan.
Pater Rainer Schafhauser dankte abschliessend - auch im Namen seiner Mitbrüder - Pater Hans Weibel für die souveräne Leitung des Kapitels, vor allem aber für „die ausgezeichnete und nicht immer leichte Arbeit als Provinzial in den letzten sechs Jahren“.

Missionspartner

Zum zweiten Mal nahmen sechs Laienvertreterinnen und -vertreter, sogenannte Missionspartner (eine Bezeichnung, die von Generalsuperior Heinz Kulüke angeregt worden ist), am Kapitel teil. Es waren dies: Kandid Scherer, Susi Hässig-Frey und Theo Graf vom Verein Freunde des Gymnasiums Marienburg, Felix Bischofberger, Präsident der Stiftung Gymnasium Marienburg und St. Galler Kantonsratspräsident, Heinz Jeck, Verlagsleiter, und Xaver Schorno, Kommunikationsbeauftragter. Die Steyler Missionarinnen in der Schweiz waren durch ihre Leiterin, Schwester Nicola Kaiser, vertreten.

Xaver Schorno
Der neue Provinzrat (von links): Pater Justin Mat, Pater Stephan Dähler (Provinzial), Bruder Franz Schurtenberger, Pater Antonio Enerio, Pater Marcel Frei     - Bilder Xaver Schorno  
Der neue Provinzrat (von links): Pater Justin Mat, Pater Stephan Dähler (Provinzial), Bruder Franz Schurtenberger, Pater Antonio Enerio, Pater Marcel Frei - Bilder Xaver Schorno
 
Pater Walter Strassmann: Startbereit 
Pater Walter Strassmann: Startbereit
Eröffnung des Provinzkapitels. Am Mikrophon: Provinzial Pater Hans Weibel 
Eröffnung des Provinzkapitels. Am Mikrophon: Provinzial Pater Hans Weibel
Gute Stimmung: Verlagsleiter Heins Jeck (links) und Felix Bischofberger, St. Galler Kantonsratspräsident 
Gute Stimmung: Verlagsleiter Heins Jeck (links) und Felix Bischofberger, St. Galler Kantonsratspräsident
Pater Justin Mat (links) und Pater Richard Konieczny geniessen die Kaffeepause  
Pater Justin Mat (links) und Pater Richard Konieczny geniessen die Kaffeepause
Die Eucharistiefeier vor der Wahlversammlung wurde von den Schlossberg-Buben musikalisch umrahmt 
Die Eucharistiefeier vor der Wahlversammlung wurde von den Schlossberg-Buben musikalisch umrahmt
Wahlfieber 
Wahlfieber
Vizeprovinzial (rechts) gratuliert Provinzial 
Vizeprovinzial (rechts) gratuliert Provinzial
Bruder Markus Jöhl (rechts): Gratulation mit Heiligenschein,  
Bruder Markus Jöhl (rechts): Gratulation mit Heiligenschein,
Ihnen gefällts: Pater Benjamin Kintchimon (links) und Pater Albert Namparus Ndok 
Ihnen gefällts: Pater Benjamin Kintchimon (links) und Pater Albert Namparus Ndok
Die Erfahrenen (von links): Bruder Franz Xaver Romer, Pater Hugo Huber, Pater Walter Künzle 
Die Erfahrenen (von links): Bruder Franz Xaver Romer, Pater Hugo Huber, Pater Walter Künzle
Lächeln können die Politiker einfach am besten (von links): Felix Bischofberger, St. Galler Kantonsratspräsident, Kandid Scherer und Susi Hässig-Frey, Verein Freunde des Gymnasiums Marienburg    
Lächeln können die Politiker einfach am besten (von links): Felix Bischofberger, St. Galler Kantonsratspräsident, Kandid Scherer und Susi Hässig-Frey, Verein Freunde des Gymnasiums Marienburg
Prosit und alle Gute! Der neue (links) und der alte Provinzial 
Prosit und alle Gute! Der neue (links) und der alte Provinzial