P. Alois Maldener SVD verstorben

24.10.2011

St. Wendel / Deutschland - In den frühen Abendstunden des 23. Oktober 2011 verstarb plötzlich, dennoch nicht unerwartet, unser lieber Mitbruder P. Alois Maldener.

Alois wurde am 11. April 1929 in Mettnich/Primstal im Saarland als Sohn der Eheleute Michael Maldener und Margareta geb. Kaspar geboren. Er besuchte von 1935 – 1941 die Volksschule in Primstal. Dann wechselte er 1941 auf die Oberschule nach Hermeskeil bis diese 1943 kriegsbedingt geschlossen wurde. Nach der Wiedereröffnung Anfang 1945 wurde er in die Obertertia versetzt. Nach eigenen Aussagen reifte in ihm ab 1943 der Wunsch Missionar zu werden. Aus diesem Grund bat er 1946 um Aufnahme in die Missionsschule der Steyler Missionare in St. Wendel. Hier machte er 1951 sein Abitur. Direkt anschließend trat er in St. Augustin in die Gesellschaft des Göttlichen Wortes ein, wo er am 08. September 1951 eingekleidet wurde und das Noviziat begann. Die Ersten Gelübde legte er am 08. September 1953 ab. Es folgte das Studium der Philosophie und Theologie. In den Ewigen Gelübden, die er am 08. September 1957 ablegte, band er sich für immer an die Ordensgemeinschaft.
Während dieser Zeit in St. Augustin war Alois Vorsänger des Choralchores, was heute noch immer von Mitbrüdern erwähnt wird.
Am 15. Mai 1958 wurde er in St. Augustin zum Priester geweiht. Nach der Priesterweihe folgte das Pastorale Jahr in München. Seine Missionsbestimmung erhielt P. Maldener für den Schuldienst in der Süddeutschen Provinz. Bevor er jedoch sein Studium in den Fächern  katholische Religion und Mathematik in Köln aufnahm, war er noch für ein Jahr „Kandidatenmeister“ im Missionshaus St. Wendel. Nach seiner Referendarzeit in Saarbrücken  wurde P. Maldener im November1966 in das Missionshaus St. Peter in Tirschenreuth versetzt, um an der dortigen Schule zu unterrichten.
In Tirschenreuth blieb er bis 1969 und wechselte anschließend in die Missionsschule nach St. Wendel. Da die Mitbrüder in St. Peter/Tirschenreuth P. Maldener während seiner dortigen Zeit kennen– und schätzen lernten,  wählten sie ihn 1971 zu ihrem Rektor. Nach drei Amtszeiten führte ihn 1980 sein Weg zurück nach St. Wendel, wo er sowohl Präses als auch Seelsorger des Wendelinushofes war und erneut in den Schuldienst des Arnold-Janssen-Gymnasiums eintrat. P. Maldener war ein geschätztes Mitglied des Lehrerkollegiums und es war ihm ein Anliegen und eine Freude im „ElSch“-Chor (Eltern-Lehrer-Schüler-Chor) des AJG mitzuwirken.
Seit Anfang der 80er Jahre machte sich bei P. Maldener eine aggressive Erkrankung seiner Leber (chronische Hepatitis) bemerkbar, die ihn fast jährlich zu einem mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt zwang. Schließlich konnte ihm nur noch eine Lebertransplantation helfen. 1993 erhielt er im Virchow-Klinikum in Berlin eine Spenderleber. Danach erholte sich P. Maldener erstaunlich gut und konnte alle seine Tätigkeiten weiterführen. In seiner direkten nordsaarländischen Heimat war und ist P. Maldener sehr bekannt, da er an jedem Wochenende in den Pfarreien Primstal, Kastel und Braunshausen, sowie in vielen anderen Gemeinden seelsorglich tätig war.
Immer wieder erwähnte er seine große Zuneigung und Verehrung des Hl. Josef. Er war davon überzeugt, dass auf dessen Fürsprache die Transplantation so erfolgreich war. Täglich dankte er Gott und seinem Spender und erflehte die Fürsprache des Hl. Josef.
Bis 2009 verblieb er auf dem Wendelinushof und verfolgte mit Interesse und Engagement die Übergabe des Hofes an die Lebenshilfe.
2009 wechselte er mit den anderen noch verbliebenen Mitbrüdern vom Wendelinushof in das Wendelinusheim im Missionshaus.
Nach seinem 82. Geburtstag nahmen seine physischen Kräfte rapide ab und er wurde immer schwächer. An den beiden letzten Tagen seines Lebens nahm er keine Nahrung mehr zu sich.
Da P. Maldener in den letzten Stunden nicht mehr ansprechbar war, wurden seine Angehörigen informiert und zwei seiner Schwestern konnten noch bei ihm sein, als er sein Leben in die Hände des Schöpfers zurückgab.
P. Maldener war ein liebenswürdiger, engagierter und geschätzter Mitbruder. Neben dem Rektorat in Tirschenreuth hatte er noch weitere wichtige Ämter in unserer Ordensgemeinschaft inne. So war er von 1980  – 1986 Vize-Provinzial der süddeutschen Provinz; in den Triennien 1989 – 92 und 1995 – 98 Provinzrat der süddeutschen Provinz und von 1980 – 1992 Präfekt der Brüder in zeitlichen Gelübden.
Wir danken Gott für seinen Einsatz in unserer Missionsgesellschaft und dafür, dass wir ihn als Mitbruder in unserer Mitte haben durften.
Am Donnerstag, 27. Oktober 2011, feiern wir um 14.30 Uhr das Requiem für P. Maldener in der Kirche des Missionshauses in St. Wendel. Anschließend beerdigen wir ihn auf unserem Klosterfriedhof.

St. Wendel, 25.10.2011
Leiter des Wendelinusheimes

Br. Stefan Theobald SVD