P. Bernhard Rudolf SVD verstorben

13.02.2011

Sankt Augustin / St. Wendel - Am 11. Februar 2011 verstarb nach langer schwerer Krankheit P. Bernhard Rudolf in St. Wendel. Er war von 1994 - 2000 Generalökonom der Steyler Missionare, sowie Beiratsvorsitzender der Steyler Bank.

P. Bernhard Rudolf SVD

Am Freitag, den 11. Februar 2011, um 13.50 Uhr ist im Seniorenheim der Steyler Missionare in St. Wendel in Deutschland P. Bernhard Rudolf, Generalökonom der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD) von 1994 bis 2010, nach zweijährigem Kampf mit einem Krebsleiden (Merkelkarzinom) friedvoll gestorben.

Im Herbst 2008 wurden bei P. Rudolf die ersten Anzeichen von Krebs festgestellt. Von da an begann er, zwischen Rom und Deutschland, wo er in regelmäßiger medizinischer Behandlung stand, zu pendeln. Als sich im Mai 2010 herausstellte, dass der Krebs weiter um sich gegriffen hatte, trat er von seinem Amt als Generalökonom zurück. Gegen Ende November 2010 ging er für eine intensivere Behandlung nach Deutschland. Eine Untersuchung Mitte Januar 2011 ergab, dass der Krebs sich bereits im ganzen Körper verbreitet und das Rückenmark in Mitleidenschaft gezogen hatte, was zu einer teilweisen Lähmung von der Brust bis zu den Beinen führte. Er wurde ins Johanniter Krankenhaus in Bonn eingeliefert. Am 27. Januar 2011 erklärten die Ärzte, dass die ärztliche Kunst nichts mehr zur Verlängerung seines Lebens tun könne. So wurde er am 1. Februar in die Pflegestation des Steyler Seniorenheims in St. Wendel überführt. Am 9. Februar kamen drei Mitbrüder aus Rom, die eng mit P. Rudolf zusammen gearbeitet hatten, nach St. Wendel, um ihn zu besuchen. Sie konnten noch mit ihm sprechen und waren Freitag, den 11. Februar, den ganzen Morgen an seiner Seite. Ein wenig später, um 13.50 Uhr, ist P. Rudolf friedvoll entschlafen, am Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes und dem Welttag der Kranken.

P. Rudolf wurde am 20. Juli 1947 in Schortens, Diözese Münster, Deutschland, geboren. Seine Eltern – Herbert Rudolf und Hildegard Hornig (mit über 90 Jahren ist sie noch am Leben) – stammten aus Schlesien (früher Deutschland, heute Polen). Er hat eine Schwester, verheiratet mit zwei Kindern.

Nach Abschluss der Volksschule und Sekundärschule machte Bernhard eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Er studierte auch Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft an der Fachhochschule Wilhelmshaven und schloss diese Ausbildung im Februar 1973 als graduierter Betriebswirt ab. Er machte den Militärdienst in der deutschen Bundeswehr.

Am 10. Oktober 1973 trat Bernhard in St. Augustin in die SVD ein und begann sein Noviziat. Am 13. Oktober 1974 legte er die ersten Gelübde ab. Danach begann er die philosophisch-theologischen Studien in St. Augustin. Am 1. Mai 1979 weihte er sich für immer Gott durch die ewigen Gelübde in der SVD und wurde am 16. März 1980 zum Priester geweiht.

Seine Missionsbestimmung erhielt er für Papua Neu Guinea. Dort wirkte er drei Jahre in der Pfarrei Kerowagi in der Diözese Goroka/Kundiawa. 1984 wurde er nach Deutschland zurückversetzt und arbeitete dann zehn Jahre (1984-1994) zusammen mit P. G. Huth in der Missionsprokur St. Augustin. Während dieser Zeit war er für zwei Amtsperioden Vizerektor in St. Augustin (1986-1992), dann Hausrat. Im Juli 1994 ernannte P. Generalsuperior H. Barlage ihn zum Generalökonom. P. Generalsuperior A. Pernia berief ihn im Jahr 2000 für zwei weitere Amtsperioden (nach dem 15. und 16. Generalkapitel) zu demselben wichtigen Posten.

Bernhard war ein freundlicher und heiterer Mensch. Er liebte das Leben und wünschte sich “ein hohes Alter“. Öfters gab er seiner Dankbarkeit dafür zum Ausdruck, dass er in seinem Leben viele gute Dinge erlebt habe, gerade als Ordensmann und Missionar, besonders dass er so viele Menschen aus aller Welt kennengelernt habe. Das Gemeinschaftsleben (das gemeinschaftliche Gebet, die gemeinsamen Mahlzeiten, das gesellige Zusammensein) war ihm viel wert. Er fühlte sich zu Hause in der römischen Kommunität. Er hatte eine große Liebe zur Gesellschaft. Die Mitbrüder, die ihn kennen lernten, waren beeindruckt von seinem Humor und seinem freundlichen Auftreten. Er war ein tieffrommer Mitbruder, aber ohne es zur Schau zu stellen. Oft konnte man ihn schon vor dem Gemeinschaftsgebet in der Kirche finden, entweder bei der Betrachtung oder beim Breviergebet.

Als Generalökonom befolgte er gewissenhaft die Vorschriften des Kirchenrechts, die ordensinternen Richtlinien und die Grundsätze des Rechnungswesens. Er war gerecht und objektiv in seinen Urteilen und Entscheidungen. Im Umgang mit anderen war er offen und zugänglich; Mitbrüder und andere Mitarbeiter/innen schätzten ihn sehr. Er hatte ein gutes Herz. Er bestand darauf, dass kranke Mitbrüder gut versorgt wurden und prompt alle notwendige Unterstützung erhielten. Er tat ihm immer leid, wenn die zur Verfügung stehenden Gelder nicht ausreichten, um den Anträgen der Mitbrüder Genüge zu tun und besonders die Ärmsten der Armen in ihrem Kampf gegen Hunger, Krankheit und Analphabetentum zu unterstützen. Hervorzuheben ist sicher seine Sorge um die weltweite Mission der SVD und seine Vorsorge für die finanzielle Zukunft der SVD. In seinen ersten Jahren als Generalökonom sprachen Mitbrüder öfter vom „Evangelium nach Bernhard Rudolf“, nämlich sein Bestehen auf finanzieller Selbständigkeit. Er sagte es ob gelegen oder ungelegen.

Während seiner Amtszeit wurde zwei große Renovierungen in Rom durchgeführt: Das Collegio in Rom (1995-96) und das Terziat in Nemi (2009-2010), jetzt Centro Ad Gentes genannt. Die Mittel für die Renovierung des Collegio wurden großzügigerweise von den Provinzen zur Verfügung gestellt. Dafür war er tief dankbar. Mit tiefem Verständnis setzte er sich aber dafür ein, dass das Generalat selbst die finanzielle Bürde für die Renovierung von Nemi übernehme, um die Provinzen in einer Zeit schwerer finanzieller Krise nicht zu belasten.

P. Bernhard Rudolf hat der Gesellschaft treu gedient und die SVD durch sein Leben und Wirken bereichert. Seine Mitbrüder, Mitarbeiter und Freunde werden ihn sehr vermissen. Möge der Herr ihn reich belohnen mit Frieden und Freude in Seinem Reich. Möge er jetzt die Worte seines Herrn hören: „Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!” (Mt 25:21).

Für das Generalat SVD, Rom
P. Generalsuperior Antonio Pernia

 

Das Requiem mit anschließender Beerdigung auf dem Klosterfriedhof von St. Augustin feiern wir am Mittwoch, 16. Februar 2011 um 14.30 Uhr.