Br. Sebastian (Hans Martin Otte) SVD (1931- 2012)

20.12.2012

St. Wendel / Deutschland - Am Nachmittag des 19. Dezember 2012, gegen 16.30 Uhr, ist unser Mitbruder Br. Sebastian plötzlich und unerwartet im SHG Krankenhaus Völklingen gestorben.

Br. Sebastian SVD   
Br. Sebastian SVD

Br. Sebastian wurde am selben Tag an einer Herzklappe operiert. Diese Operation verlief erfolgreich. Noch um 14.00 Uhr besuchte ihn Br. Hermann Hempen und bei diesem Besuch fühlte sich Br. Sebastian wohl. Kurze Zeit später ergaben sich Komplikationen in Folge dessen Br. Sebastian verstarb.
Br. Sebastian wurde am 28. Januar 1931 in Henrichenburg  (Kreis Recklinghausen) als Sohn der Eheleute Heinrich und Elisabeth Otte geboren. Br. Sebastian wuchs mit fünf Geschwistern in einem von tiefer Frömmigkeit geprägten Elternhaus auf.

Bis Mai 1945 besuchte er die achtjährige Volksschule und begann direkt danach eine Lehre als Setzer und Drucker in Waltrop, die er mit einer sehr guten Prüfung abschloss. In seiner Freizeit engagierte sich Br. Sebastian als Pfadfinder. Dies tat er auch noch, als er schon lange im Orden war. Am 28. Dezember 1949 erfüllte sich sein schon lange gehegter Wunsch Ordensbruder und Missionar zu werden und er trat in St. Augustin bei den Steyler Missionaren ein. Am 08. September 1950 wurde er in St. Augustin eingekleidet und erhielt den Ordensnamen Br. Sebastian. Nach dem Noviziat legte er am 08. September 1952 die Ersten Gelübde in St. Augustin ab und wurde noch im selben Jahr in das Mutterhaus St. Michael in Steyl versetzt. Dort arbeitete er in der Druckerei bis zu seinen Ewigen Gelübden am 08. September 1958. Danach erhielt er die Missionsbestimmung für die Insel Flores in Indonesien. Da er auf das Visum für Flores warten musste, wurde er zunächst am 20. März 1959 nach Ghana geschickt. Da er jedoch kein Visum für Indonesien bekam, man in Porto Alegre in Brasilien aber dringend einen Bruder suchte, wurde er für Brasilien umbestimmt. Dort arbeitete er zunächst drei Jahre in der Druckerei der Tageszeitung „Jornal do Dia“. Als die Druckerei an die Bischöfe zurückgegeben wurde, ging Br. Sebastian nach Sao Paulo, wo er zusammen mit Paul Keller eine neue Druckerei errichtete, die viele Jahre erfolgreich arbeitete. 1980 ernannte P. Generalsuperior Heinrich Heekeren Br. Sebastian zum Provinzökonom von Kolumbien. Acht Jahr übte er dieses Amt aus und dann kam für ihn unerwartet der Ruf von P. Generalsuperior Heinrich Barlage, nach Angola in Afrika zu gehen und für die dortige Bischofskonferenz eine Druckerei aufzubauen. Dies war ein schwieriger Auftrag, denn in dieser Zeit erlebte Angola einen schweren Bürgerkrieg. Es war so gut wie nichts vorhanden. Jeder Bogen Papier und jeder Eimer Farbe musste über das Ausland eingeführt werden, aber am Ende kam eine kleine, aber gut ausgestattete Druckerei ans Laufen. Viele Tausende von Kathechismen wurden in den verschiedensten Dialekten für die Diözesen gedruckt. Während dieser Zeit kümmerte er sich auch um die Menschen der Leprastation in Funda.

Im Januar 1996 verließ Br. Sebastian Angola und kam in die Norddeutsche Provinz in das Missionshaus nach St. Arnold. Hier war er für kurze Zeit in der Hausprokur tätig, bevor er nach München versetzt wurde, um dort an der Pforte auszuhelfen. Doch bereits 1998 verließ er Deutschland wieder und ging nach Portugal. Vier Jahre blieb er in Portugal und im Jahre 2002 wurde er wieder in die brasilianische Südprovinz versetzt, wo er bis zum Mai 2004 in Ponta Grossa als Hausökonom tätig war. Am 21. Mai 2004 erlitt Br. Sebastian einen Verkehrsunfall und musste zur Operation und Rehabilitation nach St. Augustin/Deutschland zurückkehren.
Am 20. Juli 2005 übersiedelte Br. Sebastian -nun auf einen Rollator angewiesen- noch einmal in das Mutterhaus nach Steyl. Nachdem seine körperlichen Kräfte immer mehr nachließen und er nicht mehr adäquat in Steyl betreut werden konnte, übersiedelte Br. Sebastian am 01. Juli 2011 in das Wendelinusheim nach St. Wendel. Hier bekam er die notwendige Hilfe und konnte sich schnell im Kreise seiner Mitbrüder, von denen ihm viele bekannt waren, einleben.
Der plötzliche Tod von Br. Sebastian, so kurz vor dem Weihnachtsfest, hat sowohl die Mitbrüder als auch das Personal in St. Wendel tief erschüttert. Wir danken Gott für das Leben unseres Mitbruders, der an so vielen Stellen der Welt gearbeitet und ein Zeugnis für die Frohe Botschaft abgelegt hat. Möge Gott, der Herr, ihm all das Gute, das er in seinem Leben getan hat nun reichlich in der Ewigkeit vergelten.

Am Samstag, dem 22.12.2012 feiern wir um 10.30 Uhr das Requiem für Br. Sebastian in der Kirche des Missionshauses in St. Wendel. Anschließend beerdigen wir ihn auf unserem Klosterfriedhof.

Leiter des Wendelinusheimes

Br. Stefan Theobald SVD