P. Paul Chlosta SVD (1922-2013)

05.06.2013

St. Wendel / Deutschland - Still und ergeben legte unser Mitbruder P. Paul Chlosta am späten Abend des 03. Juni 2013 sein Leben in die Hände des Schöpfers zurück.

P. Paul Chlosta SVD (1922-2013)

Im hohen Alter von fast 91 Jahren hatte er als Schwerkranker noch im Marienkrankenhaus St. Wendel Aufnahme gefunden. Nun haben wir den Heimgegangenen in unser Missionshaus zurückgeholt und werden für ihn am Hochfeste des Heiligsten Herzens Jesu das Requiem halten.
P. Paul Chlosta war geboren am 18. Juli 1922 in Göttkendorf, Kreis Allenstein (Ostpreußen).
Der Vater bewohnte mit seiner Ehefrau Maria und ihren drei Söhnen einen Erbhof. Paul, der Älteste, besuchte nach Abschluss der 4. Volksschulklasse das Gymnasium der Steyler Missionare in St. Adalbert (Ermland) und Hl. Kreuz (Schlesien).
Nach dem Abitur begann er für 10 Monate das Noviziat in Hl. Kreuz; doch bald wurde er zum Militärdienst bei der Marine eingezogen. Auf verschiedenen Handelsschiffen machte er seinen Dienst bis Paul ungefragt zur Offiziersausbildung auf den Hilfskreuzer „Hansa“ kam. Anfangs 1945 wurde Paul wegen seines offenen christlichen Widerspruchs zu Naziparolen mit einer „Strafkompanie“ nach Berlin kommandiert, wo der überraschende Einmarsch der Amerikaner erfolgte und er selbst dabei in Gefangenschaft geriet.
Doch nach kurzem Dienst in einem Notlazarett konnte Paul schon Ende September 1945 zu den Steylern zurückkehren und sein Studium in St. Augustin an der Hochschule des Ordens beginnen. Hier wurde er dann am 27. August 1950 zum Priester geweiht.
Entgegen seinem Wunsch, als Missionar nach Indien auszureisen, wurde er als Lehrer und Erzieher für die Missionsschule St. Wendel bestimmt. Aus dem versprochenen „1 Jahr“ wurden dann volle zwanzig Jahre, von 1950 bis 1962 in St. Wendel und von 1962 bis 1971 im Missionshaus St. Johann, Blönried.
Als Präfekt von St. Johann wurde Paul als gewissenhafter, anspruchsloser und hilfsbereiter Mann gewertet; seine asketische Grundhaltung, ließ freilich bei der Jugend der neuen Zeit auch manche Fragen aufkommen.
Dann begann für unseren Mitbruder eine neue Phase priesterlichen Wirkens. Von 1971 – 1984 durfte er als Pfarrer die Gemeinden in Wengerohr und Platten priesterlich betreuen. Nochmals kam für Paul ein neuer Einsatz als Seelsorger im Marienkrankenhaus St. Wendel von 1984 bis 1997; in stillem, selbstlosem Dienst versah er die Kranken und Sterbenden.
Mit 75 Jahren übernahm er dann die Stelle des Hausgeistlichen des Josefsheimes in Bad Tölz, wo er 15 Jahre verbrachte. Die Gottesdienste vollzog er aufmerksam und gewissenhaft.
Besondere Freude machte ihm die Begegnung mit der herrlichen Natur im eigenen Wohnpark der Thomas-Mann-Villa und bei den häufigen Bergwanderungen.
Die notwendig gewordene Rückversetzung von Bad Tölz ins Seniorenheim nach St. Wendel fiel P. Chlosta, trotz aller Bemühungen der hiesigen Mitbrüder und des einfühlenden Pflegepersonals, recht schwer, was auch durch altersbedingte Umstände verständlich war. Eine plötzliche Einlieferung ins Marienkrankenhaus machte die Schwere seiner Erkrankung deutlich. Alle ärztlichen Bemühungen waren erfolglos. Am Nachmittag des 3. Juni empfing Paul still und gefasst das Sakrament der Krankensalbung und den Päpstlichen Segen für den Weg in die andere Welt. Der Betreuer der Senioren, unser Bruder Hermann Hempen, hat sich bis zum Heimgang in der Nacht noch liebevoll für den Sterbenden eingesetzt.
Am Freitag 07. Juni 2013, dem Hochfest des Herzens Jesu, feiern wir in unserer 100jährigen Missionshauskirche für unseren Mitbruder um 14:30 Uhr die Abschiedseucharistie; anschließend geleiten wir das, was an ihm sterblich war, zur letzten Ruhestätte auf unseren Klosterfriedhof.
St. Wendel 03. Juni 2013
Rektor

P. Roberto Alda, Jr. SVD