P. Hans Schmitz SVD (1931-2013)

01.09.2013

St. Wendel / Deutschland - In den frühen Morgenstunden des Sonntages (01.09.2013) ist unser lieber Mitbruder Hans Schmitz nach langem Leiden im Marienkrankenhaus in St. Wendel verstorben.

P. Hans Schmitz SVD (1931-2013)

P. Schmitz wurde am 21.03.1931 als Sohn des Metzgermeisters Peter Schmitz und seiner Ehefrau Johanna, geb. Edhen geboren.
Von 1937 bis 1944 besuchte er die Volksschule in der Vinzenz-Straße in Aachen. Während der Kriegsjahre 1944/45 war die Familie nach Harsewinkel in Westfalen evakuiert. Dort machte P. Schmitz auch seinen Schulabschluss. Nach der Rückkehr aus der Evakuierung fand die Familie das Haus und den elterlichen Betrieb (Metzgerei) völlig zerstört vor. Hans bekam zunächst keine Lehrstelle und half in Aachen beim Aufräumen der Trümmer. Jedoch war die Arbeit für ihn zu schwer, da er ständig an schlimmen Asthmaanfällen litt. Bis 1947 besuchte er daher die Vorklasse der Handelsschule.

Doch bemerkte er bald den Wunsch Missionar und Priester zu werden. Daher trat er 1947 in Geilenkirchen in die Missionsschule der Steyler Missionare ein. 1951 wechselte er nach St. Xaver in Bad Driburg, wo er am 11. März 1953 das Abitur ablegte. Direkt anschließend wechselte er nach St. Augustin, wo er mit der Einkleidung am 01. Mai 1953 das Noviziat begann. Am 01. Mai 1955 legte er die Ersten Gelübde ab und begann die philosophisch-theologische Ausbildung an der ordenseigenen Hochschule.
Mit Ablegung der Ewigen Gelübde am 01.05.1959 bekam er seine Missionsbestimmung für Timor/Indonesien. Am 08. Dezember 1959 wurde er in der Kirche des Missionspriesterseminares in St. Augustin zum Priester geweiht. Anschließend machte er ein Pastorales Jahr in München. Um die Zeit bis zur Erlangung eines Visums für Indonesien zu überbrücken, frischte er seine Englischkenntnisse in Liverpool/England auf. Im Mai 1961 reiste er per Schiff von Genua aus nach Timor/Indonesien. In Timor angekommen, erlernte er zunächst die indonesische, dann die Volkssprache Tettum. Von 1961 - 65 war er alleine auf der Missionsstation Biudukfoho in den Bergen beim Stamm der Belus.

Am 14. März 1965 wurde er verhaftet und bis Pfingstmontag 1966 in Kupang unter Hausarrest gestellt. Die Anklage gegen ihn lautete: „Versuch der Stürzung der indonesischen Regierung.“ Der Staatsanwalt forderte die Todesstrafe, mindestens jedoch 25 Jahre Gefängnis. Der Anlass seiner Verhaftung war, dass P. Schmitz im Beisein eines jungen Mannes Geld im Gegenwert von 1,5 Pfennig (damals Preis für eine halbe Banane) verbrannte, weil er sich ärgerte, dass dies die ganze Kollekte als Beitrag der Gemeinde für den Bau einer Polyklinik gewesen war. Ein Denunziant berichtete den Behörden, dass er durch das Verbrennen des Geldes die indonesische Regierung verhöhnt habe. Am 14. September wurde er wegen mildernder Umstände zu „nur“ fünf Jahren Gefängnis (abzuleisten im Hausarrest) verurteilt. Daraufhin wurde Berufung eingelegt und ein Revisionsurteil verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis, abzuleisten im Hausarrest. Durch das Bemühen des Bischofs Van den Tillaart wurde er am 30. Mai 1966 aus dem Hausarrest entlassen und konnte auf seine alte Missionsstation zurückkehren. Im Herbst 1966 wurde er Rektor der Hauptstation in Betun. 1966 Eröffnung einer neuen Missionsstation im Darwan-Gebiet. Hier musste er wieder eine neue Sprache erlernen. 1967 erlitt er einen physischen Zusammenbruch und erkrankte schwer an der Galle. Er kehrte zu Operation und Urlaub nach Deutschland zurück. In Jakarta wurde seine Rückreise nach Indonesien von einem Revisionsurteil des Hohen Gerichtshofes abhängig gemacht. Dieses Urteil wurde nie gesprochen, so dass P. Schmitz nicht mehr nach Indonesien zurückkehren konnte.

Er arbeitete ein Jahr im Auftrag der SVD bei der „Aktion Missio“ mit, bevor er im Herbst 1969 die Missionsbestimmung für Paraguay erhielt. Er machte ein viermonatiges Sprachstudium in Pamplona und reiste anschließend nach Paraguay, wo er im April 1970 ankam. Die Oberen schickten ihn in die neu aufzubauende Gemeinde „Capitan Meza“ im Süden Paraguays am Paraná.

Auf eigenen Wunsch kehrte er 1972 nach Deutschland zurück. Nach einer kurzen Erholungsphase begann er seine Tätigkeit in der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung Jugendlicher in Düren. Zusammen mit Franziskanern und Kapuzinern kümmerte er sich um Drogen- und Alkoholabhängige. 1974 übernahm er auf Wunsch der Ordensleitung die Pfarrei Hünshoven bei Geilenkirchen. 1978 erkrankte er schwer am Herzen, so dass er die Arbeit als Pfarrverweser aufgeben musste. Nun wechselte er als Seelsorger in das Krankenhaus von Geilenkirchen. 1990 übersiedelte er nach Wimbern und übernahm die Seelsorge im Krankenhaus der Steyler Missionsschwestern. 

Diese Arbeit gab er aus Gesundheitsgründen am 01. Januar 1995 auf und zog in das Missionshaus St. Arnold nach Rheine um. Am 15. Februar 2002 übersiedelte er auf eigenen Wunsch in das Missionshaus St. Wendel. Hier wirkte er überaus segensreich im Hospiz „Emmaus“, wo er unzählige Menschen in der letzten Phase ihres Lebens bis hin in den Tod begleitete. Das Gleiche tat er auch im Wendelinusheim für viele Mitbrüder. Das Wohl der alten und besonders der kranken Menschen lag ihm sehr am Herzen und in dieser Beziehung war ihm nichts zuviel.

P. Schmitz war ein überaus beliebter und frommer Mitbruder, dem wir alle zu großem Dank verpflichtet sind. Wir hoffen, dass er uns nun vom Himmel aus ein Fürsprecher sein wird.

Mit dem Requiem, das wir am Donnerstag, dem 05. September 2013 um 14.30 Uhr in der Kirche des Missionshauses in St. Wendel feiern, nehmen wir von ihm Abschied. Anschließend geleiten wir unseren lieben Verstorbenen zu seiner letzten Ruhestätte auf unserem Klosterfriedhof.

Leiter des Wendelinusheimes

Br. Stefan Theobald svd