P. Theo Nöthe SVD (1935 - 2013)

19.08.2013

Talea / Mexiko - Mit Leib und Seele war er Missionar für die Zapoteken! Fast ein Jahr war er krankheitshalber in Oaxaca; vor vier Monaten zog es ihn nach Hause, um unter seinen Zapoteken zu sterben und begraben zu werden!

Theo Nöthe war der Sohn von Heinrich und Margaretha Nöthe. Von Jugend an zeichnen ihn Eifer und Einsatz im sozialen Bereich aus: Schon in der Grundschule machte er bei den Pfadfindern mit. 1958 geht der gelernte Baufachmann auf das Aufbaugymnasium der Steyler Missionare in St. Josef, Geilenkirchen. Bald wird er Helfer beim Roten Kreuz.


Am 1. Mai 1963 trat er bei den Steyler Missionaren in Sankt Augustin ein. Nach zwei Jahren Noviziat band er sich an unsere Missionsgesellschaft durch Gelübde. Er studierte Philosophie. Für die theologischen Studien ging er nach Spanien, um sich auch schon sprachlich für seine Mission in Lateinamerika vorbereiten zu können. Er war ein überaus eifriger Student und engagierte sich natürlich auch – wie könnte es anders sein - im sozialen und pastoralen Bereich. In den Ferien lernte er Spanien kennen und schätzen: „Für mich ist Alba de Tormes mit dem Grab der Großen Theresia der schönste Ort Spaniens“. Im baskischen Cizur Menor, am Jakobsweg, legte er am 8. Juni 1969 die ewigen Gelübde ab und empfing am 28.09. 1969 in Pamplona die Priesterweihe. Er wird Socius des Novizenmeisters in Dueñas. Ein Jahr später (10.12. 1970) beginnt seine Mission in Mexiko, wo die Steyler erst 6 Jahre vorher angefangen hatten. P. Nöthe konnte sich nie mit Halbheiten abfinden; für ihn gab es nur Ganzeinsatz! Ihm waren die Worte der mexikanischen Bischöfe in ihrer Grundsatzerklärung zu Beginn des dritten Jahrtausends aus dem Herzen gesprochen und er setzte sie in die Tat um: „... wir schreiten Seite an Seite mit unserem armen Volke, suchen nach Wegen, die zu seiner Befreiung und Entwicklung führen. Die Liebe für die Armen macht unsere Identität und unseren Dienst aus. In den Armen begegnen wir Christus und miteinander bauen wir eine geschwisterliche Gesellschaft auf, die wir alle so sehr ersehnen!“ (No. 426)


Seine missionarische Heimat fand er im südlichen Bundesstat Oaxaca, im Land der Zapoteken. Die Pfarrei San Juan Bautista, Talea de Castro, liegt in der südmexikanischen Sierra Madre Oriental, 2000 bis 2.500 m hoch; 8 weit entfernte Dörfer gehören dazu. Fast täglich wird ihm vor Augen geführt, dass, obwohl die Missionierung der Indianer Mexikos bis ins 16. Jahrhundert zurückgeht, der christliche Glaube keineswegs zur alleinigen „Gebrauchsanweisung“ für ihr Leben gehört. 


P. Nöthe war immer klar, dass Entwicklung nur über Ausbildung der Jugend und der Erwachsenen laufen kann. Er organisierte schulische und außerschulische Bildungsstätten. Abiturienten seines Gymnasiums im abgelegenen Talea hoch oben in der Sierra sind mittlerweile Ärzte und Lehrer. Er schult Gemeindeleiter, bildet Gruppen, die als sein verlängerter Arm die Alten und Kranken besuchen. Bei den Behörden ist er der Anwalt der Dörfer, so dass sie zu Strom- und Wasserleitungen kommen und zu festen Straßen von Dorf zu Dorf. Um den Leuten Mut zu machen, hilft er wochenlang beim Straßenbau der jungen freiwilligen Männer mit. Ein fast blinder Indio-Katechist übersetzt mit ihm eine Auswahl biblischer Texte in die Lokalsprache.


Die Strapazen in der entlegenen Gegend zehren an der Gesundheit des Missionars. Er will seine Zapoteken nicht im Stich lassen, so schiebt er einen längst fälligen und notwendigen Erholungsurlaub in seiner Heimat immer weiter hinaus. Seit 2012 ist er in der Stadt zu ärztlicher Behandlung. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten wird er bei Freunden gepflegt. Br. Joachim Mnich besucht ihn oft und betreut ihn. „Sein inniger Wunsch ist es, in den Bergen bei seinen Zapotecos begraben zu werden“, berichtete Br. Mnich.


Die Steyler Missionare danken P. Theo Nöthe für seinen rastlosen Einsatz im Weinberg des Herrn bei den Zapoteken Mexikos. Sie danken auch seinen Helfern und Freunden für alle Ermutigung und Unterstützung ihres Zapoteken-Missionars.