Br. Albert Hubert <Wendelin> Frese SVD (1929-2014)

28.01.2014

Kundiawa / Papua-Neuguinea - Nach einem langen und segensreichen Wirken in Papua Neuguinea gab Br. Frese sein Leben in die Hände seines Schöpfers zurück.

Die letzten Wochen verbrachte er im Krankenhaus, umsorgt von seinen Mitbrüdern. Sein Großneffe Samuel konnte ihn in den letzten Tagen begleiten, sozusagen als Vertreter seiner Familie in der fernen Heimat, mit der ihr Missionar immer sehr verbunden blieb.


Bruder Frese war der Sohn der Eheleute Christoph und Anna Frese geb. Böddicker. Seine Heimat Paderborn und Sauerland haben ihn geprägt. Er wächst in einer christlichen Familie mit 4 Brüdern und 4 Schwestern auf. Nach achtjähriger Volksschule arbeitet er eineinhalb Jahre in der Landwirtschaft des elterlichen Betriebes.

Von 1945 bis 1949 ist er Landmaschinen-Schlosser-Lehrling bei der Landwirtschaftlichen An- und Verkaufsgesellschaft „Hessenland“ in Korach/Waldeck. Dort besucht er auch die Berufsschule. Am 28. Mai 1949 legt er in Sterzhausen/Waldeck die Gesellenprüfung ab. Bis April 1950 arbeitet er als Geselle bei der Firma Hessenland, danach wieder in der Landwirtschaft der Eltern.
Im März 1954 kommt er nach St. Augustin. Er ist 25 Jahre alt. Er ist in der Landwirtschaft des Seminars tätig; sie ist ein Lehr- und Musterbetrieb. Er bildet sich weiter auf der Landwirtschaftsschule in Hennef.

Am 8. September 1954 beginnt er mit 17 gleichgesinnten jungen Männern das Noviziat in St. Augustin. Am 8.9. 1956 legt er die ersten Gelübde ab. Die 4. Gelübde (1959) legt er in Geilenkirchen ab, wo er sich ebenfalls auf dem Hof engagiert. Sein Wunsch ist es, auf Flores eine Landwirtschaft aufzubauen. Als sein Visum für Indonesien abgelehnt wird, nimmt er die Bestimmung für das Vikariat Goroka an. Dort braucht man einen Fachmann für die Farm auf Karkar. Nach dem Englischstudium in Hadzor geht’s im Mai 1961 nach PNG. Auf Karkar hatte die Missionierung 1931 angefangen. Br. Frese kümmert sich um die Plantage der Mission: Die 22.000 Kokospalmen und 75.000 Kakaobäume werden von 60 Arbeitern betreut. Hier kann Br. Frese sein ganzes Können unter Beweis stellen. Er ist auch körperlich sehr schwer gefordert. - 1962 legt er in Alexishafen seine ewigen Gelübde ab.

Am 8.9. 1982 wird die Diözese Kundiawa errichtet, als Teil der Diözese Goroka. „Ich war 25 Jahre als Pflanzer auf der Insel Karkar. Jetzt bin ich als Schlosser für Mingende bestimmt … Die Hauptsache ist ja bei allem, missionarisch tätig sein zu können.“ 1987 Nach einem Raubüberfall hat er ein Schädel-Hirn-Trauma. Daher sein Schwindel und die Gehörschwäche. Er fährt nur alle 7 Jahre in Urlaub; das letzte Mal 1994. Er hatte wohl Angst, dass man ihn wegen seiner angeschlagenen Gesundheit in der Heimat behalten würde.
Er pflegt regen Kontakt mit dem Büro des Superior Delegatus, bestellt Medikamente und kleine Hilfsmittel, um mit seiner gesundheitlichen Situation zurechtzukommen.

Er selber war immer sehr erfinderisch im Entwickeln praktischer Hilfsmittel. Weihnachten 2010 berichtet er: „Ich habe mir über dem Bett ein Gestell mit Seilaufzug gemacht. Als ich vor 2 Monaten große Nierenschmerzen hatte, kam ich wohl noch ins Bett, aber nicht mehr heraus. So habe ich den Gurt um den Körper gelegt, den Aufzug angehängt und konnte mich so selbst hochziehen und mit einem anderen Seil den Bügel nach der Seite schwenken und mich auf die Beine stellen. Das klappte prima!“ Er stelle sich auch eine Sauerstoffflasche neben das Bett; dazu eine Flüssigkeit, die er zerstäubt einatme, um die Atemwege freizuhalten, berichtet er.

Bis ins hohe Alter bastelt er und macht unzählige Reparaturen. Er ist einer der vielen Missionsbrüder, die die SVD und die jungen Kirchen aufgebaut haben. Provinzial Jan Schweda schreibt dazu aus Anlass des 100jährigen Bestehens der Kirche PNG’s: „Keine Station, keine Kirche wurde gegründet und gebaut, bei der sie nicht ihr vielfältiges Können und jede Menge harter Arbeit eingebracht haben. Alle zentralen Einrichtungen in den traditionellen SVD-Diözesen sind von Steyler Brüdern errichtet worden. … Neben den Baumeistern gab es ausgezeichnete Mechaniker, Installateure, Buchhalter, Manager. Brüder waren im Gesundheitswesen und auf vielen anderen Gebieten tätig. Durch ihren rückhaltlosen Einsatz haben sie ganz wesentlich dazu beigetragen, unser Kirche zu dem zu machen, was sie heute ist.“ Steyler MC 2006, S. 37. So steht er für viele Steyler Missionsbrüder in aller Welt!

Die Steyler Missionare sind dankbar, Br. Frese in ihren Reihen gehabt zu haben. Sie danken seinen Angehörigen und Freunden, die ihn unterstützt und gestärkt haben. Seite an Seite mit Br. Frese haben sie zum Aufbau der jungen Kirche in Papua Neuguinea in den Diözesen Goroka und Kundiawa beigetragen. 

RIP

G. Lesch svd