Lehrreiche Geschichte

Der Sonntag Laetare bringt eine Gute Nachricht: Gott handelt in der Geschichte und lässt sich in der Geschichte antreffen. Sein Interesse an unserer Geschichte ist nicht das Unheil, sondern das Leben.

—Gottferne und Abwesenheit Gottes erscheinen zuerst, wenn wir auf unsere Geschichte schauen: Ungerechtigkeit, Kriege, Verschwendung, Zerstörung der Schöpfung, des Planeten stehen im Vordergrund. Eine pessimistische, griesgrämige Geschichtssicht, wenn auch realistisch. Ihr fehlt noch die gläubige Geschichtsinterpretation: Das Buch der Chronik (Lesung) versuchte sie im 3. Jh. v. Chr. Darin kommt ein Muster zur Anwendung: Was geschah, kann wieder geschehen, Gott steht dahinter. Für die Steyler Missionare lässt die Betrachtung unserer Welt das Handeln Gottes erscheinen und zeigt uns so das Feld unseres missionarischen Handelns an.

—Über das Schema von Ungerechtigkeit, Sünde und logisch folgender Strafe hinaus ist in der Lesung die Rede von Vernunft, von Rettungsmöglichkeit. Das ist die Liebe Gottes, er kommt in die Welt, um sie zu retten und zu heilen. Das Evangelium betont diesen Aspekt.
Damit kommt die Glaubensfrage ins Spiel und das ist eine praktische Frage: wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht; in ihm offenbart sich Gott. Dieses richtige und gerechte Tun ist keine Frage von Kirchenzugehörigkeit, sondern umgekehrt: Wer vor Gott das Rechte tut, offenbart Gott. Das ist wieder ein Hinweis auf die Mission (und den Dialog, in dem sie sich verwirklicht): Es geht um das Draufkommen, wo Gott schon gegenwärtig ist, wo die Gerechtigkeit geschieht und die rechten Dinge geschehen. Dort ist unser Engagement gefragt.

—Für uns geht es um das Leben jetzt schon. Es ist das Leben in endgültiger Perspektive („wer glaubt, lebt“: so apodiktisch).
Daher muss sich unser Handeln in Perspektiven von Schöpfungsverantwortung, Geschichtsverantwortung, Umgestaltung unserer Welt und Gesellschaft ausdrücken, die daraufhin zielen, dass die Herrschaft Gottes sichtbar und wirklich wird. Das betrifft unseren Konsum, unser alltägliches Leben, unsere Beziehungen.

P. Christian Tauchner SVD