In der Ausbildung geht es nicht nur um einen „Glauben an Gott“, sondern vielmehr um einen „Glauben mit Gott“, denn auf diesen beiden Beinen steht die gesunde Spiritualität eines zukünftigen Ordensmannes und Missionars. Glauben mit Gott fordert zuallererst eine gesunde Selbsterkenntnis. Menschen, die Jesus nachgefolgt sind, waren nie perfekt oder gar fehlerlos. So ist es auch für die Beziehung mit Gott wichtig, hinab zu steigen in die eigene Wirklichkeit, in das Dunkel seines Selbst. Nur wer in Berührung ist mit seinen Talenten und Fähigkeiten, aber auch mit seinen Fehlern und Schwächen, wird auch im späteren missionarischen Einsatz fähig sein, die Menschen so anzu-nehmen, wie sie sind.
Glauben
mit Gott, das heißt: wir bemühen uns um eine persönliche
Christusbeziehung, die sich natürlich in der aktiven Teilnahme in der
Liturgie der Kirche einerseits, aber auch im persönlichen Gebetsleben
andererseits ausdrückt. Dabei verlieren wir nie die Sorgen und Nöte der
Welt, wie wir sie erleben, aus den Augen. Die Treue im Gebet ist das
Alltagskleid der Liebe zu Gott.
Glauben
mit Gott schließt die Bereitschaft zum Dialog mit den Mitmenschen ein.
Die Fähigkeit, gesunde zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen und zu
pflegen gehört zur ganzheitlichen Ausbildung eines angehenden
Ordensmannes und Missionars dazu. Deswegen leben wir in Gemeinschaft.
Sich dem Gegenüber zu öffnen, ihn ehrlich Anteil nehmen lassen an meinem
Lebens- und auch Glaubensweg: das kann in der kleinen,
internationalen Ausbildungsgemeinschaft genauso eingeübt werden, wie im
Kontakt zu den Menschen der Bezugspfarre oder den Mitstudenten an der
Universität.
Glauben
mit Gott bedeutet schließlich auch, daß wir hinübergehen zu den
Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft stehen. Wir versuchen durch
unsere Arbeit und unsere Einsätze bereits in der Ausbildungszeit, die
Liebe Gottes zu allen Menschen sichtbar zu machen, denn Gott kommt immer
auf zwei Beinen.
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