Ausbildungsgemeinschaft 2016 – 2017

Ausbildungsgemeinschaft 2010-2011

Viele Gesichter ein Herz

Der Weg ist das Ziel!

Seit Oktober 2016 hat die Ausbildungsgemeinschaft ganz offiziell ein neues Team. Sie wird von zwei Begleitern, P. Fidelis Waton aus Indonesien und P. Joseph Frimpong aus Ghana, geleitet. Ich möchte hier sehr gerne von Begleitern sprechen, anstelle von Präfekten. In dem Begriff „Präfekt“ steckt die Bedeutung von Machtausübung über die anderen.
Die Ausbildungsgemeinschaft wird unter dem Motto „Freiheit mit Verantwortung“ geleitet. Dieses Motto passt sehr gut zu den veränderten Anforderungen in der heutigen Ausbildung. Die Ausbildung besteht aus zwei Polen: den Begleitern und den Auszubildenden oder den zukünftigen Missionaren. Die Rollen und Aufgaben der beteiligten Personen sind unterschiedlich, jedoch müssen diese Positionen nicht immer von oben nach unten gesehen werden, wie unser Begleiter P. Fidelis häufig betont. Man kann sich auf derselben Ebene begegnen, sozusagen „auf Augenhöhe", denn wir alle sind Menschen und Mitbrüder in der Ordensgemeinschaft, wobei es jedoch wichtig ist, die jeweilige Position des anderen zu respektieren.

Die Ausbildung ist eine gute Gelegenheit, sich für Neues zu öffnen, bevor man selbst etwas weitergibt. In der Sprache der Pastoraltheologie würde man sagen: „Leben aus der Gnade“. Man kann nur das geben, was man bekommen hat. Deshalb steht uns diese Ausbildungszeit zur Verfügung, die wir nutzen können, um Neues zu lernen, anders ausgedrückt, uns ausbilden zu lassen. Dabei ist dies nicht als ein passiver Prozess zu verstehen, sondern als aktive Auseinandersetzung mit dem Gelernten, um neue Erfahrungen machen zu können. So
kann die Ausbildung als eine Herausforderung und große Aufgabe für den Auszubildenden selbst verstanden werden. Die Ausbildung ist nicht für die Begleiter da, sondern für uns Auszubildende selbst.
Dazu sollte man zuerst wissen, was man eigentlich will und wo die eigenen Fähigkeiten und Stärken sind, bevor man sich etwas vornimmt oder sich engagiert.

Hier kommt ein wichtiger Aspekt ins Spiel, die Freiheit. Diese Freiheit gibt jedem Mut, Raum und Möglichkeit, sich besser kennen und schätzen zu lernen und so zu sein, wie er ist. Eine Ausbildung ohne Freiheit ermöglicht keine ehrliche und erfolgreiche Ausbildung. Die Auszubildenden sollten sich frei fühlen, um ihre Ziele klar zu sehen. Sie sollten nicht wie kleine Kinder an die Hand genommen bzw. behandelt werden und dabei alles schon als geplant vorgesetzt bekommen. Versteht man das Lernen als Prozess, würde ein solches System diesen Prozess enorm blockieren. Man findet keinen Raum bzw. keine Gelegenheit seine Initiative und Kreativität in den eigenen Lernprozess einzubringen und zu gestalten, da alles bereits geplant und fest gelegt ist.

Jedoch sollte diese Freiheit mit der Verantwortung gekoppelt werden, um alle Arten von Anarchie zu vermeiden. Die Ausbildung ist ein Weg des Reifens und Erwachsen-Werdens. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht man neben der Freiheit die Verantwortung. Diese beiden Aspekte helfen den Auszubildenden über ihre Berufung nachzudenken, um sich dann klar entscheiden zu können. Die Ausbildungsgemeinschaft ist ein kleiner und kurzer Teil des missionarischen Lebens. Wir werden für die Zukunft ausgebildet, um später die Aufgabe in der Kirche oder in der Gesellschaft wahrnehmen zu können. Deshalb ist es wichtig, dass man während der Ausbildungsphase seine Freiheit und Verantwortung ganz deutlich spürt. Sonst könnte es schwierig werden, seine Aufgaben in der Zukunft verantwortungsvoll und authentisch wahrzunehmen.

Ein weiterer und wichtiger Aspekt in diesem Lernprozess ist das Vertrauen. Es gäbe keine ehrliche Ausbildung, wenn es kein gegenseitiges Vertrauen gäbe. Die Begleiter sollten den Auszubildenden vertrauen und umgekehrt gilt das natürlich auch. Das Vertrauen ist die Basis der missionarischen Ausbildung und des Gemeinschaftslebens.
Es wäre sehr bedauerlich, wenn man sich in der Gemeinschaft fremd fühlte. Denn als Fremder kann man sich nicht wohl und zu Hause fühlen. Alles wird immer fremd bleiben und man zieht sich immer weiter zurück. Das ist eine Gefahr in der Ausbildungsgemeinschaft. Es gibt Menschen, die vom Anfang bis zum Ende der Ausbildung sozusagen ein Mysterium bleiben, weil sie keine Gelegenheit hatten, sich zu öffnen. Sie haben niemanden gefunden, dem sie vertrauen konnten oder es gab niemanden, der ihnen vertraute. So verschließt man sich zunehmend.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Ausbildungsgemeinschaft ist der gegenseitige Respekt. Jeder Mensch hat das Bedürfnis, im Leben respektiert zu werden. Wird dieser Aspekt in der Ausbildungsgemeinschaft berücksichtigt, kann der Einzelne sich öffnen, sich wohl fühlen und sich nach seiner eigenen Vorstellung entwickeln. Jeder sollte darauf achten, die anderen weder mit Worten noch durch Handeln zu verletzen.

Die Ausbildungszeit kann als eine gute Gelegenheit gesehen werden, in der man versucht, sein leeres Glas aufzufüllen und neue Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln. Deshalb ist es wichtig, dass der Begleiter in diesen Lernprozess nicht zu stark eingreift, sondern der Auszubildende selbst seinen Weg verantwortungsvoll gestaltet. Das Wort Begleiter beinhaltet bereits das Wesentliche: die Auszubildenden werden begleitet und nicht von oben bestimmt. Wie bereits erwähnt, sollten sich die Auszubildenden frei, verantwortlich und respektiert fühlen, um so eine gute Basis zu haben, ihre Initiative und Kreativität zu entfalten. So kann die Ausbildung zum entsprechenden Ziel gelangen. Es gibt allerdings keine ideale Ausbildung bzw. Gemeinschaft, man kann und sollte trotzdem versuchen, danach zu streben. Das ist die Aufgabe eines jeden Menschen, wobei es nicht entscheidend ist, am Ende zur Perfektion zu gelangen, dennoch sollte man versuchen, sich ständig zu entwickeln und gegenseitig zu unterstützen.

                                                                                                         Simon Mputu, Autor





 

Ausbildungsleitung

Präfekt

P. Fidelis Waton, SVD

P. Fidelis Waton kommt aus Indonesien, von der Insel Flores. Er absolvierte sein Noviziat und das philosophische und theologische Studium in seiner Heimat. Am 14. Juli 1999 wurde er in Larantuka, in Ostflores zum Priester geweiht. Am Fest des ehm. Seligen Josef Freinademetz verließ er sein Heimatsland und am 30. Januar 2000 kam er nach Deutschland als Missionar.
Er arbeitete als Kaplan in der Gemeinde in Wengerohr bei Wittlich, Altrich und Platten in Trier, dem ältesten Bistum Deutschlands und danach in Sankt Wendel. Im Oktober 2006 wurde er in Berlin versetzt, wo er die indonesische Studentengemeinde betreute und anschließend der Präses des Hauses war.
Im Wintersemester 2007/2008 fing er mit seinem Masterstudium in Philosophie an der Humboldt-Universität in Berlin an und schloss es im Wintersemester 2010/2011 ab. Unmittelbar nach dem Masterstudium fing er mit der Promotion im Sommersemester 2011 an. Mit der erfolgreichen Verteidigung seiner Doktorarbeit am 10. Dezember 2014 beendete er seine Promotion. Sein Studienfach ist die politische Philosophie und seine Doktorarbeit beschäftigte sich mit der Frage nach „Schuld und Verantwortung unter der totalitären Herrschaft bei Hannah Arendt“.
In Berlin arbeitete P. Fidelis fast 8 einhalb Jahre mit den Studierenden. Die Arbeit mit jungen Leuten fand er sehr gut und hat ihm gefallen. Seit Februar 2015 wurde er in die Ausbildungsgemeinschaft in Sankt Augustin versetzt und gleichzeitig arbeitet er als Dozent an der PTH, wobei er einige Vorlesungen im Fach Philosophie übernahm und philosophische Seminare anbietet.
Seit Oktober 2016 übernahm er ganz offiziell die Leitung der Ausbildungsgemeinschaft im Missionspriesterseminar in Sankt Augustin.

Frimpong

P. Joseph Frimpong, SVD

P. Joseph Anorkwah Frimpong kommt aus Ghana, in Westafrika. Er wurde als EPS-Student nach Deutschland geschickt. Nach seinem philosophischen Studium und seinem Noviziat kam er im Oktober 2006 nach Sankt Augustin, um das theologische Studium zu absolvieren. Er schloss sein theologisches Studium 2010 an der PTH St. Augustin im Sommer ab. Im Oktober 2010 legte er seine ewigen Gelübde ab und wurde zum Diakon geweiht. Er machte sein Pastoraljahr in Ottobeuren, im Allgäu. Im Jahr 2011 wurde er zum Priester geweiht. Danach arbeitete er als Kaplan in Dresden. Im Jahr 2014 fing er mit der Ausbildung zum geistlichen Begleiter an und schloss sie im Jahr 2016 ab. Danach wurde er zum Verantwortlichen in der Berufungspastoral für die deutsche Provinz ernannt. Seit Oktober 2016 arbeitet er als Assistenzpräfekt in der Ausbildungsgemeinschaft im Missionspriesterseminar in Sankt Augustin und auch als Seelsorger an der PTH St. Augustin.

Kontakt

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Arnold-Janssen-Str. 30
53757 Sankt Augustin


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