"Ich lebe für diese Arbeit, sie ist mein neugewonnenes Hobby."

 Hallo liebe Leser,

drei Monate meines Einsatzes als „Missionarin auf Zeit“ sind schon fast um und es ist wieder soweit, einen Zwischenbericht anzufertigen. Ich werde zusammenfassen, was bisher passiert ist und worin mein Aufgabenfeld besteht.

Wie ihr wisst, bin ich in Iquique im Norden Chiles und arbeite für die „Fundacion Ninos en la Huella”. Diese wurde im Jahre 1996 vom Steyler Missionar, Paul Oden, gegründet. Zusammen mit Lukas, meinem Mit-MaZler, wohne und lache ich im Haus von Bruder Paul. Dieses Haus war früher einmal das Jungenheim – der erste Meilenstein dieser heute so großen sozialen Einrichtung.

Meine Arbeit gestaltet sich wie folgend: Von Montag bis Freitag bin ich vormittags von 08.30 Uhr bis 13.00Uhr im Kindergarten Huellitas und helfe dort bei der Betreuung der ältesten Kinder. In meiner Gruppe “Transicion” - was so viel wie “Übergang” bedeutet - werden die Kinder (4-5 Jahre) auf die Schule vorbereitet. Neben dem so wichtigen Spielen lerne ich mit den Kindern hier auch schon ein wenig Lesen und Rechnen. Des Weiteren helfe ich natürlich auch bei allem anderen, was anfallt, wie zum Beispiel bei Gängen ins Bad, dem Überwachen des Zähneputzens usw. Mittlerweile hat sich ein super Verhältnis zwischen mir und meinen Schutzlingen entwickelt, was das Arbeiten sehr angenehm macht. Mehrere Ausflüchte in die anderen Gruppen des Kindergartens sind jedoch unentbehrlich. Schließlich hat man in jeder Gruppe ein paar Kids, die einem ganz besonders am Herzen liegen. Grade in der Babykrippe des Kindergartens hat sich ein mir unbeschreibliches Verhältnis zwischen mir und einem Kind herauskristallisiert. Ohne zu wissen wer ich bin, kam ein Kind an meinem ersten Tag auf mich zu und ist seit dem auf mich fixiert, sodass ich zum futtern, wickeln und spielen also mehrmals in diese Gruppe gehe. So etwas geht nicht spurlos an einem vorbei, denn eine solche Bindung kann man nicht beeinflussen. Mittlerweile sind es zwei Kinder, die fast Freudensprunge machen, wenn ich komme und auf das möchte ich einfach nicht verzichten. Auch hier hat sich schon ein super Verhältnis entwickelt, welches von mehreren Einladungen zum Essen nur bestätigt wird.

Ich lebe für diese Arbeit und grade diese Leidenschaft lasst es gar nicht als Arbeit erscheinen, sondern eher wie ein neugewonnenes Hobby. Die Erfahrungen, die ich für mich persönlich sammeln kann, sind enorm wichtig und bringen mich weit voran. Der Umgang mit Kindern soll wohl gelernt sein. Eben dies lag mir schon vor meiner Arbeit hier in der Fundacion, sodass ich große Fortschritte mache. Die bis zu meiner Ankunft fast nicht existenten Spanisch-Kenntnisse sind durch das Verlieren der Hemmschwelle zu reden, der Geduld meiner Mitmenschen und dem Lernen von Vokabeln schon zu der Fähigkeit herangewachsen, mich doch artikulieren zu können.

Alles in allem kann ich mich wirklich glücklich schätzen, die Möglichkeit zu haben, ein Jahr im Ausland zu verbringen und all diese Erfahrungen sammeln zu dürfen, all die netten Leute kennenlernen zu dürfen und somit eine Brücke zwischen zwei Ländern schlagen zu können.

Ich sende euch allen schöne maz-lerische Gruse hinaus in die ganze Welt.

Saludos de Iquique

Lisa

 
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