Die Erde ins Gleichgewicht bringen

Einfach leben – Klima schützen

Ursula Mauritz

Im reichen Norden verbrauchen wir mehr Ressourcen, als unsere Erde auf Dauer bieten kann. Die Folgen des Raubbaus wie Klimaveränderung, Ernteausfälle und Hunger tragen die Menschen im Süden.

Wetterextreme wie Hurricans und Starkregen, Erdrutsche sowie veränderte Regen- und Trockenzeiten: Der Klimawandel, über den bei uns von Experten noch diskutiert wird, ist für viele Menschen in den Ländern des Südens bereits bittere Realität. „Unsere Region leidet unter immer intensiveren Tropenstürmen mit starken Überflutungen, aber auch unter längeren Trockenzeiten, die zu einer Erhöhung der Wassertemperatur führen. Unsere Ernten bleiben aus, die Fische sterben, es kommt zu Waldbränden und wir beobachten ein Ansteigen von Krankheiten bei Pflanzen“, berichtet Christopher Funes, der auf den Philippinen ein Jugendprogramm zur Förderung des ökologischen Bewusstseins begleitet.
Die Folgen des Klimawandels haben aber auch in anderen Regionen der Erde starke Auswirkungen, vor allem auf die Landwirtschaft. Ernteausfälle und Hungerkatastrophen sind die Folge. Die Menschen in den armen Ländern des Südens verbrauchen viel weniger Ressourcen als wir und sind deshalb nicht die Hauptverursacher des Klimawandels, aber sie sind die Leidtragenden. „Unser Lebensstil im reichen Norden geht auf Kosten der Menschen im Süden!“, bestätigt Josefa Molitor-Ruckenbauer von „fairshare“.

Einfach leben, sparen und spenden

Auf diese Ungerechtigkeit möchte die ökumenische Initiative der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar und der evangelischen Diakonie aufmerksam machen und gleichzeitig Wege zeigen, wie wir alle dazu beitragen können, die Erde wieder in Balance zu bringen.
Auf der Internetseite www.fairshare.at finden sich unter dem Titel „einfach leben!“ leicht umsetzbare Tipps für einen ressourcenschonenden Lebensstil, der der Schöpfung Gutes tun, Geld sparen und einen Gewinn an Lebensqualität und Zufriedenheit bringen will: 20 Cent bringt der Verzicht auf einen Trockengang im Wäschetrockner, satte 20 Euro erspart man sich, wenn man Leitungswasser statt Wasser aus Plastikflaschen trinkt oder den Fleischkonsum einschränkt. Mit 12 Euro schlagen 100 eingesparte Autokilometer zu Buche.

Jugendliche werden „Umwelt-Experten“

„fairshare“ regt an, das ersparte Geld zum Ausgleich für Schöpfungsverantwortungsprojekte in Ländern des Südens zu spenden. „Die Spenden kommen derzeit Projekten auf Haiti und den Philippinen zugute“, erzählt Josefa Molitor-Ruckenbauer. In Haiti wird Kleinbauern und -bäuerinnen geholfen, ihre Anbaumethoden den extremen Umweltbedingungen anzupassen. Sie steigen auf witterungsbeständige Saatgutsorten und bessere Lagerungsmöglichkeiten um.
Auf den Philippinen unterstützt „fairshare“ ein Jugendprogramm zur Förderung des ökologischen Bewusstseins in der Provinz Rizal. Die Kinder und Jugendlichen in dem dicht besiedelten Gebiet am Rande des großen Sees Lagune de Bay setzen sich engagiert für eine Verbesserung der Umwelt ein: Sie säubern regelmäßig ihre Gemeinden vom Müll, pflanzen Bäume, legen Biogärten an und stellen Bokashi Balls her, kleine, mit Mikroorganismen versetzte Lehmbällchen, die in die Flüsse geworfen werden und die Wasserqualität verbessern. „Ich zeige ihnen, wie sie eine Baumschule anlegen und wie sie Saatgut sammeln können“, berichtet Projektleiter Christopher Funes. „Aus dem, was sie für Müll halten, machen wir Bio-Dünger und legen in den kleinen Hinterhöfen Gemüsegärten an.“ In Workshops erfahren die Jugendlichen mehr über Klimazusammenhänge und Möglichkeiten, sich vor den sich häufenden Katastrophen besser schützen zu können. Die älteren Jugendlichen werden zu Multiplikatoren ausgebildet, die den Umweltgedanken in ihren Gemeinden weitergeben.
„Das Beispiel der Jugendlichen auf den Philippinen zeigt, dass die Menschen in den Ländern des Südens nicht nur Betroffene sind, sondern ihr Leben selbst in die Handnehmen und dass wir im Austausch voneinander lernen können“, betont Josefa Molitor Ruckenbauer.

www.fairshare.at

Workshop
Fairshare – Bringen wir die Erde in Balance!
Ein gutes Leben für alle – nachhaltig und gerecht? Ein Workshop für Menschen, die Interesse an globaler Gerechtigkeit und nachhaltigem Lebensstil haben.

9. November 2012, 18 bis 21 Uhr,
Donaucitykirche, Donaucitystraße 2,
1220 Wien, Kosten: R 10,–
Anmeldung: 01/27 15 023-22,
bildungszentrum@bildungswerk.at

BILUM
Themen- und Methodenheft zum Thema Klima-gerecht mit vielen Ideen und Impulsen für Schule und Pastoral.
Zum Preis von € 7,– (3 Hefte um je € 5,–) zu bestellen bei: service@steyler.at, 02236/803-258


Bibellesen in Zeiten des Klimawandels

Der Klimawandel bedroht die Zukunft unseres Planeten und das Leben der Menschheit, in Europa wie in den Ländern des Südens. Was hat die Bibel zu dieser Thematik zu sagen? Kann sie Perspektiven für Auswege aus der Klimakrise aufzeigen? Und wie kann der christliche Glaube zur Übernahme von Verantwortung an der Schöpfung ermächtigen?
Mit diesen Fragen beschäftigen sich Bibelworkshops zur Schöpfungsverantwortung, die im Herbst von der Dreikönigsaktion und vom Katholischen Bibelwerk angeboten werden. Geleitet werden die Workshops mit dem Titel „Damit sie das Leben haben“ von einem Bibelpastoralteam aus Brasilien und vom Steyler Missionar Pater Franz Helm SVD. „Wir wollen bei diesen Workshops die ‚populäre Bibellektüre’ in Österreich vorstellen“, so Franz Helm. „Ausgangspunkt der Bibelgespräche ist die konkrete Lebenssituation der Menschen. In einem zweiten Blick folgt der Blick in die Bibel. Durch diese Methode haben hunderttausende Menschen in Lateinamerika gelernt, ihr Leben im Licht des Wortes Gottes zu deuten und zu gestalten“, erläutert Helm, der einige Jahre in Brasilien tätig war.

TERMINE
21. bis 23. September:
Exerzitienhaus St. Gabriel, Maria Enzersdorf
28. bis 30. September:
Haus der Stille, Heiligenkreuz am Waasen
5. bis 6. Oktober:
Haus der Begegnung, Innsbruck

Anmeldung: in den Veranstaltungshäusern
Infos: www.dka.at/bibelworkshops

In Stadt Gottes September 2012, Seite 07