Verliere ich durch Bad Bank's mein Geld?

Ratgeber-Finanzen

Fast täglich hört man in den Nachrichten von einer sogenannten Bad Bank, also einer „schlechten Bank“. Hat deren Gründung Auswirkungen auf mich als Anleger?

01.11.2009 | Thomas Kohrs aus: Stadt Gottes November 2009

Wenn ein Anleger sein Geld zur Bank bringt, dann liegt es nicht einfach im Tresor. Die Bank wird versuchen, es zinsgünstiger anzulegen oder Kredite zu vergeben. Nur dann macht sie Gewinn und kann dem Sparer auch die Spar- oder Festgeldzinsen bezahlen. Jetzt haben in den vergangenen Jahren viele Banken Anleihen zur Geldanlage gekauft, die durch die Finanzmarktkrise zum Teil sehr deutlich an Wert verloren haben. Eine Bank muss aber diese Papiere zu ihrem jeweiligen Wert in die Bilanz aufnehmen. Haben die Papiere an Wert verloren, muss die Bank – einfach formuliert – diesen Verlust bilanziell ausgleichen. Kann sie das nicht oder macht die Bank in dem betreffenden Jahr ohnehin ein Minus, gerät sie in eine Schieflage. Klar also, dass die Banken diese Papiere lieber heute als morgen loswerden möchten. Natürlich auch nicht zu ihrem Marktwert, weil der viel zu gering ist, sondern möglichst zu ihrem Nominalwert, also zu 100 Prozent. Das Bad-Bank-Modell sieht dann vor, diese Papiere bei einer „schlechten“ Bank zu konzentrieren und den Banken den Nennwert zu überweisen. Damit hätten die Banken die schlechten Papiere aus der Bilanz und wieder mehr Geld zur Verfügung. Zwar müssten die Banken Gebühren an diese Bad Bank bezahlen, die sind aber geringer als die Abschreibungen. Wie das im Moment immer so ist, müsste das Geld für diese Bank vom Steuerzahler kommen. Doch gibt es die Hoffnung, dass die faulen Papiere bei Fälligkeit doch noch zu 100 Prozent bezahlt werden. Damit hätte die Bad Bank im Endeffekt vielleicht doch noch Gewinn gemacht. Auch der Steuerzahler könnte am Schluss noch mit einem blauen Auge oder vielleicht sogar mit Gewinn aus der Sache herauskommen. Aber auch der Anleger hat durchaus etwas von dieser Einrichtung. Die Banken insgesamt wären wieder kreditwürdiger und sicherer. Für Investoren, Handwerker oder Gewerbetreibende würde es dann wieder einfacher werden, an Kredite zu kommen. Insgesamt dürfte der Geldmarkt wieder flüssiger werden, was allgemein positiv ist. Oder man geht gleich zu einer sicheren, ethischen Bank.

In stadtgottes Dezember 2009, Seite