Wie sicher ist eine Anlage in Gold?

Ratgeber-Finanzen

Die Bankenkrise hat mich extrem verunsichert. Wie soll ich mein mühsam Erarbeitetes sicher anlegen? Ein Freund sagte jetzt, er habe sein ganzes Geld in Gold investiert und könne nun wieder ruhig schlafen. Ist das denn wirklich sinnvoll?

Thomas Kohrs aus: Stadt Gottes Juli 2009

Mit der Preisstabilität des Goldes ist es nicht weit her. Der Preis schwankt mitunter recht deutlich. Zum Beispiel erreichte der Goldpreis im März 2008 zum ersten Mal ein Niveau von 1000 US-Dollar pro Feinunze – das sind 31 Gramm. Im Oktober 2008 sank der Preis dann auf rund 700 US-Dollar, um kaum ein halbes Jahr später im Februar 2009 wieder auf 1000 Dollar zu klettern. Gleich anschließend ist er dann wieder gefallen. Von einer ruhigen Kursentwicklung und damit verbunden einem ruhigen Schlaf kann also wahrlich nicht die Rede sein. Deshalb rate ich Ihnen dringend ab, Ihr ganzes Geld in Gold zu investieren. Wie so häufig im Leben macht es die Mischung, und da ist Gold sicherlich eine Alternative. Beachten sollten Sie aber unbedingt Folgendes: Wenn Sie sich Gold als Wertanlage zulegen, um es eventuell einmal wieder zu verkaufen, dann investieren Sie in Feingold-Barren oder -Münzen wie den Krügerrand. Dieses Gold können Sie jederzeit bei jeder Bank verkaufen – vorausgesetzt, es ist unbeschädigt und weist keinen noch so kleinen Kratzer auf. Alle diese Anlagen in Gold haben aber einen Nachteil. Sie werfen keine Zinsen ab. Eine Alternative bieten deshalb bestimmte Papiere, die an der Entwicklung des Goldpreises teilhaben, ohne dass man sich selbst darum kümmern muss. Eine Ausschüttung je nach Kursentwicklung wäre dann kein Problem. Nochmals der Tipp: Immer nur einen Teil des Vermögens in eine Anlageklasse stecken. Ein Anteil von 10 bis 15 Prozent in Goldanlagen ist aber durchaus sinnvoll.

In stadtgottes Dezember 2009, Seite