Wie sicher ist mein Geld überhaupt noch?

Ratgeber-Finanzen

Ich brauche mein Erspartes für meine Altersversorgung. Aber die gigantische Staatsverschuldung macht mir Angst! Ist denn mein Geld in zehn Jahren überhaupt noch so viel wert wie heute?

Thomas Kohrs aus: Stadt Gottes September 2009

Der Staat benötigt im Moment viel Geld. Er muss es sich von Banken leihen wie andere Schuldner auch. Oder aber er geht an den Kapitalmarkt. Der Verkauf von Bundesschatzbriefen, -obligationen oder Anleihen ist nichts anderes, als die Bürger um Geld zu bitten und Schulden bei ihnen zu machen. Dadurch erhöht der Staat aber insgesamt die Nachfrage nach Geld. Wenn aber die Nachfrage größer ist als das Angebot, dann steigt der Preis, in diesem Fall die Zinsen. Und wenn dann parallel auch noch alle anderen Produkte teurer werden, dann spricht man von einer Erhöhung der Inflationsrate oder einer Geldentwertung. Jeder Euro wird also weniger wert. Wir können uns sicher noch gut daran erinnern, dass man vor 30 Jahren für 1000 Mark noch deutlich mehr bekommen hat als heute für 1000 Euro. Auf lange Sicht ist es also sehr wahrscheinlich, dass wir wieder eine Inflationsrate bekommen werden, die über dem Durchschnitt der letzten Jahre liegt. Im Moment haben wir aber ein ganz anderes Problem, was in der Konsequenz schlimmer ist: die Deflation. Auf den ersten Blick ist das durchaus angenehm, denn hier steigen die Preise nicht, sondern sie sinken. Das hat aber zur Folge, dass sich die Konsumenten in Kaufzurückhaltung üben. Sie glauben, dass der Fernseher oder andere Produkte, die man nicht unbedingt sofort benötigt, in der nächsten Woche ja noch preiswerter werden. Gleiches gilt für Unternehmen, die eigentlich neue Investitionen tätigen möchten. Die Unternehmen bleiben auf ihren Produkten sitzen und müssen über kurz oder lang Arbeitnehmer auf Kurzarbeit setzen oder sogar entlassen. Mit der Folge, dass diese Menschen weniger Geld zur Verfügung haben und deshalb auch weniger konsumieren. Diese Negativspirale setzt sich immer weiter fort. Eine Lösung für Ihr Geld ist ein klarer Rat: Stecken Sie einen Teil Ihres Vermögens in Produktionsmittel – also in gute Aktien. Das hat auf lange Sicht immer zu einem Vermögenszuwachs geführt!

In stadtgottes Dezember 2009, Seite