Welche Bedeutung haben Taufpaten?

Ratgeber-Glauben

Müssen bei einer Taufe immer Paten dabei sein? Und müssen beide auch katholisch sein?

01.04.2011 | Pater Hans Peters SVD

Die Gültigkeit der Taufe ist nicht von Paten abhängig, aber das kirchliche Recht und die kirchliche Praxis gehen davon aus, dass dem Täufing ein Pate oder eine Patin zur Seite steht. In der Regel ein Pate, höchstens zwei, und dann nach Möglichkeit geschlechtsverschieden. Das Mindestalter soll 16 Jahre sein; er soll gefirmt sein und in der vollen kirchlichen Gemeinschaft stehen. Ungetaufte oder aus der Kirche Ausgetretene dürfen nicht als Pate zugelassen werden. Zudem soll der Pate „ein Leben führen, das dem Glauben und dem zu übernehmenden Dienst entspricht“, so das Kirchenrecht. Ein Angehöriger einer anderen christlichen Konfession kann als Taufzeuge zugelassen werden, der andere Pate muss aber auf jeden Fall katholisch sein. Auch orthodoxe Christen können das Patenamt übernehmen.

Die Paten übernehmen die Verpflichtung, mit den Eltern für die christliche Erziehung des Kindes zu sorgen beziehungsweise sie zu vertiefen, bis der junge Mensch selbstständig Verantwortung für sein Leben übernehmen kann. Leider wird heute das Patenamt oftmals auf einen gut gemeinten Freundschaftsdienst für die Eltern und den Täufling reduziert. Die Begleitung auf dem Glaubensweg tritt eher in den Hintergrund. Das Glaubensbekenntnis, das die Paten zusammen mit den Eltern bei der Taufe ablegen, macht jedoch deutlich, dass es sich nicht einfach um eine interne Familienangelegenheit handelt, sondern dass in der Taufe das Kind über den Familienkreis hinaus eingegliedert wird in die große Gemeinschaft der Kirche. Dort hat das Patenamt wesentlich seinen Platz.

In der Sakramentenpastoral ist somit das vorbereitende Taufgespräch mit den Eltern und – wenn möglich – mit den Paten von großer Wichtigkeit: Es soll auch einen Klärungsprozess über den eigenen Glauben bei Eltern und Paten in Gang bringen. Ein wesentlicher Aspekt der Taufvorbereitung und der Bestellung der Paten müsste darum sein, allen Beteiligten etwas von dieser Glaubenswirklichkeit aufzuzeigen. Das wird auch deutlich, wenn man die ursprüngliche Rolle des Paten betrachtet: Als Christ führt er einen Erwachsenen zum Glauben und zur Aufnahme in den Katechumenat. Der Pate hat für den Bewerber zu bürgen und ihn im Katechumenat zu begleiten. Er gilt geradezu als Garant des Glaubens. So steht das Patenamt in der Spannung zwischen dem persönlichen Lebensbereich der Familie und dem öffentlichen Lebensbereich der Kirche; so gesehen kann das Patenamt eine spannende Sache werden.

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