Mission - heute noch aktuell?

Diese Frage ist gar nicht so abwegig. Denn die Zeiten, als Missionare der europäischen Kirche in großen Zahlen zum Zwecke der Heidenbekehrung in die damaligen Kolonien ausschwärmten, sind tatsächlich vorbei. Dennoch ist die Mission lebendig.

Seit dem II. Vatikanischen Konzil (1962 - 1965) ist mehr und mehr ins Bewusstsein der Gläubigen getreten, dass alle Ortskirchen dem Missionsauftrag Christi verpflichtet sind (Mt 28,19).

Der Missionsauftrag lautet nicht, alle Menschen dieser Welt zur Katholischen Kirche zu bekehren, sondern das Reich Gottes zu verkünden, so wie Jesus Christus es selber zu Lebzeiten getan hat. Dazu gehört auch heute noch Idealismus. Denn dazu man die Mühen eines Kulturwechsels auf sich zu nehmen oder ein Armer unter den Armen dieser Welt werden. 

Die Missionsarbeit oder besser das Zeugnisgeben von Gottes Reich leidet unter der Zersplitterung der christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Missionsarbeit ist daher auch eine Herausforderung für die Ökumene und damit für die Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft. Nur in Offenheit gegenüber Andersgläubigen kann heute die Botschaft Christi gegenwärtig gemacht werden.

"Wäre die Weltbevölkerung ein Dorf mit 1000 Einwohnern, sähe es dort so aus:

  • 600 Leute sind Asiaten
  • 138 Europäer
  • 118 Afrikaner
  • 85 Lateinamerikaner
  • 53 Nordamerikaner
  • 5 Australier und Ozeanier.

Mehr als 800 sind aus der "Dritten Welt".
800 Bewohner haben eine gelbe, braune oder schwarze Hautfarbe.
200 haben eine weiße Hautfarbe.

Mehr als 700 haben nicht immer genug zu essen, haben meist keine ausreichende Wohnungen, keine genügende Ausbildung oder keine Arbeit, von der sie gut leben könnten.

Die Hälfte des Einkommens der 1000 Dorfbewohner ist in den Händen von 160 Menschen, von denen 155 Weiße sind. Die andere Hälfte gehört den restlichen 840 Personen.

In dem Dorf gibt es 300 Christen, davon sind 180 Katholiken. Die Christen gehören hauptsächlich zur Welt der Reichen, bei den Katholiken aber gehören die meisten zur Welt der Armen."

Aus: Kurt Piskaty SVD, Heute noch Mission, Ist Christus der einzige Weg zum Heil? Steyler Verlag, Nettetal.