Warum ist P. Josef Freinademetz ein Heiliger?

Am 28. Jänner 2016 jährte sich sein Todestag zum 108. Mal.

P. Josef Freinademetz (Quelle: Archiv Steyler Missionare)
P. Josef Freinademetz (Quelle: Archiv Steyler Missionare)

Josef Freinademetz wird 1852 in Oies, nahe Bozen, in Südtirol geboren. Als einfacher Bauernbub wächst er in einer zutiefst religiösen Familie auf. Über einen Zeitungsartikel erfährt er als junger Kaplan vom Missionshaus in Steyl.

Zum Missionsdienst fühlt er sich berufen und so reist er 1879 als einer der ersten Steyler Missionare in ein Missionsland: nach China.

„Wie der Baum die Erde braucht, um Saft und Nahrung zu finden, so braucht die Seele das Gebet.“

Obwohl er in China schwierige Zeiten erlebt, lässt Josef Freinademetz nie vom Beten ab. Und schwierige Zeiten erlebt er oft:

  • Er ist tief enttäuscht über das Desinteresse der Chinesen, die ihn als Europäer nicht ernst nehmen und gar beschimpfen.
  • Er erkrankt an Malaria und leidet an wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden.
  • Die Bevölkerung zieht es eher in die prächtigen Kultbauten als in einfache Kirchen und so wächst die christliche Gemeinde nur langsam.
  • Die politische Lage ist brenzlig: Immer wieder werden Christen festgenommen oder ermordet.
Eine Pagode nahe Sou-tcheou. (Gemälde von William Alexander, Quelle: wikimedia commons)
Eine Pagode nahe Sou-tcheou. (Gemälde von William Alexander, Quelle: wikimedia commons)

„Ich liebe China und die Chinesen, ich möchte unter ihnen sterben und bei ihnen begraben werden.“

Als er das Beharren auf der eigenen Kultur überwindet, die Sprache besser beherrscht und beginnt, die chinesischen Sitten und Ansichten zu studieren, gelingt es ihm, Liebenswürdiges an seiner neuen Heimat zu finden.

Ausgehend von einer Gemeinde aus knapp über 100 Getauften baut P. Freinademetz viele Gemeinden auf und bemüht sich vor allem um die Ausbildung von Laien und Priestern. Während aller politischen Unruhen, in denen vor allem Christen gefährlich leben, entscheidet P. Freinademetz, "seine" Chinesen nicht im Stich zu lassen und mit ihnen auszuharren.

Das Wenige, was wir tun, ist nichts im Vergleich zu dem, was der gute Gott uns getan hat.

Pilgerzentrum Oies
Pilgerzentrum Oies

Der eifrige Missionar stirbt am 28. Jänner 1908 an Typhus. Sein Grab in Taikia wird rasch zum christlichen Pilgerort. Für seine Heiligsprechung unterschrieben fast 100.000 Menschen - aus Europa, Hongkong, den Philippinen, China und Taiwan, so P. Antonio Pernia (ehem. Generalsuperior der Steyler Missionare).

Zeitgenossen beschrieben ihn als einen lebendigen Heiligen, herzlich und bescheiden. Durch seine Gegenwart allein fühlten sich alle getröstet und gestärkt.

Der heilige P. Josef Freinademetz ist bis heute ein Fürsprecher für viele Menschen, die sich mit ihren persönlichen Anliegen an ihn wenden. So ist der Chinamissionar zurückgekehrt in seine Heimat - als Bote für einen menschenfreundlichen Gott.

In seinem Heimatort Oies kann man Menschen jeden Alters betend und meditierend antreffen. Sie schöpfen Kraft in diesem Ort, der auch schon dem heiligen Freinademetz Kraft und Mut für seine Aufgaben als Missionar geschenkt hat.

R. Frank/Missionsprokur St. Gabriel International
 

Freinademetzsekretariat

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Freinademetzsekretariat
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E-Mail: andrea.polszter[at]steylermission.at

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